Feuerwehr: Die Kreise Herford (Feuerwehrmänner der Feuerwehr Herford um Wachleiter Michael Stiegelmeier im Bild) und Minden-Lübbecke werden vernetzt. - © Peter Steinert
Feuerwehr: Die Kreise Herford (Feuerwehrmänner der Feuerwehr Herford um Wachleiter Michael Stiegelmeier im Bild) und Minden-Lübbecke werden vernetzt. | © Peter Steinert

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke Kreisfeuerwehren Herford und Minden-Lübbecke arbeiten zusammen

Dazu werden die Feuerwehrleitstellen so vernetzt, dass sie Notrufe zentral verarbeiten

Alexander Jenniches

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke. Die Feuerwehren der Kreise Herford und Minden-Lübbecke werden in Zukunft eng zusammenarbeiten. Ziel ist, dass die jeweils andere Leitstelle bei Großeinsätzen oder beim Ausfall einer Leitstelle alle Notrufe entgegennimmt. Einsätze sollen dann zentral koordiniert werden. Die Landräte beider Kreise unterschrieben dazu Mittwoch einen Vertrag zu sogenannter Redundanz. Das Gesetz fordert für jede Leitstelle, dass bei Ausfall ein Ersatz bereitsteht (Redundanz). Kreis Herfords Landrat Jürgen Müller und sein Amtskollege Ralf Niermann aus Minden-Lübbecke setzten ihre Namen in Eilshausen unter den Vertrag. Dort befindet sich die Feuerwehrleitstelle des Kreises Herford. Die beiden Landräte schreiben in einer Erklärung zum Kooperationsvertrag: "Im Ergebnis bedeutet die Zusammenarbeit ein weiteres Plus im Gebiet des Bevölkerungsschutzes - sie ist ein zusätzlicher Gewinn für die Sicherheit von über einer halben Million Bürgerinnen und Bürger in den Kreisen Herford und Minden Lübbecke." Die beiden Kreise arbeiten bereits beim Großprojekt "Medizin Campus OWL" eng zusammen. Technische Herausforderung Der jetzt unterschriebene Redundanz-Vertrag ist vor allem auch eine technische Herausforderung. Denn in beiden Leitstellen werden Computer installiert, auf denen zu jedem Zeitpunkt die gleichen Daten gespeichert sind, die für die Feuerwehrarbeit bei Großeinsätzen gebraucht werden. So können die sogenannten Disponenten, also diejenigen, die Notrufe annehmen und dann Teams zu Einsatzorten schicken, stets auf aktuelle Daten zurückgreifen. Damit verzögert sich auch die Reaktionszeit der Feuerwehrleute. Sprich: Sie können schneller vor Ort sein und helfen. Die gegenseitige Anbindung wird derzeit aufgebaut. Die Kreisleitstelle der Feuerwehr in Minden-Lübbecke befindet sich momentan noch in den Räumen der Berufsfeuerwehr Minden. Derzeit wird jedoch in der Gemeinde Hille eine neue Leitstelle geplant, in der die Feuerwehrleute in vier bis fünf Jahren ihren Dienst aufnehmen sollen. Hille liegt logistisch günstig im Kreis Minden-Lübbecke. Neue Zentrale soll 12 Millionen Euro kosten Die Gemeinde befindet sich ähnlich wie die Gemeinde Hiddenhausen für den Kreis Herford in der geografischen Mitte des Kreises. Die neue Zentrale soll nach ersten Schätzungen rund 12 Millionen Euro kosten und wird noch um einiges größer als die Leitstelle in Hiddenhausen. Bei den Planungen orientieren sich die Minden-Lübbecker an der Leitstelle des Kreises Herford und greifen auf die dortigen Erfahrungen zurück. Beide Kreise haben bereits jetzt einheitliche Leitstellen. Von dort können sie sowohl Einsätze der Feuerwehr als auch Einsätze der Rettungsdienste koordinieren. In besonders schwierigen Einsatzlagen werden von dort auch Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk alarmiert. Wie Herfords Landrat Jürgen Müller sagte, müssen die Feuerwehren der beiden Kreise jährlich 120.000 Einsätze bewältigen. Die Alarm- und Ausrückordnungen beider Leitstellen sollen bis spätestens 2021/22 komplett aufeinander abgestimmt sein. Mit der für diesen Zeitrahmen geplanten Fertigstellung der neuen Leitstelle in Minden-Lübbecke soll dann auch die Kooperation in jeder Hinsicht auf vollen Touren laufen.

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