Im Johannes Wesling Klinikum Minden sind am Dienstagabend auf einer geriatrisch-neurologischen Station zwölf Fälle von Brechdurchfall aufgetreten. - © Daniel Karmann/dpa
Im Johannes Wesling Klinikum Minden sind am Dienstagabend auf einer geriatrisch-neurologischen Station zwölf Fälle von Brechdurchfall aufgetreten. | © Daniel Karmann/dpa

Norovirusverdacht im Klinikum Minden: Zwölf Fälle von Brechdurchfall

Minden. Im Johannes Wesling Klinikum Minden sind am Dienstagabend auf einer geriatrisch-neurologischen Station zwölf Fälle von Brechdurchfall aufgetreten. Wie Christian Busse, Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken gegenüber dem Mindener Tageblatt mitteilt, berichteten auch zwei Mitarbeiter über ähnliche Symptome. Aufgrund des Krankheitsbildes und des raschen Verlaufes wird vermutet, dass die Symptome durch Noroviren ausgelöst wurden, heißt es. Stuhlproben wurden genommen und untersucht. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Das Gesundheitsamt wurde umgehend über die Verdachtsfälle informiert. Das Institut für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken hat die Station für weitere Aufnahmen und Verlegungen gesperrt. Zudem wurden die erkrankten Patienten isoliert, zusätzliche umfassende Desinfektionsmaßnahmen und eine engmaschige Untersuchung angeordnet, heißt es. Zum Eigenschutz werden Angehörige der Patienten der betreffenden Station gebeten, nach Möglichkeit auf einen Besuch zu verzichten. Die Mitarbeiter der Station werden derzeit nicht in anderen Bereichen eingesetzt. Durch diese Maßnahmen werden die übrigen Patienten des Johannes Wesling Klinikums umfassend geschützt. Weitere Fälle von Brechdurchfall sind in den Mühlenkreiskliniken bislang nicht bekannt. Besucher werden gebeten, sowohl beim Betreten des Klinikums als auch beim Verlassen ihre Hände zu desinfizieren. Entsprechende Desinfektionsspender stehen überall bereit. Hygiene ist das A und O In den Monaten Januar bis März haben Noroviren Hochsaison. Zu den Symptomen zählen Durchfall und Erbrechen. Wenn einen das Magen-Darm-Virus erwischt hat, sollte man zwei Tage nach Abklingen der Symptome noch zu Hause bleiben - das verringert die Gefahr einer weiteren Ausbreitung. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Außerdem sollten Betroffene auch nach der Erkrankung besonders sorgfältig auf die Hygiene achten, weil der Körper die Viren noch ein bis zwei Wochen lang ausscheidet. Der wirksamste Schutz ist häufiges und gründliches Händewaschen. Betroffene haben meist Durchfall und müssen sich übergeben, das entzieht dem Körper Wasser und Elektrolyte. Deshalb sollte man viel trinken - am besten verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerten Tee. Bei Kindern unter fünf Jahren und Senioren kann die Erkrankung laut DGVS schwerer verlaufen. Geht ein Betroffener zum Arzt oder in eine Klinik, ist es wichtig, dort vorher Bescheid zu sagen, damit andere Patienten vor einer Ansteckung geschützt werden können. Angehörige von Betroffenen sollten so gut es geht Abstand halten und möglichst eine andere Toilette benutzen. Beim Waschen von Kleidung oder Handtüchern, die der Erkrankte getragen beziehungsweise benutzt hat, sollte man Einmalhandschuhe tragen. Das gilt auch beim Putzen der Toilette. Leider kann man beim Putzen noch so gründlich sein: Noroviren sind hartnäckig und überstehen laut DGVS Temperaturen zwischen minus 20 bis plus 60 Grad - und sind gegenüber vielen Desinfektionen unempfindlich.

realisiert durch evolver group