Immer wieder schön: Viele Gäste genießen eine sommerliche Kutschfahrt in die nähere Umgebung des Museumshofes. Die Museumsanlage ist ein ganz wichtiger Baustein für den Tourismus im Nordkreis. - © Foto: Archiv Joern Spreen-Ledebur
Immer wieder schön: Viele Gäste genießen eine sommerliche Kutschfahrt in die nähere Umgebung des Museumshofes. Die Museumsanlage ist ein ganz wichtiger Baustein für den Tourismus im Nordkreis. | © Foto: Archiv Joern Spreen-Ledebur

Rahden Verwaltung soll Trägerwechsel im Museumshof prüfen

Die FDP-Fraktion möchte, dass die Verwaltung neue Perspektiven für das Freilichtmuseum prüft. Ein Verein als Träger könnte Spenden und "staatliche Drittmittel" einwerben. Rat muss über Antrag entscheiden

Joern Spreen-Ledebur

Rahden-Kleinendorf. Der Museumshof Rahden zählt zu den Aushängeschildern der Stadt Rahden. Im vorigen Jahr verzeichnete das Freilichtmuseum nahe der Burgruine steigende Besucherzahlen. In der neuen Saison werden den Besuchern nun auch Audioguides zur Verfügung stehen. Aktuell seien rund 35 Stationen auf dem Museumsgelände geplant, sagte Museumshof-Leiterin Lena Meyer. Die Länge der Texte sei unterschiedlich und es gebe Abwechselung an den Stationen. Klaus Möller und Magdalene Kottenbrink sprachen einige plattdeutsche Begriffe und es werden Geräusche wie das Klappern der Dreschflegel oder das Mahlen der Mühle zu hören sein. Die übrigen Texte spricht ein professioneller Sprecher und zum Saisonstart ist nach Angaben Meyers alles nutzbar - auf Deutsch und auf Englisch. Förderverein trägt Kosten für die Audioguides Zur Verfügung sollen zehn Geräte stehen, die kostenlos gegen Pfand ausgeliehen werden können. Die Kosten für die Audioguides trägt der Förderverein. Ein Verein kann anders als die Stadt Rahden auch Spenden für das Freilichtmuseum annehmen. Welche Möglichkeiten der Unterstützung für das Museum es etwa durch die NRW-Stiftung es gibt, darüber hatten Vertreter der Stadt Rahden und der NRW-Stiftung voriges Jahr gesprochen. Die Stadt ist am Thema Museumshof-Trägerschaft schon lange dran. Nun folgt auch die FDP-Ratsfraktion und nach dem Willen der Liberalen soll der Stadtrat am 22. Februar über einen möglichen Trägerwechsel sprechen. Die FDP beantragt zur nächsten Ratssitzung, dass die Verwaltung damit beauftragt wird, "eine umfangreiche Untersuchung darüber vorzunehmen, welche Chancen und Risiken mit einem Trägerwechsel des Museumshofes verbunden sind und welche Synergien sich künftig dadurch ergeben können." Eine differenzierte Bewertung der sich aus dieser Untersuchung ergebenden Chancen und Risiken sowie eine darauf beruhende Handlungsempfehlung der Verwaltung solle bis zum 31. Dezember vorgelegt werden, teilte FDP-Fraktionschef Hans-Eckhard Meyer mit. Die Untersuchungsergebnisse aus der Studie "Rahden erleben 2.0", das dem integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek) folge und aus dem Landesprogramm "Vital NRW" entwickelt wurde, seien begleitend und je nach Vorliegen der Erkenntnisse in die Untersuchung einzubeziehen, fordert Meyer. Das Freilichtmuseum will die FDP nach eigenen Angaben dauerhaft erhalten und lobt den engagierten Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Eine große Chance sieht die Partei "in der Untersuchung zur Vernetzung touristischer Angebote in Rahden, die aktuell durch die Untersuchung ,Rahden erleben 2.0? zusammengetragen und ausgewertet werden sollen". Den Einnahmen - die FDP spricht von jährlich rund 21.000 Euro - stehe ein jährlicher Zuschussbedarf von rund 130.000 Euro gegenüber. Angesichts der älter werdenden Bausubstanz erwartet die FDP-Fraktion einen steigenden Zuschussbedarf. Meyer: "Das damit latent bestehende Defizit des Museumshofes stellt die Stadt Rahden in der Zukunft vor eine große finanzielle Herausforderung, die wir politisch gemeinsam angehen müssen, um den Museumshof auch in der Zukunft erhalten und unterhalten zu können." Die Liberalen verweisen auf das Gespräch mit der NRW-Stiftung - das habe gute Hinweise gegeben. In erster Linie solle in den nächsten Monaten geprüft werden, ob ein Trägerwechsel von der Stadt etwa hin zu einem Verein wie dem Förderverein mit weiterer Beteiligung der Stadt neue und günstigere Voraussetzungen für das Einwerben von Spenden und "staatlichen Drittmitteln" wie der NRW-Stiftung ermögliche. In der jetzigen städtischen Trägerschaft des Museumshofes seien diese Wege weitgehend verschlossen.

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