Schwere Last: Jan Trampe (v. l.) und Christoph Niermann schauen zu, wie Mark Fischer mit dem Kragarmstapler die 2,8 Tonnen wiegende Grabplatte anhebt. Martin Medzech (r.) bewegt die Platte in die richtige Position. - © Cornelia MÜller
Schwere Last: Jan Trampe (v. l.) und Christoph Niermann schauen zu, wie Mark Fischer mit dem Kragarmstapler die 2,8 Tonnen wiegende Grabplatte anhebt. Martin Medzech (r.) bewegt die Platte in die richtige Position. | © Cornelia MÜller

Pr. Oldendorf Grabplatten an Börninghauser Kirche aufgestellt

Cornelia Müller
Ingrun Waschneck

Pr. Oldendorf-Börninghausen. Lange, sehr lange waren die Grabplatten, die auf dem nördlichen Teil des Kirchhofs gelagert waren, ein Aufregerthema für die Evangelische Kirchengemeinde Börninghausen und den Denkmalschutz. Jetzt ist die Diskussion um die Steine des Anstoßes beendet: Nur wenige Stunden brauchte das Team um Steinmetz Martin Medzech, um die Grabplatten an der Nord- und Ostfassade der Kirche aufzustellen. Die Fachleute rückten mit schwerem Gerät an. Damit die Außenanlagen rund um die Kirche durch den acht Tonnen schweren Kragarmstapler nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, legten die Mitarbeiter große Kunststoffplatten als provisorische Fahrbahn auf Wege und Rasenflächen. Steinmetz Medzech und sein Team sicherten die erste große Grabplatte mit breiten Gurten und der Stapler hob die rund 2,8 Tonnen schwere Platte langsam an. "Sie liegt mit der Rückseite nach oben, ich bin ganz gespannt, was auf der anderen Seite zu sehen ist", sagte Medzech. Als die Platte in ausreichender Höhe hing, bückte er sich und konnte zu seiner großen Freude sehen, dass tatsächlich ein eingearbeitetes Relief vorhanden war. Vorsichtig wurde die Platte zur östlichen Kirchenmauer gebracht und auf kleine Betonsockel gestellt. Zur Sicherung brachten die Handwerker Metallhaken seitlich und oben an der Grabplatte an. Mit den übrigen sieben, unterschiedlich großen, Steinen wurde ebenso verfahren. Die Grabsteine dokumentieren einen wichtigen Teil der Geschichte des Eggetals und verweisen auf die Familie von Schloen, genannt Tribbe zu Fiegenburg. Schon vor der umfangreichen Renovierung der St.-Ulricus-Kirche (2004 bis 2009) hatten drei Platten an der nördlichen Außenfassade der Kirche gestanden, mussten im Zuge der Arbeiten dort aber entfernt werden. Zusammen mit fünf weiteren Platten, die bisher nicht auf dem Kirchengelände aufgestellt waren, wurden sie auf dem Kirchhof zwischengelagert. Nachdem die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen waren, die Kirche einen neuen Außenanstrich erhalten hatte und auch das Außengelände um die Kirche fertiggestellt war, verblieben die Grabplatten zunächst an ihrem Aufbewahrungsort am äußersten Rand des Kirchhofes. Mit diesem Zustand konnten weder die Eggetaler Bürger noch die Fachleute einverstanden sein. Dass Handlungsbedarf bestand, wenn die Grabplatten nicht auf Dauer Schaden nehmen sollten, hatten sowohl Kirchengemeinde als auch Denkmalbehörde längst erkannt und unterschiedliche Vorschläge für die Lösung dieses Problems gemacht. Während das Amt für Denkmalpflege in Münster "aus konservatorischen Gründen" auf einer senkrechten Aufstellung bestand, favorisierte die Kirchengemeinde - ebenfalls nach Rücksprache mit Experten - eine Verlegung im Kiesbett auf dem Außengelände. 2011 traf der Haupt-und Finanzausschuss als zuständige Denkmalbehörde eine erste Entscheidung in dieser Frage und versagte der Kirchengemeinde die Genehmigung dazu. Etliche Fachgespräche später bestätigte das Amt für Denkmalpflege seine Entscheidung und die Kirchengemeinde beantragte nun, alle Grabplatten aufrecht an den Kirchenwänden aufstellen zu können. Im Juli erteilte der Haupt-und Finanzausschuss die notwendige Erlaubnis zu dem Vorhaben, das jetzt umgesetzt wurde.

realisiert durch evolver group