Eine von zehn weiblichen Aktiven: Wiebke Piel schätzt die Kameradschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. - © Privat
Eine von zehn weiblichen Aktiven: Wiebke Piel schätzt die Kameradschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. | © Privat

Pr. Oldendorf "Man muss sich durchsetzen"

Interview "Frauen in der Feuerwehr" (1): Wiebke Piel (23) über ihren Start im Ehrenamt, die Zusammenarbeit mit den Kameraden und die Zukunft der Feuerwehr

Pr. Oldendorf. Die Tätigkeiten innerhalb der Feuerwehr werden immer vielschichtiger. Neben der Brandbekämpfung reicht das Spektrum über technische Hilfeleistung bis hin zum Rettungsdienst. Dabei werden auch Sonderaufgaben wie Gefahrgut- und Strahlenschutz, Tauchen, Höhenrettung, vorbeugender Brandschutz oder Krisenmanagement wahrgenommen. Aus der Eimerkette der Nachbarschaftshilfe ist im Laufe der Jahrhunderte eine moderne, sehr vielfältige Organisation geworden. Zehn Frauen sind mittlerweile ein selbstverständlicher Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr in Pr. Oldendorf und nehmen Aufgaben in allen Tätigkeitsbereichen wahr. Im Interview spricht Wiebke Piel, 23 Jahre und aktives Mitglied der Löschgruppe Hedem-Lashorst sowie Stadtjugendfeuerwehrwartin, über die Herausforderungen. Frau Piel, wie finden es Freundinnen und Familie, dass Sie einen großen Teil Ihrer Freizeit in der Feuerwehr verbringen? Wiebke Piel: Mein Umfeld findet es gut, dass ich mich engagiere und unterstützt das. Ein paar meiner Freundinnen und Teile meiner Familie sind außerdem selbst in der Feuerwehr aktiv. Wie war Ihr Start? Piel: Die meisten aus meiner Löschgruppe kenne ich schon ewig. Dadurch war der Start für mich sehr einfach und überhaupt nicht schwierig. Natürlich muss man sich auch durchsetzen und beweisen, dass man mit den Männern mithalten kann. Was reizt Sie besonders an dem aktiven Dienst? Piel: Mein ehrenamtliches Engagement hilft Menschen in Situationen, die für sie einen Ausnahmezustand darstellen. Sei es eine konkrete körperliche Bedrohung, die man abwenden kann oder auch einfach die Anwesenheit und Betreuung, die den betroffenen Personen hilft. Die Kameradschaft innerhalb der Einsatztruppe ist weitaus enger als im unterstützenden Teil der Feuerwehr. Was sind Ihre Aufgaben in der Feuerwehr? Piel: Grundsätzlich habe ich die gleichen Aufgaben wie meine Kameraden. Neben meinem normalen aktiven Dienst bin ich noch für einen Teil der Jugendfeuerwehr zuständig. Für die plane ich verschiedene Dienste und Übungen und setze diese dann zusammen mit den Jugendlichen um. Seit diesem Jahr bin ich auch als Ausbilderin auf dem Grundlehrgang tätig. Wie klappt die Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen? Piel: Super, da der Zusammenhalt und die Kameradschaft unter uns richtig gut sind. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man sich nicht mit jedem einig ist, aber die gibt es überall. Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft? Piel: In Bezug auf die Feuerwehr wünsche ich mir, dass sich auch weiterhin Menschen bereit erklären, für andere ihre Freizeit zu opfern, um zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Die Freiwilligen Feuerwehren leben allein vom Engagement ihrer Mitglieder und wo sich nicht genügend Hilfsbereite finden, geht auch ein großes Stück Gemeinschaft verloren.

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