Kritik: Livia Nolte erläuterte den Zuhörern die aus ihrer Sicht vorhandenen Schwachstellen des Bodengutachtens. Sie fordert ein neues Gutachten. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur
Kritik: Livia Nolte erläuterte den Zuhörern die aus ihrer Sicht vorhandenen Schwachstellen des Bodengutachtens. Sie fordert ein neues Gutachten. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur

Rahden Neues Gutachten gefordert

Bodenuntersuchung: Anlieger kritisieren Vorgehen der Bezirksregierung und des Landesumweltamtes. Herkunft der Schwermetalle soll geklärt werden

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Das Treffen war sachlich, es gab Kritik an der Bezirksregierung und auch Kritik von Bürgern an den schärfsten Meier-Guss-Kritikern. Anlieger aus dem Umfeld der Eisengießerei Meier fordern ein neues Bodengutachten. Der Behörde und dem Landesumweltamt halten sie vor, das vorliegende Gutachten aus dem Jahr 2015 auf Grundlage falscher Annahmen erstellt zu haben. Die Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass es rund um die Eisengießerei Meier keine auffälligen Werte gibt. Anders als zunächst geplant hatte die Bezirksregierung Detmold deshalb auch keine öffentliche Info-Veranstaltung mehr organisiert, um das Gutachten vorzustellen. Das kritisierte Livia Nolte, die 600 Meter östlich der Gießerei wohnt. Sie hatte deshalb Montagabend zur Info-Veranstaltung eingeladen, bei der sie und Marion Spreen sich mit den Untersuchungen aus dem Jahr 2015 befassten. Einige interessierte Bürger waren dabei und auch Vertreter aus der Politik. Auf Nachfrage habe sie damals das Gutachten bekommen und sich intensiv damit beschäftigt, sagte Nolte. Dabei habe sie festgestellt, dass es nicht passe. Die Meinung der Gutachter, dass es keine Auffälligkeiten gebe, teilen Nolte und Spreen nicht. Im Bundesbodenschutzgesetz und einer Verordnung gebe es Regelungen zum sogenannten Vorsorgewert. Sei ein Vorsorgewert überschritten, dann bedeute das, dass die Bodenfunktion nicht mehr garantiert sei und Schädigungen des Bodens auftreten. Spreen will niemanden angreifen oder beschuldigen Die Vorsorgewerte seien überschritten, sagte Nolte und merkte an, dass Böden in Rahden besonders schmutzig seien. "Das hat uns erschrocken." Hohe Werte gebe es an vielen Messpunkten, unter anderem bei Blei. Den Behörden werfen Livia Nolte und Marion Spreen vor, falsche Bodenverhältnissen als Grundlage der Untersuchungen angenommen zu haben. Die Gutachter gingen von Lehmboden aus, aber stattdessen gebe es Sandboden. Nehme man aber Sandboden als Grundlage, dann würden an einem erheblichen Teil der Messpunkte Grenzwerte bei Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Zink oder Chrom überschritten. Nolte kritisierte, dass Referenzwerte angenommen wurden, die aber nicht geeignet seien, weil unbekannt sei, ob es an diesen Messpunkten Vorbelastungen gebe. "Die untersuchten Flächen sollten eigentlich in der Hauptwindrichtung liegen", merkte Marion Spreen an. Die Hauptwindrichtung in Rahden sei West oder Südwest. Im Nordosten aber liege keine einzige untersuchte Fläche. "Es wurden Flächen untersucht, die nicht so relevant sind." Warten auf eine Antwort Bei einem Besuch bei der Bezirksregierung habe man am 11. Juli darauf hingewiesen, "dass die Grundlagen für das Gutachten nicht stimmen und die Aussagen zu den Messwerten fragwürdig sind", sagten die beiden. Mit Verweis auf die Komplexität des Themas habe die Bezirksregierung darum gebeten, die Fragen schriftlich einzureichen und das habe man getan. Nolte und Spreen beklagten, seit zehn Wochen auf eine Antwort zu warten. Marion Spreen: "Wenn auf ein normales Schreiben nicht eingegangen wird, müssen wir ganz offiziell Widerspruch gegen das Gutachten einlegen." Marion Spreen möchte ein neues Gutachten zur Frage, was im Boden sei. Sie wolle niemanden angreifen und auch niemanden beschuldigen, stellte sie mit Blick auf die Firma Meier Guss klar. Man wisse schließlich nicht, woher die Schwermetalle kämen. Die Bezirksregierung solle sich Anlieger-Fragen stellen und feststellen, woher die Schwermetalle kämen. Die neue Untersuchung solle auf der richtigen Bodenart basieren und auch die Hauptwindrichtung berücksichtigen.

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