Drei Kabarettisten, drei Preise, aber nur einer kann der erste sein (v.l.): Kurt Knabenschuh landete auf dem dritten, Andrea Volk auf dem zweiten, doch nur der erstplatzierte Benjamin Eisenberg konnte den kristallnen "Rahdener Spargel" entgegen nehmen. - Foto: Ralf Kapries - © Ralf Kapries
Drei Kabarettisten, drei Preise, aber nur einer kann der erste sein (v.l.): Kurt Knabenschuh landete auf dem dritten, Andrea Volk auf dem zweiten, doch nur der erstplatzierte Benjamin Eisenberg konnte den kristallnen "Rahdener Spargel" entgegen nehmen. - Foto: Ralf Kapries | © Ralf Kapries

Rahden: Vierter "Rahdener Spargel" geht an Benjamin Eisenberg

Kulturverein Kul-Tür hat nach Publikumsvotum den Kabarett-Preis vergeben

Rahden. Zum vierten Mal wurde am Mittwochabend im Saal des Gasthauses Rüter in Tonnenheide der Kabarett-Preis „Rahdener Spargel“ verliehen. Nach jeweils halbstündigen Vorträgen aus ihren aktuellen Programmen errangen nach Publikumsvotum Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh den dritten, Andrea Volk den zweiten und Benjamin Eisenberg den ersten Platz. Unter den Anwesenden wurden zahlreiche Preise verlost, die vom Sponsor, dem Spargelhof Winkelmann, zu diesem Zweck gestiftet worden waren. Am Mittwochmorgen war passiert, was keinem Veranstalter zu wünschen ist: Die zur Teilnahme vorgesehene Lisa Catena aus Bern hatte einen Autounfall und musste kurzfristig absagen. „Von da an liefen die Telefone heiß“, erzählte Vereinsvorsitzende Monika Büntemeyer. Sie hat es geschafft; Andrea Volk erklärte sich bereit, kurzfristig einzuspringen. Während der Anreise mit der Bahn legte sie sich zurecht, was sie in Rahden aus ihrem Programm vortragen wollte, eine Mischung aus Vertriebscomedy, Männer- und Frauen-Klischees, religiösem Irrsinn und aktueller Politik. Für letzteres boten sich die Regierungsoberhäupter „Erdowahn“ und Trump gleichermaßen an. Mit ihrem scharfzüngig formulierten Comedy-Beitrag schrammte sie in aller Direktheit nicht selten an der Gürtellinie entlang. Das Publikum wählte die Kölnerin, die auch durch ihre gemeinsamen Auftritte mit der Sängerin Nina Knecht bekannt ist, spontan auf den zweiten Platz.Songs von Knut Knabenschuh zum Mitsingen Kurt Knabenschuh hatte sein Banjo mitgebracht – als einziger trug er Songs vor, zu denen er auch zum Mitsingen einlud. Seine Vortragsweise war eher ruhig und gelassen. Er präsentierte „Alltagskabarett“ bei dem er seine eigenen Verhaltensweise und die seiner Mitmenschen beobachtet und sprachlich brillant satirisch verarbeitet. Zur RTL-Fernsehreihe DSDS „dieser Ornithologie-Contest: Warum Ornithologie? Weil ein paar Schnepfen mit Vollmeise im Fernsehen um die Wette zwitschern.“ Er offenbarte eine ausgezeichnetes Gespür für Situationskomik und kommentierte das Beobachtete trocken und bildreich, etwa die Öko-Mütter und ihre Kinder, meist sonderliche Namen tragend wie Sven Malte Baltrum-Brömmelkamp. „Sven Malte“ räsonierte Knabenschuh, „der Kevin der Ökos.“ Er selbst definiert Alltagskabarett als „eine Mischung aus Kabarett und anspruchsvoller Comedy“, bei dem sich „das Publikum im Wahnsinn des normalen Alltags wieder erkennt.“Scharfer Beobachter und scharfer Ankläger Mit politischem Kabarett stieg Benjamin Eisenberg in den Ring. Der Bottroper nimmt Regierung, Opposition, Bundeswehreinsätze, Minister und Anti-Terror-Maßnahmen aufs Korn. Dabei erweist er sich als scharfer Beobachter und ebenso scharfer Ankläger, dessen Wort an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Etwa wenn es darum geht, Politiker zu brandmarken, die sich ihren Rückzug aus dem Parlament mit Jobs und hohen Einkünften aus der Wirtschaft versüßen lassen, was der verstorbene Helmut Schmidt übrigens immer abgelehnt habe. „Wer als Politiker wirklich Eier in der Hose hat, der hat dort gar keinen Platz für Geld“, schimpft er. Ampel-Koalition? Das kann doch gar nicht funktionieren, denn „wenn bei einer Ampel die Farben Rot, Gelb und Grün zugleich aufleuchten, dann ist die Ampel kaputt und funktioniert nicht mehr“. Dem Publikum gefiel es und so erhielt er die Stimmenmehrheit. Benjamin Eisenberg kommt am Dienstag, 30. Mai, noch einmal nach Tonnenheide, um dann in Rüters Gasthaus sein komplettes Programm vorzustellen. Der Auftritt beginnt um 20 Uhr.

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