"Wie alt ist diese Fichte?": Jürgen Rohlfs erklärte den Kindern anschaulich, woran man as Alter eines Baumes erkennt und was er zum Leben benötigt. - © Waldkindergarten
"Wie alt ist diese Fichte?": Jürgen Rohlfs erklärte den Kindern anschaulich, woran man as Alter eines Baumes erkennt und was er zum Leben benötigt. | © Waldkindergarten

Pr. Oldendorf Waldkindergarten Bad Holzhausen auf Exkursion mit dem Förster

"Glückspilze" aus dem Waldkindergarten hatten Besuch von Jürgen Rolfs. Der erklärte, woran man sieht, dass es den Rehbock manchmal juckt und was Wildscheine mit einem Malbaum machen

Pr. Oldendorf-Bad Holzhausen. Was macht eigentlich ein Förster? - Diese Frage stellten sich kürzlich die Kinder des Waldkindergartens "Glückspilze" und luden Förster Jürgen Rolfs zu sich in den Wald ein, der dieser Einladung gerne nachkam. "Wir machen einen Spaziergang durch den Wald, vielleicht beantworten sich dabei eure Fragen", begrüßte der Förster die Kinder und ihre Erzieherinnen Petra Löwen, Britta Holzmeyer und Agnes Hüffer-Unverfärth. Also machten sich alle auf den Weg, jedoch nicht auf die gewohnte Art und Weise, sondern abseits der Wege - mitten durch den dichten Wald. Als erstes stießen sie auf eine Stelle, an der vor fünf Jahren neue Weißtannen gepflanzt wurden. Zusammen überlegten alle, wie ein Baum entsteht, was er zum Leben benötigt und woran man das Alter erkennen kann - nämlich am Abstand der Triebe. Schnell stellte sich heraus: Der Förster kümmert sich also um die Bäume, auch noch später, wenn sie bereits groß gewachsen sind. Manchmal muss er dann entscheiden, welcher Baum weg muss, damit ein anderer weiter wachsen kann. In einer Vertiefung machten dann alle eine kurze Rast und die Kinder des Waldkindergartens erfuhren, dass es sich hier um einen Hohlweg handelte. "Warum gibt es denn Hohlwege hier im Wald?", lautete die Frage des Försters. Vor vielen Jahren fuhren die Waldbauern mit Pferd und Wagen in den Wald zum Holzholen und benutzten immer den gleichen Weg - so entstanden diese grabenähnlichen Mulden. "Wenn ihr mit offenen Augen durch den Wald geht, könnt ihr vieles entdecken", verdeutlichte Rolfs, indem er die Kinder auf Tierspuren aufmerksam machte. "Dort am Baum sieht man die Spuren vom Rehbock, der jedes Jahr ein neues Gehörn bekommt und weil ihm dieses juckt, schabt er seinen Bast am Baum ab und beschädigt so die Rinde." Am Lehm auf einem umgestürzten Baumstamm konnten dann alle sehen, dass hier ein Wildschwein mit seinem schmutzigen Bauch hinübergelaufen sein musste. Weitere Wildschweinspuren ließen sich an der Wildschweinsuhle und am sogenannten "Malbaum", an dem sich die Wildschweine scheuern, entdecken. Anhand mehrerer Spechthöhlen an einem Baumstumpf erfuhren die Kinder, wie wichtig auch das Totholz für viele Lebewesen im Wald ist. Am Ende des spannenden Vormittags bedankten sich die Kinder noch mit einem Lied und einem Präsent bei Jürgen Rolfs, der an diesem Morgen ganz anschaulich sicher viele Fragen der Waldkindergartenkinder beantwortet hat.

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