Solidarität: Beim stellvertretenden Rahdener Bürgermeister Willi Kopmann (l.) unterschrieb auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat für den Krankenhaus-Erhalt. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur||
Solidarität: Beim stellvertretenden Rahdener Bürgermeister Willi Kopmann (l.) unterschrieb auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat für den Krankenhaus-Erhalt. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur||

Rahden Klinikpläne: Proteste weiten sich aus

Mühlenkreiskliniken: Hunderte Bürger haben schon gegen die Planungen des Klinik-Vorstandes unterschrieben. Sozialverband startet Aktion auf Wochenmarkt

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Die Resonanz war enorm, während der Rahdener Sommertage diskutierten viele Gäste über das vom Vorstand der Mühlenkreiskliniken (MKK) vorgelegte neue Medizinkonzept. Das ist umstritten und wird in der jetzigen Form im Lübbecker Land abgelehnt. Deutlich machten das die Besucher der Sommertage: Sie trugen sich in Unterschriftenlisten ein, die überall in der Stadt auslagen und auch weiterhin ausliegen. Auch der Sportpark von "United" Varl gehörte zu den Orten, an denen gesammelt wurde. Große Beachtung fand die gemeinsame Unterschriftensammlung der Rahdener Ratsfraktionen. Vertreter aller Fraktionen und Bürgermeister Bert Honsel baten um Unterschriften für den Erhalt des Krankenhauses Rahden als Haus der Grundversorgung und für den Erhalt der Abteilungen im Krankenhaus Lübbecke - inklusive der Geburtshilfe/Gynäkologie. Am Glindower Platz gaben viele Menschen ihr Autogramm und diskutierten mit den Politikern über das Krankenhaus. Viele Senioren machten deutlich, dass sie eigens nach Rahden gezogen seien wegen der ärztlichen Versorgung und wegen der Nähe zum Krankenhaus. Sie seien mit dem Haus sehr zufrieden, hatten unter anderem die gebürtigen Vehlager Else und Heinz Kokemohr und deren Nachbarn und Freunde berichtet. Die Unterschriftensammlung sei sehr gut gelaufen, sagte gestern Rahdens Bürgermeister Bert Honsel. Das wiege die Anstrengung auf. Allein am Glindower Platz seien nach ersten Zählungen rund 1.200 Unterschriften gesammelt worden, am Stand der Stadt an der Ecke Gerichtsstraße/Lange Straße gab es rund 200 weitere. Am Glindower Platz trug sich auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat in die Liste ein. "Das Krankenhaus Rahden ist auch das Krankenhaus für Stemwede", merkte Abruszat im Gespräch mit der Neuen Westfälischen an. Die Gemeinde Stemwede erkläre sich solidarisch und deshalb lägen auch in den beiden Verwaltungsgebäuden an der Leverner Buchhofstraße Unterschriftenlisten aus. Forderungen nach selbstständigem Kreis Lübbecke Bürger sammeln in ihrer Nachbarschaft, an dielen Orten liegen Listen aus und auch der Sozialverband Rahden startet eine Sammlung. Das hatte der Sozialverband schon mal vor einigen Jahren getan und mehr als 10.000 Unterschriften für den Erhalt des Krankenhauses Rahden an Landrat Ralf Niermann überreicht. Am morgigen Mittwoch, 13. Juni, sammelt der Sozialverband von 9 bis um 12 Uhr Unterschriften auf dem Rahdener Wochenmarkt. Das gab der Vorsitzende Hans Waltemate gestern gegenüber der NW bekannt. Die Diskussion über den umstrittenen Entwurf des Medizinkonzeptes, der nach bisherigen Darstellungen des MKK-Vorstands ohne Alternative sein soll, wird immer breiter. Deutliche Kritik gab es am Wochenende beim SPD-Kreisparteitag an diesen Aussagen des Vorstands. Kreisvorsitzender Michael Buhre bewertete sie als "unglücklich" und forderte eine gründliche und ergebnisoffene Diskussion ohne Zeitdruck. Deutlicher wurde Buhres Stellvertreter Micha Heitkamp: "Bei Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft ist nichts alternativlos, solange die Politik nicht darüber gesprochen hat." Die während des SPD-Parteitags von Klaus Habbe geäußerte Sorge vor einer Diskussion "Kreis Minden und Kreis Lübbecke" findet sich in sozialen Netzwerken mittlerweile schon wieder. Es gibt Beiträge aus dem Nordkreis, mit denen sich Nutzer für einen eigenständigen Kreis Lübbecke aussprechen - und die Unterschriftensammlung in Rahden loben. In Minden werde man beeindruckt sein vom Widerstand aus dem Lübbecker Land.

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