Viel freie Fläche: Westlich der Osnabrücker Straße soll ein neues Stadtviertel entstehen. Neben Dutzenden neuen Wohnhäusern sieht die Planung zur Osnabrücker Straße hin auch einen Verbrauchermarkt vor. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur||
Viel freie Fläche: Westlich der Osnabrücker Straße soll ein neues Stadtviertel entstehen. Neben Dutzenden neuen Wohnhäusern sieht die Planung zur Osnabrücker Straße hin auch einen Verbrauchermarkt vor. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur||

Rahden Neues Baugebiet im XXL-Format

Entwicklung: Zwischen der Osnabrücker Straße, der B 239 und dem Mühlenfeld soll ein Stadtviertel entstehen. Die Planungen beginnen, die Politik hat Anregungen

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Rahden ist eine gefragte Adresse. Die Nachfrage nach Bauland ist da und deshalb plant die Stadt im Bereich zwischen der Osnabrücker Straße, der Bundesstraße 239 und dem Mühlenfeld ein neues Baugebiet in XXL-Größe. Unweit des Rahdener Zentrums soll ein neues Stadtviertel mit etwa 94 Grundstücken für Einzelhäuser, vier bis fünf Stadtvillen und einem Supermarkt entstehen. Interesse an diesem Standort hat bekanntlich die Mindener Karl Preuß GmbH, die auch an der Lemförder Straße in Kleinendorf eine WEZ-Filiale betreibt. Erschlossen werden soll das Gebiet durch zwei Zufahrten von der Osnabrücker Straße aus, über die auch der Supermarkt erreichbar wäre. Zudem gibt es eine Zufahrt aus dem Mühlenfeld-Kreisel und zur Straße "Am Freibad". Nach und nach soll das Areal entwickelt werden, der Rahdener Bau- und Planungsausschuss stimmte für die Aufstellung der städtebaulichen Rahmenplanung. Es solle eine Quartierbildung erfolgen, meint im Ausschuss Planer Jens-Peter Huesmann vom Bielefelder Büro Drees & Huesmann im Bauausschuss an. »Flachwasserzone wird schnell Schmodder und zieht Mücken an« Dieter Sprado (Unabhängige) sieht ein Problem damit, wenn die Stadtvillen mit Blick auf die Rückwand des Supermarktes gebaut würden. Sollten sie trotzdem so gebaut werden, dann müsse es "eine kräftige Begrünung zum Supermarkt geben". Die Nähe zur B 239 sei nicht so günstig für die Wohnbebauung, außerdem führe eine Stromleitung hier entlang. Dieter Sprado vermisst zudem eine Flachwasserzone nahe der Bundesstraße 239. Dieter Sprados Überlegung, die Supermarkt-Parkplätze mehr in Richtung B 239 zu verlegen, teilt Jens-Peter Huesmann nicht. Die Parkplätze seien an den Markt gebunden. Belastungen durch die B 239 und die Osnabrücker Straße sowie durch die Stromleitung werde noch genauer untersucht. Eine Wasserfläche werde auch noch Thema sein, merkt Bau-Fachbereichsleiter Dieter Drunagel an. Das gelte außerdem für viele andere, derzeit noch offene Punkte. "Aber erst einmal braucht man eine Grundlage", sagt Drunagel. Fußläufige Verbindung zur Innenstadt gewünscht Claus-Dieter Brüning (SPD) wünscht sich eine fußläufige Verbindung zur Innenstadt. Die Straße aus dem Mühlenfeld-Kreisel sieht er kritisch und befürchtet, dass viele Supermarkt-Kunden diesen Weg durch die Siedlung nehmen. Der Autoverkehr solle in Richtung B 239/Am Freibad geführt werden, nicht durch das Mühlenfeld. Brüning regt zudem eine Verlegung des Spielplatzes vom Mühlenfeld in das Neubaugebiet an. Anette Streich (CDU) stört sich daran, dass der Supermarkt "mittendrin liegt". Ein Standort näher an der Bundesstraße 239 wäre ihr lieber. Das aber, betont Bürgermeister Bert Honsel, wäre für den Betreiber dann nicht mehr interessant. "Das würde er nicht umsetzen." Der Investor werde schon Interesse an der Begrünung des Marktes haben, meint Thomas Möller (FDP). Den Wunsch von Dieter Sprado nach einer Flachwasserzone lehnt Möller ab. Das sei in anderen Bereichen in der Stadt besser. "Eine Flachwasserzone wird außerdem schnell Schmodder und zieht Mücken an." Zudem sei es schwierig, die zu unterhalten. Carsten Zimmermann (FWG) möchte "Tempo aus der Osnabrücker Straße herausnehmen" und regt den Bau von Kreisverkehren an. Zudem plädiert er für ein energetisches Konzept mit gemeinsamen Heizanlagen. Wie man die Anbindung des Gebietes löse, das werde mit dem Kreis noch besprochen, kündigt Dieter Drunagel an.

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