Rahden Rahdener SPD möchte Professor-Langhorst-Straße umbenennen

Ehrenbürger war "überzeugter Nazi"

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Angesichts der Debatte im Stadtrat und der Berichterstattung auch der Neuen Westfälischen über die NS-Vergangenheit und die Ehrenbürgerschaft des Rahdeners Carl Langhorst beriet nun der Rahdener SPD-Ortsverein über das Thematik. Auch wenn es sicherlich viele andere wichtige Themen in Rahden gebe, so sei gerade in der heutigen Zeit, in der Nazisprüche und rechtsnationales Denken durch Parteien wie die AfD und andere rechtsgerichtete Bürgerbewegungen offensichtlich wieder hoffähig gemacht werden sollten, eine klare Stellungnahme mehr als überfällig, so die Ortsvereins-Vorsitzende Marion Spreen. Langhorst sei "mitnichten nur ein Mitläufer oder harmloser Kunstmaler, für den ihn manche Rahdener halten mögen". Er sei ein überzeugter Nationalsozialist, der bereits 1929 in die NSDAP eintrat und nicht nur den Nationalsozialismus verherrlichende Bilder, sondern auch entsprechende Gedichte verfasste, in denen er die "braunen Kolonnen" und das "neue Deutschland" pries. Seine Gedichte und Bilder wurden nach Angaben Spreens genau wie andere Medien für die NS-Propaganda und die Volksverhetzung benutzt. "Gerade weil so viele Sozialdemokraten vom NS-Regime getötet oder in Konzentrationslager gebracht wurden, können wir als SPD an dieser Stelle nicht so tun, als ob die Vergangenheit uns nichts anginge," erklärt Heinz Steinkamp empört. "Ein überzeugter Nationalsozialist darf nicht als Ehrenbürger gelten, und erst recht kann es nicht sein, dass sein Grab auf Kosten der Rahdener Bürger weiter gepflegt wird." Auch die Namensgebung der Professor-Langhorst-Straße erfolgte seinerzeit gegen die Stimmen der SPD-Ratsmitglieder und wurde mit den Stimmen der damaligen und auch heutigen Mehrheitspartei des Rates der Stadt - wie so einige andere Straßennamen auch - durchgedrückt," so Steinkamp. "Wenn die Anlieger die Gedichte lesen würden, die der Namensgeber ihrer Straße verfasst hat, würden sie mehrheitlich sofort eine Namensänderung fordern," so Marion Spreen, der ein entsprechender "Gedichtband" ("Erwachendes Deutschland", Vaterländische Gedichte, Jaegersche Sammlung deutscher Schulausgaben, Band 61) in Kopie vorliegt. Ein Ehrenbürger soll nach Ansicht des SPD-Ortsvereins Vorbildcharakter haben. Es gebe viele Bürger, die sich stark für die Stadt Rahden eingesetzt hätten, und es dürfe dabei "auch ruhig einmal an verdiente Sozialdemokraten wie Willi Meier oder Rainer Tschech erinnert werden, die sich besonders für die Entwicklung der Stadt Rahden engagiert haben", heißt es in der Stellungnahme. Die Namensänderung einer Straße sollte nach Ansicht der SPD-Mitglieder in der heutigen digitalisierten Welt nicht schwieriger sein als ein Umzug, bei dem ja auch die Adresse geändert werden müsse. In diesem Zusammenhang fand der Vorschlag, die Prof.-Langhorst-Straße etwa in "Zur alten Feuerwache" umzubenennen, viel Beifall.

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