Lübbecke Entscheidungen vertagt

Zukunft des Lehrschwimmbeckens und des Stadtarchivs weiter offen

Ob das Lehrschwimmbecken Gehlenbeck saniert wird oder in Zukunft nur noch das Hallenbad zur Verfügung steht, ist weiter offen. Gestern Mittag tobte sich schon mal ein Schüler der Gesamtschule Hüllhorst im Bad an der Bohlenstraße aus. - © FOTOS: TYLER LARKIN
Ob das Lehrschwimmbecken Gehlenbeck saniert wird oder in Zukunft nur noch das Hallenbad zur Verfügung steht, ist weiter offen. Gestern Mittag tobte sich schon mal ein Schüler der Gesamtschule Hüllhorst im Bad an der Bohlenstraße aus. | © FOTOS: TYLER LARKIN

Lübbecke. Der politische Gegenwind der letzten Wochen zeigte gestern Abend deutliche Spuren im Haupt- und Finanzausschuss. Sowohl die Beschlussvorlage zur Sanierung des Gehlenbecker Lehrschwimmbeckens wie auch eine Entscheidung über die Unterbringung des Stadtarchivs wurden in die Zukunft verschoben. Die Archiv-Frage beschäftigte die Fraktionen schon den ganzen Tag über.

Grund dafür war eine Antrag der FDP, "noch weitere externe Standorte für das Stadtarchiv mit einzubeziehen", wie der Fraktionsvorsitzende Jürgen Brockmann sagte. Konkret schlug er den Bahnhof Lübbecke vor, der seit geraumer Zeit zum Verkauf steht. Für die FDP gelte jedoch eine Obergrenze von 500.000 Euro. Ob die zu halten sei, bezweifelte auch Brockmann selber. "Es gibt jedoch andere Gebäude in Lübbecke, da sind wir uns sicher", so Brockmann weiter. "In den aktuellen Zeitdruck hat sich die Verwaltung selbst hinein manövriert."

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Zu weiteren Standort-Diskussionen kam es allerdings nicht, da Bürgermeister Eckhard Witte einen "Alternativen-Beschlussvorschlag" an die rückwärtige Saalwand projizieren lies. Darin hieß es, das Archiv werde am jetzigen Standort so verlagert, dass der Westflügel abgerissen werden könne. Eine Entscheidung über den endgültigen Standort des Archivs werde "nach weiterer Prüfung möglicher Varianten" in der ersten Jahreshälfte 2013 getroffen.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für den Vorschlag – allerdings nicht ohne teils hitzige Wortmeldungen. Besonders Bernd Sasse-Westermann fühlt sich von der Verwaltung bei der sechsstelligen Sanierung des Archivs 2006 getäuscht. "Damals hieß es, das Archiv sei für die nächsten 30 Jahre zu gebrauchen. Heute, sechs Jahre später, ist der Keller feucht. Dort werden am Tag zehn Liter Wasser aus der Luft gefiltert. Das muss sich das Bauamt und insbesondere zwei Frauen anrechnen lassen", sagte Sasse-Westermann. Damit meinte er offenkundig die damalige Bauamtsleiterin Karin Schulte und Ex-Bürgermeisterin Susanne Lindemann (SPD). Dezernatsleiter Frank Haberbosch wehrte sich gegen Vorwürfe, die Verwaltung habe die Politik damals nicht korrekt informiert und warf Sasse-Westermann "schlechten Stil" vor. Der konterte scharf: "Wenn ein Keller nach sechs Jahren so aussieht, dann sind von der Bauverwaltung Fehler gemacht worden."

Auch Jürgen Brockmann (FDP) merkte an, dass die Problematik des feuchten Kellers 2006 nicht an die Politik heran getragen wurde. Burghard Grote (Bündnis 90 / Die Grünen) kritisierte ebenfalls, dass 2006 der Wiehenweg als "idealer Standort" für das Archiv präsentiert wurde. "Vor drei Jahren wurden 50.000 Euro in die benachbarte Lehrküche investiert. Was passiert damit?", fragte Grote und schob eine Antwort gleich hinterher: "Hier wird richtig Geld versenkt." Die Planungen für Stadtschule würden von der Verwaltung "dilettantisch" geführt. "Es gibt für die Ratsmitglieder nicht mal eine Handskizze."

Wie es mit dem Lehrschwimmbecken Gehlenbeck weiter geht, ist völlig offen. 135.000 Euro sollen dafür in den Haushalt 2013 eingestellt werden. Der Bürgermeister hat der Schulpflegschaft deutlich seine Unterstützung zugesagt. Die FDP bemängelt, dass ein eigenes Becken für drei Stunden Schwimmunterricht pro Woche in keinem Verhältnis zu den Betriebsstunden stehe. Das würde Lübbecke lediglich einen Eintrag in das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes bescheren.

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