Winterliche Stille am Schloss Hollweinkel in Hedem. Die Gräfte des alten Rittersitzes ist teilweise zugefroren. - © Joern Spreen-Ledebur
Winterliche Stille am Schloss Hollweinkel in Hedem. Die Gräfte des alten Rittersitzes ist teilweise zugefroren. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf 350 Euro kostet das Ja-Wort in Wohnzimmer oder Gaststätte

Heiraten: Für Brautpaare, die ein besonderes Ambiente wünschen, hält die Stadt neben dem Rathaus fünf andere gewidmete Trauorte bereit. Aber auch an anderen Orten ist das Jawort mittlerweile möglich. Die müssen nur vorher geprüft werden.

Sandra Spieker-Beutler

Pr. Oldendorf. Früher war es einfach: Wenn man sich "traute", dann ging man dafür ins Rathaus. Doch immer mehr Brautpaare wünschen sich für ihre standesamtliche Trauung einen außergewöhnlicheren Ort als das Trauzimmer am Verwaltungssitz. Mit fünf weiteren gewidmeten Trauorten im Stadtgebiet hat Pr. Oldendorf eine recht große Auswahl. Und doch gibt es Brautpaare, die es noch individueller wünschen: vielleicht im eigenen Garten oder in einem selbst angemieteten Raum? Für solche, sogenannte nicht gewidmete Orte hat die Stadt jetzt ihre Gebührenordnung erweitert. Dies beschloss der Rat in seiner letzten Sitzung. Es kann das Wohnzimmer sein oder ein Raum in einer Gaststätte: 350 Euro sind in dem Fall für eine Trauung an einem solchen besonderen Ort zu zahlen. Bei der Höhe der Gebühr orientiert Pr. Oldendorf sich an den anderen Kommunen im Lübbecker Land. Oberste Richtlinie: Der besondere Ort muss einen würdigen Rahmen aufweisen - und erst auf Tauglichkeit geprüft werden. Daher steigt der Verwaltungsaufwand. So muss vor der Terminvergabe der oder die Standesbeamte die gewünschte Räumlichkeit besichtigen und entscheiden, ob eine Trauung dort stattfinden kann. Mindestens 20 Quadratmeter groß, sauber, lärmfrei und von der Einrichtung her angemessen soll der besondere Ort sein. Und mit genügend Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Bei Trauungen unter freiem Himmel muss ein Wind- oder Wetterschutz - etwa ein Pavillon - vorhanden sein sowie auch für den Fall der Fälle ein geeigneter Raum zum Ausweichen in unmittelbarer Nähe. Standesamtliche Trauungen in einer Kirche sind nicht zulässig. Trennung von Trauraum und Raum für die Feier Auch muss eine klare Trennung vom Raum der eigentlichen Feier gewährleistet sein. Beides - Eheschließung und Feier - in einem Raum ist nicht möglich. Generell gilt weiterhin: Zuständig für die Anmeldung der Eheschließung ist das Standesamt, in dessen Bezirk einer der Verlobten seinen gemeldeten Wohnsitz hat. Wenn bei der Prüfung durch den Standesbeamten keine Ehehindernisse festgestellt wurden, kann das Paar innerhalb der folgenden sechs Monate heiraten. Die Anmeldung kann aber frühestens sechs Monate vor dem beabsichtigten Heiratstermin erfolgen.

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