Gemeinsam im Rampenlicht: Klaus Meyer (l.) und Andi Weiss musizierten vor dem Kanzelalter von St. Johannis. - © Jennifer Fiene
Gemeinsam im Rampenlicht: Klaus Meyer (l.) und Andi Weiss musizierten vor dem Kanzelalter von St. Johannis. | © Jennifer Fiene

Rahden Anrührendes Konzert mit Andi Weiss in St. Johannis Rahden

Jennifer Fiene

Rahden. Musik im Gotteshaus: Der Sänger, Songwriter und Geschichtenerzähler Andi Weiss gastierte auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Rahden in Zusammenarbeit mit der Diakonischen Stiftung Wittekindshof anlässlich des Reformationsjubiläums in der St.-Johannis-Kirche. Pfarrer Udo Schulte dankte der Volksbank für deren Unterstützung. Die Reformatoren um Luther hätten vermittelt, dass den Menschen Gottes Gnade und Vergebung geschenkt werde - ohne Gegenleistungen. So gesehen sei auch das Konzert im weiteren reformatorischen Sinne ein Geschenk. Er freue sich, Andi Weiss, der schon mehrfach in Rahden war, ankündigen zu dürfen und wünschte allen einen unterhaltsamen Abend. Den hatten die Rahdener, wie der kräftige Applaus und die gute Laune bewies. Andi Weiss, der auch als evangelischer Diakon und Logotherapeut tätig ist, gestaltete allein, nur mit einem Klavier, unterhaltsam, aber auch mit ernsten Themen den Abend. Mit seinen Liedern und Geschichten faszinierte er das Publikum. Als nach eigenen Angaben des Künstlers "ein Schwangerschaftstest seinen Weg kreuzte", war die Namensgebung seines neuen Programms klar: "Laufen lernen". Dieses stellte er am Donnerstagabend in St. Johannis vor und animierte das Publikum mit persönlichen Anekdoten zum Mitmachen. Er gab Anreize, manche Dinge und Situationen mal ganz anders zu betrachten. Dabei gab Weiss auch Hinweise, wie manche Lieder entstehen: Fritzi, eine Dame im Rollstuhl, belehrte Andi Weiss persönlich mit den Worten: "Ich bin doch frei mich zu bewegen. Zu den Dingen, die ich nicht verändern kann, kann ich einfach meine Einstellung ändern und damit bin ich viel beweglicher als viele andere". Es wurde während des Konzertes viel gelacht und viel applaudiert, aber auch über ernste Themen mitten aus dem Leben philosophiert, die Andi Weiss in seinen Liedern verarbeitete. Mit der Frage "Wann haben Sie aufgehört, Ihre Träume zu träumen? Ihr Leben zu leben?", machte sich nachdenkliche Gänsehaut-Stimmung in den Reihen der vielen Besucher breit. Als Klaus Meyer vor der Pause sein Lied sang, hallte tosender Applaus durch das Kirchenschiff. Dem Motto "Feiere dein Leben" wurde an diesem Abend alle Ehre gemacht.

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