Marode: Von der Fassade des Gerätehauses in Bad Holzhausen bröckelt der Putz. Der Bereich ist abgesperrt. - © Joern Spreen-Ledebur
Marode: Von der Fassade des Gerätehauses in Bad Holzhausen bröckelt der Putz. Der Bereich ist abgesperrt. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Brandschutzplan wird im Ausschuss vorgestellt

Feuerwehr: Die Fortschreibung des Planes ist mittlerweile überfällig. Große Investitionen stehen an. Handlungsbedarf gibt es vor allem bei den Gerätehäusern in Bad Holzhausen und Hedem

Sandra Spieker

Pr. Oldendorf. Bröckelnde Wände am Feuerwehrgerätehaus, ein Einsatzfahrzeug, das schon als Oldtimer bezeichnet werden kann: Trotz vieler positiver Ansätze gibt es Nachholbedarf in Sachen Brandschutz in Pr. Oldendorf. Das attestierte schon im April diesen Jahres ein externer Gutachter. Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes steht nun auf der Tagesordnung im nächsten Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 6. Dezember. Die Anforderungen an die Feuerwehr steigen, zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort dürfen nicht mehr als zehn Minuten vergehen. Dafür muss die Wehr gerüstet sein - und deshalb muss die Politik handeln. Hilfestellung soll den Stadtverordneten dabei der Brandschutzbedarfsplan geben, der jetzt vorgestellt wird. Vor allem die Gerätehäuser in Bad Holzhausen und Hedem erfüllen lange nicht mehr die Vorgaben. Das Holzhauser Gerätehaus wurde 1966 gebaut und letztmalig 1996 renoviert. Der Schlauchturm ist in einem desolaten Zustand, hier wurde ein weiterer Fahrzeugstellplatz eingerichtet. Eine Abluftanlage fehlt ebenfalls, genauso wie Parkfläche für die Einsatzkräfte. Dass ein Neubau her muss, ist unstrittig und wurde bereits im Februar beschlossen, 500.000 Euro wurden im Haushaltsplan 2016 dafür bereit gestellt. Nur muss noch ein Grundstück gefunden werden. Auch der Fuhrpark ist lange nicht auf dem neusten Stand: Allein elf Feuerwehrfahrzeuge müssen in den nächsten fünf Jahren neu angeschafft werden. Von insgesamt 21 Fahrzeugen im gesamten Stadtgebiet haben zehn Fahrzeuge die empfohlene und übliche Nutzungsdauer zum Teil wesentlich überschritten. Ein Hub-rettungsgerät (Drehleiter) gibt es in Pr. Oldendorf nicht, es muss über die Nachbarkommunen angefordert werden. Auch wird dringend empfohlen, Fahrzeuge auch außerhalb der Gerätehäuser (sprich: bei größeren Firmen) zu stationieren. Kritisch wird es bei den so genannten Hilfsfristerreichungsgraden: Bei untersuchten 84 relevanten zeitkritischen Einsätzen ist in nur acht Prozent der Fälle der Erreichungsgrad 1 (8 Minuten/10 Einsatzkräfte) erfüllt worden, der Erreichungsgrad 2 (13 Minuten/16 Einsatzkräfte) wurde in 13 Prozent der Fälle erreicht. In Getmold und Schröttinghausen seien im nördlichen Ausrückebereich die Erreichungsgrade schwierig einzuhalten, heißt es. Ein Gutachten könne Optimierungsmöglichkeiten und die Einbeziehung der Nachbarstandorte berücksichtigen. Die Sitzung des Ausschusses findet um 17.30 Uhr im Rathaus statt. Weiterhin auf der Tagesordnung stehen die Beratung des Haushaltes 2017, die Beschaffung eines HLF 10 für die Löschgruppe Bad Holzhausen sowie der Erlass über die Festsetzung der Steuersätze für die Grund- und Gewerbesteuer. Kommentar Lange genug gewartet Kommende Woche beraten Politiker über die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes. Wieder einmal. Eigentlich sollte so ein Plan alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Der jetzige stammt aus 2009, die Fortschreibung ist überfällig. So überfällig wie Neuerungen in Bad Holzhausen. Das Gerätehaus bröckelt vor sich hin und ist alles andere als zeitgemäß. So wie auch das LF 8 nicht mehr zeitgemäß ist. Besser aufgehoben wäre es im Feuerwehrmuseum. Die Feuerwehrleute haben nun lange genug auf den neuen Brandschutzbedarfsplan gewartet. Es wird Zeit, den Fahrzeugbestand zu modernisieren. Mit bröckelnden Gerätehäusern und alten Fahrzeugen schafft man keine Motivation bei Feuerwehrleuten. Die erledigen mit dem Brandschutz ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe der Stadt. Und dafür brauchen sie nicht nur den Dank und den warmen Händedruck von Politikern. Für ihre Aufgabe brauchen sie modernste Ausrüstung. Nebenbei: Mit modernen Feuerwehrstandorten lassen sich auch neue Kameraden gewinnen. So war es jedenfalls in Nachbarkommunen. Kontakt zum Autor

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