Ausgegrünt: Die noch vorhandenen Bäume auf der Kirchplatz-Südseite werden am Montag und Dienstag gefällt. Eine Mehrheit des Bauausschusses stimmte auch dafür, die Robinie (r.) zu fällen. Darüber entscheidet kommende Woche aber noch der Rat. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur||
Ausgegrünt: Die noch vorhandenen Bäume auf der Kirchplatz-Südseite werden am Montag und Dienstag gefällt. Eine Mehrheit des Bauausschusses stimmte auch dafür, die Robinie (r.) zu fällen. Darüber entscheidet kommende Woche aber noch der Rat. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur||

Rahden Rahdener Kirchplatz wandelt sein Gesicht

Umgestaltung: Der Nutzungsvertrag zwischen Kirchengemeinde und Stadt ist unterzeichnet. Bäume auf der Südseite von St. Johannis fallen Anfang nächster Woche

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Die Umgestaltung des Platzes an der Rahdener St.-Johannis-Kirche hat eine wichtige Hürde genommen. Das Landeskirchenamt hat den Entwurf des Nutzungs-Vertrag abgesegnet, die Kirchengemeinde und die Stadt Rahden haben den Vertrag nun unterschrieben. Das gab Bau-Fachbereichsleiter Dieter Drunagel im Bauausschuss bekannt. Am nächsten Montag und am nächsten Dienstag sollen die noch vorhandenen Bäume auf der Südseite von St. Johannis gefällt werden. Der Weg zwischen Kirchplatz und Stadtsparkasse wird deshalb zeitweise gesperrt. Der Parkplatz des Gemeindehauses sei aber über den Parkplatz der Stadtsparkasse erreichbar, sagte Dieter Drunagel. Das Fällen der Bäume auf der Südseite von St. Johannis ist bereits beschlossene Sache, hier sollen im Zuge der Neugestaltung des Kirchplatzes zwölf Linden gepflanzt werden. Laut dem Vorschlag von Landschaftsarchitekt Marcel Adam soll die alte Robinie östlich der Kirche ebenfalls fallen und durch vier neue Robinien ersetzt werden. Dieter Drunagel verwies auf Aussagen eines Gutachters, der dem aus seiner Sicht maroden Baum noch eine Perspektive von maximal zehn Jahren gibt und ihn für nicht sanierbar erachtet. Der Gutachter empfehle das Entfernen des alten Baums, um den vier jungen Robinien gute Startchancen zu geben. Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde habe sich dem Vorschlag des Gutachters angeschlossen, sagte Drunagel. Das habe die Kirchengemeinde auch den 28 Rahdener Bürgern mitgeteilt, die sich für den Erhalt der alten Robinie ausgesprochen hatten (die NW berichtete ausführlich). »Lasst uns Bäume pflanzen, die kein Laub haben« Eine Mehrheit im Bauausschuss sprach sich gestern Abend dafür aus, die alte Robinie zu fällen. Kommende Woche entscheidet der Rat. Das Baumgutachten sage doch alles, meinte Thomas Möller (FDP). Die Robinie sei kein Baum mehr, sondern nur noch ein Torso. Der Platz solle doch schöner werden. "Die Kettensäge kann kommen." Eine Diskussion bringt aus Sicht von Winrich Dodenhöft (Grüne) nichts mehr. "Man will den Baum weghaben." In den vergangenen Wochen sei in Rahden eine erhebliche Zahl alter Bäume weggekommen - etwa die alte Linde nahe des ehemaligen Lidl-Marktes. "Der Bestand schöner alter Bäume in Rahden verschwindet. Da ist das hier nur ein weiterer Schritt." Marion Spreen (SPD) möchte die alte Robinie zugunsten der neuen Bäume opfern. Der Fachmann sage doch, dass der alte Baum nicht erhalten werden könne, merkte Anette Streich (CDU) an. Der Baum habe sich schon aufgegeben. Streich hakte nach, warum es denn an dieser Stelle vier neue Robinien sein sollten. Das sei mit allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet und besprochen worden, meinte Drunagel. Streichs Einwand, Robinien seien wegen ihrer Früchte doch "Dreckschleudern", griff Winrich Dodenhöft auf. "Lasst uns doch Bäume pflanzen, die kein Laub haben."

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