Arzt Dr. Eberhard von Weiden (Arndt Hoppe, sitzend) bekommt seine äußerst attraktive Frau Anita (Nadja Radicke; 3. v. l.) nicht in den Griff. Obendrein fällt diese auch noch auf die Hochstaplerin Margot (Andrea Schiermeier; 4. v. l.) herein. Nichte Rosie (Lea Vahrenkamp; 2. v. r.) leidet. Der Schutzengel (Uwe Brettholle; r.) ist überfordert. - © FOTOS: VOLKER KNICKMEYER
Arzt Dr. Eberhard von Weiden (Arndt Hoppe, sitzend) bekommt seine äußerst attraktive Frau Anita (Nadja Radicke; 3. v. l.) nicht in den Griff. Obendrein fällt diese auch noch auf die Hochstaplerin Margot (Andrea Schiermeier; 4. v. l.) herein. Nichte Rosie (Lea Vahrenkamp; 2. v. r.) leidet. Der Schutzengel (Uwe Brettholle; r.) ist überfordert. | © FOTOS: VOLKER KNICKMEYER

Rahden Und das Gute siegt doch

Gelungene Premiere für VHS-Laientheater "Schatulle" im Rahdener Bahnhof

Rahden. Vorweihnachtszeit – Engelzeit. So könnte man meinen. Aber das VHS-Laientheater "Schatulle" hat mit Weihnachten diesmal wenig im Sinn. Vielmehr geht es bei der Premiere des neuesten Stückes "So ein Engel war schließlich auch nur ein Mensch" um sehr menschliche Engel, die sozusagen noch in der Lehre sind und anfangs weder fähig sind, Menschen anständig zu beschützen noch als Weihnachtsengel zu arbeiten.

Sei’s drum. Nach einer Idee von Jos van Assema und unter der Regie von Edith Stöver bringt die bunte VHS-Truppe im 30. Jahr ihres Bestehens wieder einmal eine rührende Geschichte auf die Bretter. Der Rahdener Bahnhof bot am Freitagabend die ideale Möglichkeit zur Präsentation und die Mühen der vergangenen Monate waren bei den Akteuren wohl schnell vergessen, als das Stück flüssig und textsicher zum großen Vergnügen der Zuschauer gespielt wurde.

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Die musikalische Einleitung kam von Jos van Assema (Gitarre und Gesang), Tim Dittmann (Klavier, Gitarre und Gesang) sowie Svenja Pützschler (Gesang). Eigens für das Bühnenstück hatte Jos van Assema das Stück "Glaubst du an Engel?" komponiert und getextet. Ganz egal wie man zur "Engelproblematik" steht, die ewigen Fragen der Menschheit bringt Assema in seinem Song auf den Punkt. In der Eingangsszene wird es gleich mystisch: Erzengel Michael (gespielt von Wolfgang Hanke) und der gefallene Engel Luzifer (Heiner Stöver) spielen in schummriger blauer Beleuchtung Schach und diskutieren über Gut und Böse. Optisch und sprachlich sicherlich der Höhepunkt des Abends schon ganz am Anfang. Hanke und Stöver hatten Doppelrollen und tauchten auch im richtigen Leben wieder als Hoteldirektor Michael Weiß und Lutz Schwarz auf.

Nun kommen die Engel ins Spiel: Elke Klicker, Steffi Bösch, Angelika Carstensen, Inge Wehrmann, Friedlind Thane, Uwe Brettholle und Günter Polhede sind am Premierenabend in ihr Engelskostüm geschlüpft. Natürlich gibt es Analogien zum vorherigen Leben, so mimt Angelika Carstensen die ehemalige Prostituierte Irma, die auch als Engel ihren lasziven Stil nicht ablegen kann.

Ex-Polizist Alfred Haas (Uwe Brettholle) versucht, auch als Engel für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch so einfach loslegen dürfen sie nicht, "Chefengel" Michael gibt ihnen zunächst den Titel "Schutzengel auf Probe".

Jeder Engel bekommt seinen Menschen und fortan entwickelt sich ein reges Treiben auf der vollen Bühne. Die Menschen (es spielen Kevin Langhorst, Britta Heimesaat, Tanja Dittmann, Andreas Schiermeier, Lea Vahrenkamp, Arndt Hoppe und Nadja Radicke) zeigen sich natürlich so fehlbar wie es eben nur geht. Erste Liebe, Betrug, Eifersucht, übersteigerte Mutterliebe, Unfälle.

Über zwei Stunden haben die Laienschauspieler Gelegenheit, die Abgründe und Fehlbarkeiten der Menschheit in voller Breite auszuleben. Ort der Handlung ist das kleine Hotel "Zum Engel" in das es Menschen und Engel verschlagen hat.

Die Engel können ihren Menschen nur mehr schlecht als recht helfen, schließlich dürfen sie nur Gegenstände berühren und keine Menschen. So sieht die Erfolgsbilanz zum Schluss auch ziemlich gemischt aus. Der Unfähigste wird sogleich Luzifer zur weiteren Unterweisung übergeben. Aber wie sagt ja schon der Titel: So ein Engel war schließlich auch nur ein Mensch.

VHS-Leiterin Anke Steinhauer und Edith Stöver waren voll des Lobes für die Akteure und Wolfgang Hanke, sozusagen "Urgestein" der Schatulle, bekam für sein 30. Bühnen-Jubiläum einen Blumenstrauß.

Die letzten beiden Aufführungen sind am kommenden Freitag, 30. November, sowie am kommenden Samstag, 1. Dezember, jeweils um 19.05 Uhr im Bahnhof Rahden geplant. Karten im Vorverkauf gibts bei der Geschäftsstelle der Volkshochschule in Espelkamp, Tel. (0 57 72) 9 77 10, und im Geschäft "Die Vielfalt" an der Rahdener Gerichtsstraße 20, Tel. (0 57 71) 91 32 67.

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