Unzufrieden: Die Eggetaler müssen weiter auf die barrierefreie Umgestaltung des Geländes am Haus der Begegnung warten. Der Vorstand von "Wir im Eggetal" (Jürgen Nenneker, v.l., Horst Kirchhoff, Bernd Wernicke und Sven Becker) fordert von der Stadt mehr Nachdruck bei der Umsetzung. - © Cornelia Müller
Unzufrieden: Die Eggetaler müssen weiter auf die barrierefreie Umgestaltung des Geländes am Haus der Begegnung warten. Der Vorstand von "Wir im Eggetal" (Jürgen Nenneker, v.l., Horst Kirchhoff, Bernd Wernicke und Sven Becker) fordert von der Stadt mehr Nachdruck bei der Umsetzung. | © Cornelia Müller

"Wir im Eggetal" wartet auf Baumaßnahme am Haus der Begegnung

Stillstand: Verzögerungen gefährden die barrierefreie Umgestaltung. Dorfgemeinschaft enttäuscht

Cornelia Müller

Pr. Oldendorf-Eininghausen. Eigentlich sollte es längst befestigte Parkplätze am Haus der Begegnung geben und einen barrierefreien Zugang. Statt dessen wird der Besucher von tiefen Schlaglöchern und einer wassergesättigten Schotterfläche empfangen, und für Rollstuhlfahrer ist der Weg zum zentralen Veranstaltungsort des Dorfes aus eigener Kraft praktisch gar nicht zu bewältigen. Das Projekt „barrierefreie Umgestaltung des Freizeitparks am Haus der Begegnung" kommt nicht voran. „Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Sven Becker, Kassierer der Dorfgemeinschaft „Wir im Eggetal", angesichts der Tatsache, dass sich der Beginn der Baumaßnahme immer wieder verschoben hat. Jetzt steht das Projekt sogar noch einmal ganz auf der Kippe, denn in wenigen Tagen verstreicht eine wichtige Frist: Bis zum 20. Dezember sollte die Maßnahme eigentlich abgeschlossen sein – so lange gilt die Förderzusage der Bezirksregierung Detmold. "Die Hoffnung stirbt zuletzt" Die Kosten für die Umgestaltung waren seinerzeit mit 98.800 Euro veranschlagt worden. Im Sommer 2016 hatte die Bezirksregierung rund 52.500 Euro Fördermittel zugesagt, drei Monate später stimmte der Bauausschuss der Bereitstellung der restlichen 46.300 Euro zu. Im Frühjahr 2017 erfolgte dann die Ausschreibung der Bauarbeiten. So weit, so gut? Mitnichten. „Mehrere Unternehmen haben ein Angebot abgegeben, aber keines kam mit dem zur Verfügung stehenden Geld aus", so Horst Kirchhoff, Vorsitzender von „Wir im Eggetal". Nicht nur deshalb, weil im Lauf von mittlerweile zwei Jahren seit Planungsbeginn die Kosten gestiegen waren. Sondern auch, weil der Leistungskatalog inzwischen angewachsen war: „In die Ausschreibung sind zusätzliche Arbeiten aufgenommen worden, die in der ursprünglichen Planung nicht enthalten waren – Bodenproben zum Beispiel", erklärt Kirchhoff. 52.500 Euro Fördergelder stehen auf dem Spiel Weil die Stadt ihren Anteil nicht erhöhte, blieb nur die Möglichkeit, die Leistungsanforderungen entsprechend anzupassen, etwa durch Verwendung anderer Materialien oder Verkleinerung der Fläche. Dafür wäre allerdings eine erneute Ausschreibung nötig gewesen, die aber nur erfolgen kann, wenn die Finanzierung gesichert ist. Und davon konnte nun – kurz vor Ablauf der Frist am 20. Dezember – keine Rede mehr sein. Die Verzögerung sorgt für lange Gesichter, nicht nur beim Vorstand der Dorfgemeinschaft, sondern auch bei den Bürgern. „Wir werden oft darauf angesprochen, warum hier nichts passiert. Schließlich ist das eine der wichtigsten Maßnahmen aus dem Dorfentwicklungskonzept und wir stehen damit bei den Eggetalern im Wort – aber uns sind die Hände gebunden", sagt Jürgen Nenneker, Geschäftsführer von „Wir im Eggetal", enttäuscht. Zwar hat die Stadt inzwischen einen Antrag auf Verlängerung gestellt, aber nach den Landtagswahlen hat sich die Zuständigkeit geändert: Nun entscheidet das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf und nicht mehr die Bezirksregierung Detmold. Das bedeutet: „Wenn es ganz dumm läuft, ist das Geld weg. Dann ist die ganze Maßnahme, für die wir jahrelang gearbeitet haben, futsch", so Nenneker. Noch geht er allerdings von einem positiven Bescheid aus. „Aber an dieser Stelle waren wir schon einmal. Wenn jetzt die Zusage kommt, muss die Stadt auch mit dem nötigen Nachdruck aktiv werden. Das hat beim letzten Mal nicht geklappt und wir haben Sorge, dass es wieder passiert." Je mehr Zeit vergehe, desto schwieriger werde die Umsetzung, befürchtet Sven Becker. „Es findet sich keiner, der es für die Summe macht, und so bleibt dann immer weniger Material und Umfang übrig. Am Ende haben wir dann keinen Parkplatz mehr, sondern nur noch einen Fahrradständer."

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