Ein Polizeihubschrauber der NRW-Fliegerstaffel vom Stützpunkt Dortmund. - © ARCHIVFOTO: TYLER LARKIN
Ein Polizeihubschrauber der NRW-Fliegerstaffel vom Stützpunkt Dortmund. | © ARCHIVFOTO: TYLER LARKIN

Stemwede / Münster Klinik Haldem: Insasse weiterhin auf der Flucht

23-Jähriger hatte offenbar Komplizen in Dielingen

Stemwede / Münster (tyl). Auch vier Tage nach seiner Flucht fehlt noch immer jede Spur des 23-jährigen Patienten aus dem Maßregelvollzug Haldem, der am Freitag seinen Bewachern während eines Arztbesuches entkommen ist. Trotz umfangreicher Fahndung mittels Hubschrauber und Spürhunden hat die Polizei keinerlei Hinweise darauf, wo sich der Mann aufhalten könnte. Auch an seinem Heimatort im Ruhrgebiet ist er bislang nicht aufgetaucht.

Die Umstände der Flucht werfen einige Fragen auf. Wie konnte der mit Handschellen gefesselte Mann zwei Pflegekräften davon laufen? Die drei Männer standen vor dem Eingang einer Arztpraxis in Dielingen, deren Bauweise von der Polizei und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als "verwinkelt" beschrieben wird. "Das hat der Patient in einem Moment der Unachtsamkeit des Pflegepersonals genutzt", sagt LWL-Sprecher Karl-Georg Donath. "Die Umstände werden intern detailliert aufgearbeitet. Der Vorfall ist für uns noch nicht zu Ende." Weitere Auskünfte wollte der Sprecher nicht erteilen.

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Ein flüchtender Mann mit Handschellen aus gehärtetem Stahl würde in Dielingen jedoch schnell auffallen. "Es ist theoretisch möglich, dass der Mann Hilfe hatte", sagte Donath. Auch die Polizei äußert den Verdacht, dass der Flüchtende in ein bereitstehendes Auto gestiegen sein könnte. Das würde auch erklären, warum die Hubschrauberbesatzung und die Spürhunde keinen Erfolg hatten. "Es ist unwahrscheinlich, dass er sich noch in der Umgebung aufhält", sagte Donath.

Während seines bislang fünfmonatigen Aufenthalts in Schloss Haldem sei der Patient sehr unauffällig gewesen. "Ein Fluchtgedanke war nicht erkennbar", sagte Donath. Der 23-Jährige sollte insgesamt zwei Jahre in Haldem wegen Alkoholsucht behandelt werden. Verurteilt wurde er wegen Autodiebstahls und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

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