Gut gelaunt: MEM-Vorsitzender Werner Schütte freute sich über das Interesse der Eisenbahnfreunde am 40. MEM-Geburtstag. Erstmals seit 27 Jahren dampfte auch wieder die T 13 der MEM über die Wittlager Kreisbahn. - © Joern Spreen-Ledebur
Gut gelaunt: MEM-Vorsitzender Werner Schütte freute sich über das Interesse der Eisenbahnfreunde am 40. MEM-Geburtstag. Erstmals seit 27 Jahren dampfte auch wieder die T 13 der MEM über die Wittlager Kreisbahn. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Museumsbahn feiert 40. Gründungstag unter Volldampf

Dabei gab es nach vielen Jahren ein Wiedersehen mit der "Stettin"

Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf. Vor 107 Jahren wurde sie von der Union Gießerei in Königsberg gebaut. Das damals in der ostpreußischen Hauptstadt angebrachte Firmenschild mit Fabrikationsnummer ist wie eine Geburtsurkunde, die die Dampflok "Stettin" der preußischen Gattung T 13 immer trägt. Gebaut für den schweren Verschubdienst auf Bahnhöfen ist die Dampflok heute im Besitz der Mindener Museumseisenbahn. Die geht und pflegt die betagte Preußin. Am Wochenende war die T 13 zu Gast auf den Gleisen der alten Wittlager Kreisbahn. Ein Star für viele Eisenbahnfans. "Zuletzt war sie vor 27 Jahren hier", merkte Museumsbahner Jochen Schaub an, der mit seinen Kollegen im Führerstand der Dampflok am Wochenende Personenzüge fuhr. Nach vielen Dieseljahren gab es anlässlich des 40. Geburtstages der Museumseisenbahn Minden (MEM) am MEM-Standort Pr. Oldendorf endlich wieder Dampf. MEM-Urgesteine bei der Feierstunde herzlich begrüßt Das soll auch in Zukunft wieder der Fall sein, sagt der MEM-Vorsitzende Werner Schütte im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Vor Jahren dampfte zwischen Pr. Oldendorf und Schweger Moor die Reichsbahn-Dampflok 86 744. Nach einer von Unbekannten mutwillig herbeigeführten Entgleisung in Bad Essen stand die Lok über Jahre in Pr. Oldendorf, dieses Jahr wurde sie an Eisenbahnfreunde in NRW verkauft. Den Erlös wollen die Eisenbahner nun für die Aufarbeitung der Dampflok der Baureihe 89 verwenden, eine verstärkte Variante der legendären preußischen T 3. Ähnliche Loks dampften früher auf der Wittlager Kreisbahn und so passt die 89er prima in das MEM-Konzept, in Minden den Preußenzug zu fahren und in Pr. Oldendorf einen typischen Kleinbahn-Betrieb zu zeigen. Zuschüsse für die Aufarbeitung der in Oldendorf abgestellten 89er wurden gestellt und sollten die erfolgreich sein, rechnet Werner Schütte mit zwei, drei Jahren, bis die T3 wieder angeheizt werden kann. In Minden warten sie ebenfalls auf eine weitere Preußin, die "Kattowitz", eine preußische T 9. Die Maschine wurde bei der Fachfirma Malowa im Mansfelder Land (Sachsen-Anhalt) aufgearbeitet, in polnischen Schneidemühl ist derzeit der Kessel in Arbeit. Eigentlich habe man gehofft, die T 9 schon zum 40. MEM-Geburtstag einsetzen zu können, sagte Werner Schütte. Nun setzt die MEM auf das nächste Jahr. "So als verspätetes Geburtstagsgeschenk". 40 Jahre MEM, das wurde in Minden gefeiert und am Wochenende auch in Pr. Oldendorf. Im Lokschuppen gab es viel zu sehen - etwa die 89er und die Dampflok "Alice Heye", mit der es hier anfing. Ein Gottesdienst wie am gestrigen Sonntag ist im Lokschuppen auch nicht üblich. Viele Fahrten gab es - und die Anbindung führte erstmals seit -zig Jahren auch wieder bis Offelten. Bis dorthin hat die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) als Nachfolgerin der Wittlager Kreisbahn die Gleise schon erneuert. "Es ließ sich richtig gut fahren", merkt Werner Schütte an und berichtete, dass die VLO nun nach und nach den Abschnitt nach Bad Holzhausen saniert. Darauf verwies auch Jürgen Werner von der VLO. Ist dieser Abschnitt saniert, dann hätte die MEM endlich wieder Anbindung nach Bielefeld/Münster. "Das wäre ganz wichtig", sagt Werner Schütte. Der Standort Pr. Oldendorf könnte dann in aller Ruhe schon mal für das 50. MEM-Jubiläum planen. Viele Weggefährten begrüßte Werner Schütte am Jubiläums-Wochenende der MEM. Bernhard Uhle und Hans Schweinefuß waren darunter, zwei Mitbegründer und Urgesteine der MEM. Der gebürtige Oldendorfer Hans Schweinefuß war MEM-Gründungsvorsitzender und gab das Amt 2014 an Schütte ab. Der hofft nun, auch im Jubiläumsjahr neue Mitstreiter zu finden. Eisenbahnfreunde, die mithelfen, seien willkommen. "Wir brauchen Mitglieder, um das Ehrenamt weiter zu stützen und fortzuführen." Jonas Westphal aus Lübbecke könnte vielleicht mal dazu gehören. Mit Mutter Sabrina absolvierte der Dreijährige am Wochenende seine erste Bahnfahrt und war begeistert. Aber auch Anabel und Tim Pluntke mit ihren Kindern Merit, Jorin und Rike sowie Tina Pluntke und Tochter Lea gefiel die Dampfzugfahrt. Die Lokpfeife sei markant, die offenen Plattformen der Wagen sehr schön, merkt Annabel Pluntke an.

realisiert durch evolver group