Vor Gericht: Angeklagter gesteht Missbrauch an Tochter seiner Ex-Frau. - © Wolfgang Rudolf
Vor Gericht: Angeklagter gesteht Missbrauch an Tochter seiner Ex-Frau. | © Wolfgang Rudolf

Preußisch Oldendorf/Bielefeld Gericht: Angeklagter gesteht Missbrauch

Ein Mann aus Pr. Oldendorf vergeht sich mehrfach an der Tochter seiner Ex-Frau

Nils Middelhauve

Preußisch Oldendorf/Bielefeld. "Das stimmt soweit. Bis auf ein paar Kleinigkeiten", sagte Frank B. (Namen aller Betroffenen geändert) mit leiser und hörbar belegter Stimme. Vor dem Bielefelder Landgericht hat der 40-jährige Mann aus Preußisch Oldendorf gestern eingeräumt, seine Stieftochter mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Die ersten Taten ereigneten sich zwischen 2007 und 2010 im Haus der Familie in Preußisch Oldendorf, in dem Frank B. mit seiner damaligen Frau sowie deren Tochter Janine lebte. Eines Abends, als Janines Mutter bei einem Konzert war, legte sich der Mann zu dem sechs Jahre alten Mädchen auf das Sofa und nahm sexuelle Handlungen an dem Kind vor. Derartige Vorgänge wiederholten sich noch bei mindestens zwei weiteren Gelegenheiten im Haus der Familie. Dabei soll die Intensität der Übergriffe laut Staatsanwaltschaft - in der gestrigen Verhandlung vertreten durch Staatsanwältin Beatrice Schäfers - im Lauf der Zeit zugenommen haben. Dies jedoch bestreitet der ansonsten geständige Angeklagte. Nach dem Scheitern der Beziehung der Eheleute B. zogen Mutter und Tochter nach Detmold. Doch auch dort war das Kind nicht vor den Übergriffen des Stiefvaters sicher, der häufig zu Besuch bei seiner Ex-Frau war. Eines Abends in der Zeit zwischen 2010 und 2014 begab sich Frank B. in das Kinderzimmer des beinahe eingeschlafenen Mädchens und missbrauchte es dort abermals. Mehrfach, so räumte B. gestern vor der IV. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts ein, habe er Janine gegenüber geäußert, dass sie niemals über diese Vorfälle sprechen solle. "Es tut mir unendlich leid, dass so etwas passiert ist. Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte", sagte er in der Verhandlung. Der Prozess wird am 16. Februar fortgesetzt.

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