Zankapfel: Der Windpark Niederheide verfügt nach dem letzten Gerichtsurteil über keine Genehmigung. Investor Reinhard Steinmann hat vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig Beschwerde auf Zulassung der Revision eingelegt. Archivfoto: Joern Spreen-Ledebur|| - © Joern Spreen-Ledebur
Zankapfel: Der Windpark Niederheide verfügt nach dem letzten Gerichtsurteil über keine Genehmigung. Investor Reinhard Steinmann hat vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig Beschwerde auf Zulassung der Revision eingelegt. Archivfoto: Joern Spreen-Ledebur|| | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Windkraftgegner machen gegen zwei geplante Anlagen in Getmold mobil

Pro Pr. Oldendorf-Stemwede contra Windkraft: Der Bau zwei weiterer Windräder in Getmold sorgt für Unmut. Hier gibt es bereits 22 Einwendungen. Vereinsvorstand einstimmig bestätigt

Stephan Pfeiffer

Pr. Oldendorf-Getmold. Zum 13. Mal lud der Verein "Pro Preußisch Oldendorf-Stemwede contra Windkraft" Mitglieder und Freunde zur Jahreshauptversammlung und über 30 engagierte Bürger kamen in die Alte Schule. Der Jahresbericht des stellvertretenden Vorsitzenden Uwe Hahler fasste ein bewegtes Jahr mit Höhen und Tiefen zusammen. Der Gerichtsbeschluss zu den Anlagen in der Niederheide zugunsten des NABU und der Anlieger (die NW berichtete) sowie ein neuer Höchststand gezählter Weißstörche freute die Mitglieder, während der geplante Bau zweier weiterer Windräder in Getmold für neuen Unmut sorgte. Einstimmigkeit herrschte bei den Neuwahlen des Vorstandes, der komplett bestätigt wurde. Nachdem die Kläger 2015 vor dem Verwaltungsgericht in Minden verloren und man 2016 vergeblich auf eine positive Entscheidung gewartet hatte, heißt es im Jahresbericht, gewannen sie im Mai 2017 vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster: Alle drei Genehmigungen für insgesamt fünf Windenergieanlagen wurden aufgehoben. "Wir waren sehr froh, dass das Gericht zugunsten des NABU und der Anlieger entschieden hat", kommentierte Hahler das Urteil und fügte hinzu, dass der Windpark derzeit über keine Genehmigung verfüge - ob der Betrieb eingestellt werde, müsse aber beobachtet werden. Diskussion verlief teilweise sehr emotional Der Vorsitzende dankte allen, "die uns auch in aussichtslosen Zeiten zur Seite standen und stehen", und gab sich kämpferisch: "Wir wissen, dass unser ,Windkraftweg? noch nicht zu Ende ist." Der nächste Teil des Berichtes widmete sich den beiden neu geplanten Anlagen, die im Jahr 2015 beantragt wurden und 2016 errichtet werden sollten. Das Kreisbauamt besteht jedoch auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Der Vorstand machte seitdem gegen die Projekte mobil und warb für sein Anliegen mit dem Motto "Wer jetzt schläft, kann bald nicht mehr schlafen". 22 Einwendungen gingen seither ein. Die Diskussion zwischen Vertretern des Kreises, dem Investor und den Gegnern nebst Anwalt bei dem Erörterungstermin im November 2017 in der Sekundarschule Pr. Oldendorf verlief "teilweise sehr emotional", so Hahler. Der Kreis werde nun noch einmal den Sachverhalt prüfen und entscheide dann darüber, ob eine Genehmigung erteilt werde. Gute Nachrichten aus dem Tierreich Gute Nachrichten gab es aus dem Tierreich: 65 Weißstorchpaare, die 2017 im heimischen Kreis brüteten und 135 Junge aufzogen, bedeuteten einen neuen Rekord, im Jahr 2015 waren es 106 Junge. Ein Grund mehr für die Initiative, die Abschaltung der Windräder zu fordern, hieß es. Der neue Vorstand bleibt der alte Vorstand. Unter der Leitung von Michael Walke wurden Otto Westerkamp als Vorsitzender, Uwe Hahler als stellvertretender Vorsitzender und Hartmut Niemeyer als zweiter stellvertretender Vorsitzender gewählt. Kassierer bleibt Gerhard Lohmeyer, stellvertretende Kassiererin Marianne Kleine, Schriftführer Karl Wärmker und stellvertretender Schriftführer Silke Rethmeier.

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