Wird nach jahrelangem Rechtsstreit abgetragen: Die stufenförmig angelegte Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite in Lübbecke - © NW/Jens Reddeker
Wird nach jahrelangem Rechtsstreit abgetragen: Die stufenförmig angelegte Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite in Lübbecke | © NW/Jens Reddeker

Lübbecke Bauherr der Riesenterrasse erteilt Hausverbot und droht mit Klage bei Namensnennung

Frank Hartmann

Nachdem der Bauherr der Riesenterrasse an der Oberen Tilkenbreite vor etwa vier Wochen medial in die Offensive gegangen ist, habe ich ihn angerufen. Ich ging davon aus, dass er sich auch uns gegenüber zum gerichtlich erzwungenen Rückbau des Erdwalls äußern würde. Immerhin war er mit vollem Namen und Foto im Zusammenhang mit dem seit Jahren anhaltenden Rechtsstreit anderweitig genannt und gezeigt worden.

Mit dieser Annahme lag ich leider falsch. Das Geld der NW-Redakteure als Kunden in seinen Bäckereifilialen und Cafés nehme er gerne, sagte Karsten Schmidt. Fragen zur Riesenterrasse werde er aber weiterhin nicht beantworten. Ob ich mich also an seinen Anwalt, Karl F. Thedieck aus Osnabrück, wenden solle? An den hatte er uns in der Vergangenheit einige Male verwiesen. Nein, der werde uns auch nichts sagen, so Schmidt.

Auskünfte nur zu Bullenkruste und Kuchensorten

Ich versuchte dem Bauherrn klarzumachen, dass uns als Informationsquelle dann nur noch die Lübbecker Stadtverwaltung bleibe, die aus juristischen Gründen aber keine detaillierten Auskünfte geben dürfe. Zudem habe er sich in einem anderen Medium doch auch bereitwillig geäußert. Herr Schmidt blieb jedoch bei seiner Haltung. Fragen zur Herstellung der Bullenkruste und der hauseigenen Kuchensorten würden jederzeit bereitwillig beantwortet. In der anderen Angelegenheit wolle er jedoch nichts mehr lesen in der NW.

Als ich Herrn Schmidt darlegte, dass wir unsere Leser über den Fortgang der Terrassen-Geschichte selbstverständlich nicht im Ungewissen lassen und folglich weiter berichten würden, erteilte der Bauherr der gesamten NW-Redaktion Haus- und Grundstücksverbot für die Obere Tilkenbreite und das darunter liegende Haus, das er einem ehemaligen Nachbarn und Gegner der Erdaufschüttung abgekauft hatte.

Name ist seit längerem öffentlich bekannt

Darüber hinaus drohte er mit Klage wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte, falls wir seinen Namen im Zusammenhang mit der Riesenterrasse nennen würden. In diesem Punkt müssen wir Herrn Schmidt leider enttäuschen. Abgesehen von der Veröffentlichung seines Namens und seines Fotos in einem anderen Medium, gab es bereits vor längerer Zeit eine öffentliche Gerichtsverhandlung in Minden, bei der jeder Zuhörer den Namen erfahren konnte. Karsten Schmidt war anwesend. Ich auch.

Neulich habe ich es schon einmal geschrieben und wiederhole es an dieser Stelle gern: Wir machen unsere Berichterstattung nicht vom guten Willen des Bauherrn, seines Anwalts oder der Stadtverwaltung abhängig. Das erwarten unsere Leser von uns - und das können sie auch. Sobald wir Neues in dieser Sache erfahren, die uns seit Anfang 2011 redaktionell beschäftigt, berichten wir.

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