Erinnerungsstücke aus Las Vegas: Heiko Brenk mit seiner Startnummer und einer Medaille - mit Würfel. Während des Laufs habe er sich sicher gefühlt, erzählte er im Gespräch mit dieser Zeitung. - © Foto: Sandra Spieker-Beutler
Erinnerungsstücke aus Las Vegas: Heiko Brenk mit seiner Startnummer und einer Medaille - mit Würfel. Während des Laufs habe er sich sicher gefühlt, erzählte er im Gespräch mit dieser Zeitung. | © Foto: Sandra Spieker-Beutler

Pr. Oldendorf/Las Vegas Pr. Oldendorfer läuft Las Vegas Marathon - wenige Wochen nach dem Attentat

40.000 Teilnehmer: Fünf Wochen nach den schrecklichen Ereignissen nahm Heiko Brenk an dem Großereignis in der US-Stadt teil. Gipfel des Kilimandscharo ist sein nächstes Ziel

Sandra Spieker-Beutler

Pr. Oldendorf/Las Vegas. Unsicher hat er sich nicht gefühlt, eher ergriffen und überwältigt von so viel Zusammenhalt: Fünf Wochen nach dem Attentat in Las Vegas, bei dem 58 Menschen starben, lief der Pr. Oldendorfer Heiko Brenk den Marathon in der Spielermetropole. Augenblicke, die er nie vergessen wird. Lange vor den schrecklichen Ereignissen Anfang Oktober hatte sich der 48-Jährige für den Marathon angemeldet. Und direkt nach dem Attentat sah es so aus, als ob das Ereignis abgesagt werden würde. Doch dann kam es anders: Unter dem Motto #vegasstrong fand der Lauf statt - und entpuppte sich als größer als je zuvor. 40.000 Menschen liefen die Strecke, die abgeändert wurde. Nicht, um sich selbst etwas zu beweisen, um die eigene Bestzeit zu unterschreiten - sondern um zusammenzustehen. Strecke führte durch die Schusslinie des Attentats Der Bereich, in dem die Konzertbesucher starben, war abgesperrt. Nur 100 Meter entfernt vom Mandalay Bay Hotel, von dem aus der Schütze 58 Menschen erschoss und zahlreiche schwer verletzte, startete der Lauf abends. Zuvor wurde die amerikanische Flagge gehisst. Alles war mucksmäuschenstill. "Und dann sang ein Opernsänger die Nationalhymne und es gab ein großes Feuerwerk", sagt Heiko Brenk nachdenklich. Es sei der beste Weg gewesen, um zu sagen: "Wir lassen uns nicht unterkriegen." Dann lief er die Strecke, die auch durch die Schusslinie von einst führte. In vier Stunden und 28 Minuten. Aber das war eigentlich egal. "Ich habe mich sicher gefühlt", sagt er. Die Strecke sei weiträumig abgesperrt gewesen mit Bussen, Lkw und Autos von Polizei und Militär. Der Zusammenhalt unter den Läufern sei einmalig gewesen. Man habe viel über das Attentat gesprochen. Ein paar Urlaubstage drangehängt Ein paar Urlaubstage in der Millionenstadt hängte Heiko Brenk, der mit Freundin Jessica Heydenreich nach Las Vegas reiste, noch dran. Auch einen Helikopterrundflug über die Millionenstadt und natürlich einen Kasinobesuch gönnten sie sich. "Die Stadt sieht einfach Hammer aus. Das muss man einmal gesehen haben", sagt der 48-Jährige. Pläne für die Zeit nach der Winterpause hat er auch schon. Gesetzt ist natürlich der Hermannslauf vor der Haustür. "Das ist Pflichtprogramm." Und dann plant er ein ganz anderes Abenteuer: eine Trekkingtour auf den Gipfel des Kilimandscharo (5.895 Meter). Dazu sammelt er derzeit Informationen, über Ausrüstung, Impfungen, Untersuchungen und Reisehinweise. Sechs Termine gibt es für die Tour mit einem Guide, die rund eine Woche dauert. Mit einer Maske, die er beim Joggen aufsetzt und die nur die Hälfte der verfügbaren Luft zuführt, will er im Training daheim die Verhältnisse bei der Bergbesteigung simulieren.

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