Bekannte Adresse: Die Rahdener WEZ-Filiale befindet sich an der Lemförder Straße in Kleinendorf. - © Joern Spreen-Ledebur
Bekannte Adresse: Die Rahdener WEZ-Filiale befindet sich an der Lemförder Straße in Kleinendorf. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Gespräche über neue Supermarkt-Filiale

Planung: Die Karl Preuß GmbH hat wegen einer möglichen Filial-Verlagerung Kontakt mit Grundstückseigentümern aufgenommen. Idee von Architekt Fortriede abgelehnt

Joern Spreen-Ledebur

Rahden-Kleinendorf. Die Mindener Karl Preuß GmbH führt bekanntlich Gespräche über die Zukunft der Rahdener WEZ-Filiale. Als möglichen neuen Standort hatte FDP-Ratsherr Hans-Eckhard Meyer die Osnabrücker Straße genannt. Für die rund 16 Hektar große Fläche zwischen Bundesstraße 239, Osnabrücker Straße, Gut Bückendorf und der Siedlung "Im Mühlenfeld" soll eine Planung her, um sie langfristig städtebaulich entwickeln zu können. Die Politik hatte vor der Sommerpause für den Einstieg in eine entsprechende städtebauliche Rahmenplanung gestimmt. Für die WEZ-Filiale in Rahden gebe es vier Varianten, merkt der Alsweder Architekt Werner Fortriede an. Möglich sei die Verlagerung der Grundschule Rahden ins Schulzentrum und die Nutzung dieses Grundstücks. Weitere Möglichkeiten sind aus Sicht Fortriedes die Nutzung des jetzigen Sportplatzes an Bocks Allee, der "Nahversorgungsmarkt am Museumshof" oder die Osnabrücker Straße. Letztere Variante ist nach Überzeugung des Architekten aber die schlechteste. Wer dort hinfahre, der fahre dann nicht mehr in die Innenstadt, so Fortriede. Vor zehn Jahren sei die geplante Verlagerung der Filiale des Discounters Lidl abgelehnt worden, weil die Stadt negative Auswirkungen für die Innenstadt befürchtet habe. Jetzt sei eine Verlagerung der Filiale eines anderen Supermarktes kein Problem, kritisiert Fortriede die Stadtverwaltung. In Sachen Discounter Lidl an der Eisenbahnstraße gab es damals nach dem Nein der Stadt bekanntlich ein von Fortriede angestrengtes Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Minden, das der Kreis und die Stadt verloren. Folglich konnte doch gebaut werden. Kritisch bewertet Werner Fortriede nun das Verhalten der Stadtverwaltung hinsichtlich einer WEZ-Variante "Nahversorgungsmarkt am Museumshof". Über einen Kooperationspartner und in Abstimmung mit der Lübbecker Barre-Brauerei als Eigentümerin des Objektes sei der Stadt ein Entwurf für eine zukunftsfähige Planung für den Bereich des Gasthauses Am Museumshof unterbreitet worden, so Fortriede. Der Entwurf sah vor, auf dem Gelände des jetzigen Gasthauses einen neuen WEZ-Markt zu bauen - und ein Brauhaus mit angeschlossenem Saalbetrieb. Der Spielplatz sollte nicht davon berührt werden. Diese Idee wurde nach Darstellung Fortriedes von der Stadt Rahden "vehement abgelehnt". Dieser Standort war allerdings auch für die Karl Preuß GmbH Minden zu keiner Zeit Thema. "Das Planungsbüro kam mit dieser Idee auf uns zu", sagt Thomas Holle von der Barre-Geschäftsführung. Da die Brauerei den Weg in Richtung Neuverpachtung der Gaststätte eingeschlagen habe und einen Neubau auch wegen des Museumshofes und der Burgruine skeptisch betrachtete, habe man zuerst mit der Stadt sprechen wollen. Die Stadt Rahden, sagt Thomas Holle gegenüber der NW, habe allerdings etwas anderes mit dem Bereich vor. Werner Fortriede hätte sich nach eigenen Angaben auch vorstellen können, dass die Fläche zwischen Museumshof, Lemförder Straße und B 239 zu einer "Freizeitanlage mit überörtlicher Funktion" umgewandelt werden könnte. Für die Umsetzung sieht der Architekt aber keine Chancen. Werner Fortriede: "Es gibt in Rahden keine zielgerichtete und städtebauliche Langzeitplanung. Stattdessen ist alles nur Stückwerk". Das sei seine persönliche Meinung.

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