Mit Teflonschaber gegen Kleber: Unbekannte hatten auch Plakate der FDP verunstaltet. Das entfernte gestern an der Osnabrücker Straße auch FDP-Ratsherr Hans-Eckhard Meyer. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur
Mit Teflonschaber gegen Kleber: Unbekannte hatten auch Plakate der FDP verunstaltet. Das entfernte gestern an der Osnabrücker Straße auch FDP-Ratsherr Hans-Eckhard Meyer. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur

Rahden "Hinterhältige Art und Weise"

Rahdener Parteien erstatten nach Attacke auf Wahlplakate Anzeige

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Die Polizei ermittelt nach Vorfällen in Rahden: Unbekannte haben Wahlplakate von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken verunstaltet - mit sogenannten "Störern". Diese Aufkleber, deren Behauptungen zum Teil strafrechtlich relevant sind, wurden auf die Porträtfotos der Kandidaten geklebt. Betroffen seien die zentralen Plakatstandorte in Rahden und Kleinendorf, die schnell erreichbar seien, sagte FDP-Ratsherr Hans-Eckhard Meyer. Mit einem Teflonschaber entfernte auch Meyer die Aufkleber, die auf Plakaten seiner Partei klebten. Meyer vermutet, dass die in der Nacht zu Freitag geklebt wurden. Torsten Kuhlmann, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Rahden, will am heutigen Samstag neu plakatieren. Das Ordnungsamt der Stadt Rahden sei eingeschaltet, Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung erstattet, sagte Kuhlmann. Es werde in Richtung einer gemeinsamen Anzeige der betroffenen Parteien gehen. "Damit ist auch der Staatsschutz involviert" "Das ist armselig, ich verstehe das nicht", meinte der Pr. Ströher gestern zur "Störaktion". Es gehöre sich nicht, Plakate zu verunstalten. Er hoffe, dass die Unbekannten mit ihrer Aktion ihr Ziel verfehlen und auch die Wähler so etwas ablehnen. Kuhlmann: "Ich hoffe, dass die Bürger demokratische Parteien wählen werden." Das Ziel einer gemeinsamen Anzeige könne auch die CDU teilen, sagte der stellvertretende Stadtverbands-Vorsitzende Christian Krüger. Die FDP Rahden werde Strafanzeige erstatten, sagte Hans-Eckhard Meyer gestern Abend, es werde eine gemeinsame Anzeige mit den Grünen sein, ergänzte Grünen-Ratsherr Winrich Dodenhöft. Meyer: "Damit ist dann auch der Staatsschutz involviert." Im gesamten Stadtgebiet sei kein einziges AfD-Plakat mit einem "Störer" überklebt worden, merkte Meyer an. "Das geht unter die Gürtellinie" Ebenfalls gebe es aus seiner Sicht einen engen zeitlichen Zusammenhang der Verunstaltung der Plakate der übrigen Parteien und dem Aufstellen der eigenen AfD-Plakate. Natürlich könne man hieraus keine gesicherten Erkenntnisse schöpfen. Allerdings sei festzustellen, dass es sich sowohl um eine differenzierte als auch weiter gefasste Aktion handeln müsse. Eine faire politische Auseinandersetzung sei wichtig, sagte Christian Krüger - "aber nicht auf so eine hinterhältige Art und Weise. Das geht unter die Gürtellinie und gegen die Persönlichkeit der Kandidaten." Die CDU plakatiere neu, so Krüger. Er hoffe, dass die Wähler am 24. September demokratische Parteien wählen - und sich von der Aufkleberaktion nicht beeinflussen lassen.

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