Abwasser: Die Gebührenunterschiede in NRW sind groß. - © Foto: dpa
Abwasser: Die Gebührenunterschiede in NRW sind groß. | © Foto: dpa

Pr. Oldendorf Teures Abwasser

Statistik: Bund der Steuerzahler nimmt Entgelte in NRW unter die Lupe. Pr. Oldendorf sticht heraus.

Sandra Spieker-Beutler

Pr. Oldendorf. Für die Entsorgung von Schmutz- und Regenwasser müssen die Pr. Oldendorfer tief in die Tasche greifen. Die Abwassergebühren wurden ebenso wie die Wassergebühren zum Jahreswechsel erhöht. Die Bürger zahlen nun 4,87 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 0,76 Euro für Niederschlagswasser. Der Bund der Steuerzahler hat die Abwassergebühren landesweit verglichen: Pr. Oldendorf sticht hier heraus. Laut dem Vergleich zahlt ein Vier-Personen-Haushalt, der 200 Kubikmeter Frischwasser verbraucht und 130 Quadratmeter vollversiegelte Fläche auf seinem Grundstück vorhält, 2017 in NRW durchschnittlich 724 Euro. Die Gebührenspanne zwischen der preiswertesten Kommune (Reken, 246,50 Euro) und der teuersten Kommune (Neunkirchen-Seelscheid, 1.289,74 Euro) ist dabei erheblich. Die Zahlen aus Pr. Oldendorf sind in der Tabelle rot unterlegt: Im kreisweiten Vergleich steht die Stadt mit 1.006,90 Euro (basierend auf den Gebühren von 2017) für den Musterhaushalt ganz oben. Auch ostwestfalenweit gehört Pr. Oldendorf zu den Top 10 der teuersten Kommunen. Grundgebühr nicht eingerechnet Doch der Vergleich hinke, sagt die stellvertretende Betriebsleiterin der Stadtwerke, Maren Heidenreich, auf NW-Nachfrage. So erhebe Pr. Oldendorf beim Abwasser keine Grundgebühr. Bei anderen Kommunen wie etwa Rahden (Musterhaushalt: 931 Euro) oder Porta Westfalica (981 Euro) ist dies der Fall. Diese Grundgebühr sei aber vom Bund der Steuerzahler nicht mit eingerechnet worden. Die Pr. Oldendorfer Verwaltung hatte angesichts der jüngsten Gebührenerhöhung vorgeschlagen, ebenfalls eine Grundgebühr einzuführen. Mit Fixkosten sei besser zu kalkulieren, erklärt Maren Heidenreich. Doch die Ratsmitglieder hatten wie berichtet gegen die Grundgebühr, die Geringverbraucher besonders belasten und Großverbraucher bevorzugen würde, gestimmt. Maren Heidenreich will die hohen Gebühren in Pr. Oldendorf nicht wegdiskutieren. Die lägen vor allem am Anschlussgrad: "Wir sind eine Flächengemeinde." Hier gebe es lange Kanalstrecken, um auch den entferntesten Hof ans Netz anzuschließen. So sei der Unterhaltungsaufwand hoch.

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