Lübbecke Weingartenstraße - eine unendliche Geschichte

Frank Hartmann

Es gibt Themen, die sind seit Jahren - oder Jahrzehnten -  schon so oft rauf und runter nachrichtlich sowie in Kommentaren behandelt worden, dass man sie zwar noch ernst nimmt. Sie aber nicht mehr ernsthaft kommentieren kann, ohne das Gefühl zu haben, dass alles sei doch schon ´zig Mal gesagt beziehungsweise geschrieben worden. Zu diesen Themen gehört die Frage, ob und in welchem Umfang die Weingartenstraße in Lübbecke ausgebaut werden soll.

Mit Aufklebern wie diesen macht die Wählergemeinschaft Lübbecke (WL) ihre Haltung deutlich - © Neue Westfälische
Mit Aufklebern wie diesen macht die Wählergemeinschaft Lübbecke (WL) ihre Haltung deutlich | © Neue Westfälische

Statt eines Kommentars, also der Kritik mit dem Säbel, einmal eine Glosse, eine Kritik mit dem Florett:

Verfahren bis zum Gehtnichtmehr 

Seit gefühlt 100 Jahren soll die Weingartenstraße mal zur Autobahn ausgebaut werden, mal bleiben, wie sie ist. Eine Umfrage auf der Internetseite der SPD Lübbecke endete so: 42,9 Prozent wünschen keine Veränderung, 42,9 Prozent einen moderaten Ausbau, 14,3 Prozent einen Maximalausbau zur Umgehungsstraße.

Auch ohne, dass beim Zusammenzählen der Prozente ein Zehntel zu viel herauskommt, ist die Situation in der ehemaligen Adolf-Hitler-Straße verfahren bis zum Gehtnichtmehr. Erst neulich konnte man einen Busfahrer beobachten, der drei Mal zurücksetzen musste, bis er die Spitzkehre am Wilhelmsplatz überwunden hatte, ohne seine Außenspiegel zu verlieren. Ein Erlebnis, das so mancher Autofahrer auf der Weingartenstraße schon kennt. Vor allem, wenn sich zwei Straßenkreuzer, neudeutsch: SUV, dort begegnen, wird es eng.

Welche Erkenntnisse der von der Bürgerinitiative gegen den Ausbau angerufene NRW-Petitionsausschuss bei seiner Besichtigung vor Ort gewonnen hat, ist unbekannt. Anders als bei der Abstimmung des Stadtrates zum Bebauungsplan für die Weingartenstraße im letzten Jahr war Öffentlichkeit unerwünscht. SPD, CDU und LK stimmten damals übrigens für den B-Plan, WL und Grüne dagegen, die FDP enthielt sich. Nebenbei: Eine Tunnellösung stand (noch) nicht zur Diskussion.

Es wird wohl auf einen Kompromiss hinauslaufen: Minimalausbau für Hunderttausende statt Autobahn für Millionen Euro. Es sei denn, Finanzdezernent Dirk Raddy gewinnt im Lotto und spendet seinen Mega-Gewinn der Stadtkasse – oder die GBSL lenkt ein und rollt den Stein des Anstoßes heimlich von der Bergertorstraße/Danzel-stätte.

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