Rund 15.000 Euro haben die städtischen Betriebe an Erträgen aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bierpohlschule 2011 erwirtschaften können.
Rund 15.000 Euro haben die städtischen Betriebe an Erträgen aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bierpohlschule 2011 erwirtschaften können.

Minden Verbrauch sinkt, Kosten steigen

Gebäudewirtschaft der Städtischen Betriebe stellt Energiebericht 2012 vor

Minden (nw). Insgesamt höhere Energiekosten – trotz erheblicher Einsparungen –, ein deutlich niedrigerer Energieverbrauch im Bereich Heizung, reduzierte CO2-Emissionen und ein geringerer Trinkwasserverbrauch im Vergleich zwischen den Jahren 1994 und 2011: Das sind die wichtigsten Aussagen aus dem Energiebericht 2012 der Städtischen Betriebe Minden (SBM). Dieser wurde im jüngsten Betriebsausschuss von Diplom-Ingenieur Jörn Schunk, Leiter der Gebäudewirtschaft der SBM, vorgestellt. 

"Das bundesweit angestrebte Ziel der CO2-Reduzierung von 25 Prozent wurde bereits 2005 erreicht und konnte auch weiter gehalten werden", fasst der Leiter der Städtischen Betriebe, Gerald Schüler, zusammen. Angestrebt ist laut Ratsbeschluss, die CO2-Emmissionen bis 2020 um weitere 20 Prozent im Vergleich zu 2005 senken. "Ein wichtiges Ziel zur Kostenminimierung ist die Reduzierung von Flächen in städtischen Liegenschaften", so Schüler. Hierzu bedarf es aber politisch weitreichender Entscheidungen. Die Gebäudewirtschaft der Städtischen Betriebe konzentriere sich daher zunächst vor allem auf die Optimierung der Gebäudehüllen, auf die Modernisierung technischer Anlagen (Elektro-, Sanitär, Heizungs- und Sicherheitstechnik) und die allgemeine Betriebsoptimierung.

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Die Stadt Minden konnte die Emissionen von 10.913 Tonnen (1994) Kohlendioxid auf 6.225 Tonnen (2011) senken. Das sind entsprechend 43 Prozent weniger. Allerdings gab es im Jahr 2005 noch niedrigere Zahlen (5.985 Tonnen CO2). "Das liegt insbesondere daran, dass bis 2009 ein Teil der städtischen Stromversorgung ausschreibungsbedingt aus klimafreundlichen regenerativen Energiequellen gedeckt werden konnte", so Schunk. Ein weiterer Grund bestehe darin, dass in den vergangenen sechs Jahren alle Schulen umfassend mit Computern und neuer Technik ausgestattet wurden.

Auch seien durch die flächendeckende Einführung des Offenen Ganztages die Nutzungszeiten der städtischen Liegenschaften kontinuierlich verlängert worden, erläutert der Leiter der Gebäudewirtschaft.

Die Summe der Energiekosten liegt 2011 – trotz Ausschöpfung vieler Einsparpotenziale – mit ca. 30 Prozent weit über den Kosten des Referenzjahres 1994. Rund 3,25 Millionen Euro haben die Städtischen Betriebe 2011 an Energiekosten für die städtischen Gebäude ausgeben müssen. Der Anteil der Heizkosten hat sich hierbei am deutlichsten verschoben. Machten diese 1994 noch 43 Prozent der Kosten aus, waren es 2011 bereits 56 Prozent.

Sehr gut sehen lassen können sich die erreichten Energieeinsparungen bei Wasser und Heizung. Wurden im Jahr 1994 noch 151.740 Kubikmeter Wasser in den städtischen Gebäuden verbraucht, sind es heute nur noch 73.417 Kubikmeter (minus 51,6 Prozent). Auch die Kosten konnten – trotz Preiserhöhungen bei Trinkwasser und den Abwassergebühren – in den vergangenen 17 Jahren gesenkt bzw. konstant gehalten werden. Um ebenfalls mehr als die Hälfte (genau 51,6 Prozent) konnten die Verbräuche für Heizenergie im Vergleich zu 1994 gesenkt werden. Die Kosten für Erdgas stiegen allerdings – mit einer Ausnahme (Vergleich 2009 zu 2010) – kontinuierlich an.

Den Effekt, den eine moderne Dämmung der Gebäudehülle an Energieeinsparung bringen kann, verdeutlichte Schunk am Beispiel der Eine-Welt-Schule, die im Rahmen des Konjunkturpaketes II energietechnisch optimiert wurde. Hier konnte der Verbrauch um rund 32 Prozent reduziert werden – von knapp 440.000 Kilowattstunden (2010) auf unter 300.000 Kilowattstunden (geschätzt 2012).

Eine weitere Möglichkeit Energiekosten einzusparen, ist, regenerative Energie selbst zu produzieren. So hat die im Jahr 2010/11 installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach der Bierpohlschule 2011 eine Stromerzeugnis-Vergütung in Höhe von rund 15.000 Euro erwirtschaftet.

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