Knick auf dem Dachfirst: Durch den umstürzenden Baum wurde die Remise des Museumshofes stark beschädigt. Nach dem vielen Regen steht Wasser auf Teilen der gepflasterten Hoffläche. Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| - © Joern Spreen-Ledebur
Knick auf dem Dachfirst: Durch den umstürzenden Baum wurde die Remise des Museumshofes stark beschädigt. Nach dem vielen Regen steht Wasser auf Teilen der gepflasterten Hoffläche. Fotos: Joern Spreen-Ledebur|| | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Dachschaden wegen "Friederike"

Museumshof: Das Orkantief ließ Bäume umstürzen, einer traf die Remise

Joern Spreen-Ledebur

Rahden. Willi Gutjar hat diesen Moment dokumentiert: Es rauscht mächtig wegen des Orkantiefs, die großen Bäume auf dem Museumshof-Gelände wiegen sich im Wind. Einer hält den heftigen Böen nicht mehr stand, neigt sich und kippt um. Dabei trifft der Baum das Dach der Remise des Museumshofes. Es entsteht erheblicher Sachschaden. In einem Meter Höhe über dem Erdboden hatten Willi Gutjar und Paul Hanczuch Böen stärker als acht Beaufort gemessen. "Etwas höher waren die Böen noch viel stärker", meinten die beiden. Hinzu komme, dass der Grundwasserspiegel wegen des vielen Regens sehr hoch sei und Bäume deswegen oft keinen Halt mehr hätten. "Da blutet einem schon das Herz" Der Versuch, den durch umgestürzte Bäume in direkter Nachbarschaft betroffenen Baum etwas herunterzuschneiden, kam zu spät. "Er fiel um, da konnten wir nichts mehr retten", meint Museumshof-Mitarbeiter Willi Gutjar. Das Dach ist beschädigt, Giebel und Fachwerk-Konstruktion ebenso. Museumshof-Leiterin Lena Meyer mag sich das Bild gar nicht anschauen. "Da blutet einem schon ein bisschen das Herz. Aber dagegen sind wir machtlos". Der Schaden werde der Versicherung gemeldet und Fachleute sollen sich die Remise nun ansehen. Die Schadenshöhe werde nicht gering sein, vermutet Lena Meyer. Reetdächer seien im Allgemeinen teuer. Zudem müsse nun geschaut werden, inwieweit der Giebel gebrochen und die Fachwerk-Konstruktion beschädigt sei. Außerdem müssten auch Zäune erneuert werden, die durch den Orkan beschädigt wurden. Tanja Gutjar hat die Naturgewalten ebenfalls beobachtet. Die große Linde am Eingangsbereich des Museumshofes wurde von "Friederike" regelrecht abgeknickt. "Es krachte, dann lag sie. Das ging alles ganz schnell." Im Einsatz waren in Rahden alle Löschgruppen, sagte Feuerwehrchef Mark Ruhnau. In Rahden und Stemwede wurden örtliche Einsatzleitungen gebildet. Die konnten am Abend ihre Arbeit beenden. Lob für Lkw-Fahrer auf der B 239 Ein Feuerwehrmann wurde in Rahden leicht verletzt. Jede Menge Bäume seien umgekippt und es gab im Stadtgebiet beschädigte Telefon- und Stromleitungen. Die Rahdener Feuerwehr zählte mehr als 50 Einsätze, in Stemwede waren es nach Angaben von Feuerwehrchef Joachim Lübke und Feuerwehrsprecher Torsten Fischer insgesamt 17. In Pr. Ströhen wurden gestern Nachmittag außerdem parallel zu den Unwetter-Einsätzen zwei Schornsteinbrände gemeldet, sagte Ruhnau. Der Brand an der Straße "Sandhordt" war schnell erledigt, der Brand an der Straße "In der Laune", der für Verrauchung gesorgt hatte, wurde unter Atemschutz bekämpft. Die Alte Kirchstraße und die Pr.-Ströher-Allee wurden gestern im Bereich der Immanuelkirche gesperrt. Grund dafür waren nach Angaben von Feuerwehrchef Mark Ruhnau Dachziegel, die durch den Sturm vom Gotteshaus gerissen wurden. Am Freitag wird der Dachdecker erwartet. Uwe Trentelmann von der Stadt Rahden geht davon aus, dass die Straßensperrung im Lauf des Freitags wieder aufgehoben wird. Tobias Hanczuch war gestern im Museumshof im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu zerkleinern. Gerufen wurden er und seine Kollege auch wegen eines umgekippten Baums auf die nahe gelegene B 239 - und waren erstaunt: 20 Lkw-Fahrer hatten schon angehalten und damit begonnen, Äste von der Fahrbahn zu räumen und die Fahrbahn zu fegen. Ein sehr positives Beispiel für Hilfe, findet Tobias Hanczuch.

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