Hereinspaziert: Erster Anlaufpunkt im Rathaus ist der neue Bürgerservice. Dessen Tür wird gerade von der Auszubildenden Helene Starke geöffnet. Zum Team des Bürgerservices gehört auch Sabine Brauns (l.). Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| - © Joern Spreen-Ledebur
Hereinspaziert: Erster Anlaufpunkt im Rathaus ist der neue Bürgerservice. Dessen Tür wird gerade von der Auszubildenden Helene Starke geöffnet. Zum Team des Bürgerservices gehört auch Sabine Brauns (l.). Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Die Türen stehen offen

Umbau des Rathauses Rahden kurz vor dem Abschluss

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Noch geben Bauarbeiter in Teilen des Rathauses den Ton an. Noch wird gepflastert und der Rüttler eingesetzt. Die derzeit wohl größte städtische Baustelle in Rahden aber geht auf die Zielgerade. An der Langen Straße ist das Rathaus nun fit für die Zukunft. Es ist in Sachen Brandschutz und in energetischer Sicht auf dem Stand der Dinge. Besonders wichtig: Das Rathaus Rahden ist nun endlich barrierefrei. Dank eines Lifts sind alle Büros und der neue Sitzungssaal auch für Menschen erreichbar, die nicht gut zu Fuß sind. Manfred Cording vom Bauamt ist zufrieden, wenn er auf den Fluren des Rathauses unterwegs ist. Gebaut wird derzeit nur noch im Obergeschoss des alten Amtshauses. Aus akustischen Gründen werden hier die Decken abgehängt, in die modernisierten Büros wird der technische Bereich des Bauamtes einziehen. Zudem gebe es ein Reservebüro für den Fall, dass das Bauamt noch weitere Aufgaben übernehme, merkt Manfred Cording an. »Holzfußboden wird abgedeckt, bleibt aber erhalten« Die Bauarbeiten im ersten Obergeschoss des um 1899 errichteten alten Amtshauses sind ein bisschen so wie ein Blick in die Geschichte. Die ursprünglich sehr hohen Räume sind noch erkennbar - und auch die teils farbige Bemalung der Wände. Hier wohnte einst der Verwaltungschef und konnte großzügige Räume nutzen. Letzter Nutzer der Wohnung war der damalige Amtsdirektor Alfred Suderow. Erhalten ist noch Erstausstattung im Amtshaus: der drei Zentimeter starke Holzfußboden aus Lärchenholz. "Der wird abgedeckt, bleibt aber erhalten", sagte Manfred Cording im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Im Erdgeschoss des benachbarten sogenannten Neubaus ist ein Bürgerservice eingerichtet worden. Hier können Bürger alle Dienstleistungen nutzen, inklusive Pass- oder Personalausweis-Angelegenheiten. Es sei eine Art "Einwohnermeldeamt plus", merkte Cording an. Ein Tresen im Bürgerservice ist Info-Punkt und erste Anlaufstelle im Rathaus. Gebaut wird in diesen Tagen auch an der Stadtkasse neben dem Rathaus. Das kleine Gebäude wird nun auch barrierefrei. Fast fertig sind auch die Außenanlagen, die einem kleinen Park gleichen. Das hat mehr Aufenthaltsqualität zur Folge. Ein neuer Unterstand, der noch verkleidet werden muss, bietet Platz für einen Dienstwagen, Müllcontainer und Fahrräder. Parkplätze gibt es nach Angaben Cordings nur unwesentlich mehr. Während die alten Parkplätze eine Breite von 2,30 Metern haben, sind die neuen 2,60 Meter breit. Insgesamt 64 Stellplätze gibt es. Es sei schön für alle Nutzer des Rathauses, dass das alte Nebengebäude abgerissen worden sei und so die Neugestaltung des Platzes ermöglicht wurde, sagte Manfred Cording. Alles sei nun viel transparenter - auch im Rathaus. Cording: "Es ist keine klebrige alte Amtsstube mehr." Edelstahlband erinnert an die frühere Synagoge Alle Arbeiten sollten wohl Ende September erledigt sein, so Cording. Das Projekt kostet 2,69 Millionen Euro und dafür hat die Stadt Rahden bekanntlich einen Zuschuss von 951.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung erhalten. Er gehe davon aus, dass der Kostenrahmen eingehalten werde, betonte Manfred Cording. Die vier Ecksteine übrigens, die bislang neben dem Rathaus den Standort der früheren Synagoge markierten, werden nicht wieder eingefügt. Stattdessen werde in das Pflaster ein Edelstahlband eingefügt, das die Umrisse des von den Nazis im November 1938 niedergebrannten Gebäudes deutlich macht. Etwas großzügiger als bisher ist auch der kleine Platz direkt vor dem Gedenkstein für die Synagoge geworden. Der wurde mit anderen Steinen gepflastert und Blumenkübel werden künftig verhindern, das hier jemand parkt.

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