Schwarz auf Weiß: Stolz präsentierten Wehrführer Joachim Lübke, Bürgermeister Kai Abruszat und Bauunternehmer Karl-Heinrich Depenbrock den Projektvertrag. Wenn auch die Baugenehmigungen vorliegen, kann der Bau der fünf neuen Feuerwehrgerätehäuser beginnen. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur
Schwarz auf Weiß: Stolz präsentierten Wehrführer Joachim Lübke, Bürgermeister Kai Abruszat und Bauunternehmer Karl-Heinrich Depenbrock den Projektvertrag. Wenn auch die Baugenehmigungen vorliegen, kann der Bau der fünf neuen Feuerwehrgerätehäuser beginnen. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur

Stemwede-Levern Fünf neue Gerätehäuser für die Feuerwehr: Vertrag mit bundesweiter Bedeutung

ÖPP-Projekt: Die Gemeinde Stemwede investiert 9,5 Millionen Euro. Den Zuschlag für das Bauprogramm erhält die Firma Depenbrock. Neue Standorte im nächsten Jahr in Betrieb. Kreis wartet auf Krankenkassen-Votum

Joern Spreen-Ledebur

Stemwede-Levern. Bürgermeister Kai Abruszat sprach von einem großen und wichtigen Tag für Stemwede, Bauunternehmer Karl-Heinrich Depenbrock sicherte eine pünktliche Fertigstellung zu: In der Leverner Verwaltung ist gestern Nachmittag der Projektvertrag zum Bau von fünf neuen Feuerwehrgerätehäusern unterschrieben worden. Den Auftrag hat nach EU-weiter Ausschreibung mit Depenbrock Systembau ein Stemweder Unternehmen erhalten. Es sei ein Glücksfall, dass die Gemeinde mit einem heimischen Unternehmen in dieses einzigartige Projekt investieren könne, so der Ratsvorsitzende. In den Bau der neuen Gerätehäuser "in einem Rutsch" investiert die Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters 9,8 Millionen Euro. Das sei ein Festpreis, betonte Kai Abruszat. Binnen 15 Jahren will die Gemeinde den Festpreis aus dem Haushalt bedienen - laut Abruszat auch mit der gestiegenen Investitionspauschalen vom Land. Option auf Bau einer Rettungswache Der Vertrag hat zudem die Option auf den Bau einer Rettungswache am künftigen Feuerwehr-Standort an der L 770 / Leverner Straße in Levern. Sollte der Kreis Minden-Lübbecke als Träger des Rettungsdienstes diese Option nutzen, dann würde die Gemeinde Stemwede die Wache bauen und der Kreis wäre Mieter. Noch hat sich die Kreisverwaltung nicht entschieden. Der Stemweder Bürgermeister war gestern aber zuversichtlich, "mit den Kollegen von der Kreisverwaltung zu einem guten Ergebnis zu kommen". Mit einer Entscheidung rechnet Abruszat in den nächsten zwei bis drei Wochen; dann würde die Gemeinde insgesamt einen knapp zweistelligen Millionenbetrag investieren. "Am Ende eines Tages" bleibe die Erkenntnis, dass Feuerwehr und Rettungsdienst an einem Standort L 770 gut funktionieren werde. Der Kreis, sagte gestern Kreisdirektorin Cornelia Schöder auf Nachfrage unserer Zeitung, bekomme das Vorhaben noch inhaltlich vorgestellt. Es stehe alles unter dem Vorbehalt, dass die Krankenkassen, die den Rettungsdienst bezahlten, den Zahlen zustimmten. Mit einer Entscheidung rechnet Schöder im März. Dank an Rat, Verwaltung und Feuerwehr Bürgermeister Kai Abruszat dankte gestern Rat, Verwaltung und Feuerwehr sowie dem Unternehmen PD Deutschland für die gute Zusammenarbeit. Der Rat habe konzentriert, konstruktiv und ehrenamtlich einen wichtigen Baustein der Gemeindeentwicklung erarbeitet. "Wir tun das alles für die Gemeinde und für die Feuerwehr", so Abruszat. Das Projekt stelle die Handlungsfähigkeit der Wehr sicher, insgesamt 521 Feuerwehrmitglieder bekämen "am Ende eines Tages" eine neue Heimstatt. Die Stemweder Gerätehäuser müssten etwas größer sein als wenn man eine Löschgruppe mit 20 Aktiven habe wie in andren Kommunen. "Die Feuerwehr hat bei uns überragende Bedeutung." Das vom Bund als bundesweites Pilotprojekt anerkannte ÖPP-Vorhaben in Stemwede diene der Gemeindeentwicklung und der Sicherung des flächendeckenden guten Brandschutzes. Er sei überzeugt, dass "Akteure aus anderen Standorten mit einer gewissen Portion Erstaunen auf Stemwede blicken", sagte Abruszat. "Wir investieren in die Zukunft einer prosperierenden Gemeinde". Unternehmer Karl-Heinrich Depenbrock sicherte der Gemeinde zu, den Endtermin einzuhalten. Er dankte für den Auftrag. "Das ist nicht selbstverständlich, man kann in der eigenen Gemeinde auch verlieren." Er versprach außerdem, dass die Kosten eingehalten werden. Ein finanzielles Desaster wie am Berliner Flughafen oder bei der Elbphilharmonie werde es nicht geben. "Das wird hier nicht passieren. Da haben Sie mein Wort." Die Feuerwehr liege ihm am Herzen, die Stemweder Wehr habe mehr Leute als Lübbecke und Espelkamp zusammen. Die Erfolge der Jugendfeuerwehr bei Wettbewerben erfüllten ihn mit Stolz.

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