AUTOR
VON RALF T. MISCHER UND FRANK HARTMANN

Lübbecker Land Der Kampf um das LK-Kennzeichen

Gesetz ist in Kraft getreten / Initiative wirbt für neue Abstimmung über "LK" auf dem Nummernschild

Dieter Wiegmann (63) hat sich schon mal ein Kennzeichen mit "LK" als Kennung machen lassen. Bisher fehlen aber die amtlichen Stempel auf dem Nummernschild. Dafür, dass die bald auf das Nummernschild kommen können, möchte er mit seiner Initiative kämpfen. - © FOTO: TYLER LARKIN
Dieter Wiegmann (63) hat sich schon mal ein Kennzeichen mit "LK" als Kennung machen lassen. Bisher fehlen aber die amtlichen Stempel auf dem Nummernschild. Dafür, dass die bald auf das Nummernschild kommen können, möchte er mit seiner Initiative kämpfen. | © FOTO: TYLER LARKIN

Lübbecker Land. Seit 1973 sind sie verschwunden. Aber die Initiative "LK" kämpft dafür, dass sie so schnell wie möglich wieder kommen: Die Rede ist von den "LK-Kennzeichen". Seit dem ersten November gilt ein neues Gesetz, das die Nutzung der alten Ortsmarke auf Nummernschildern wieder möglich machen würde. "Wir kämpfen dafür, dass es kommt", sagt Dieter Wiegmann.

Laut einem neuen Gesetz, das am 1. November in Kraft getreten ist, könnten ehemalige Landkreise, wie der Altkreis Lübbecke, ihre Kennzeichen reaktivieren. Diese so genannten "Heimatkennzeichen" sollen laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Heimatgefühl der Bürger stärken. In Lübbecke fand die Idee der Wiedereinführung auch in einer NW-Umfrage viele Anhänger.

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Soll der Kreistag erneut darüber abstimmen, ob der Altkreis ein eigenes LK-Kennzeichen bekommt?
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Allerdings hatte der Kreistag bereits im März mehrheitlich dagegen gestimmt, dass das neue Kennzeichen zugelassen wird. Laut der Gesetzesnovelle müsste der Kreis den Vorschlag für Wiedereinführung des Kennzeichens an die Landes- und Bundesbehörden weiterleiten.

"Völliger Unsinn", schimpft Dieter Wiegmann von der Initiative "LK". Er glaubt nicht, dass die Entscheidung des Kreistages bedeutet, dass es endgültig keine regionalen Kennzeichen für das Lübbecker Land gibt. "Wir kämpfen weiter", sagt er. In seinen Augen ist es "Unsinn", dass der Kreis zunächst grünes Licht für das neue alte Kennzeichen geben muss. "Wir möchten sie haben – und das Gesetz lässt es zu", sagt er. Die Entscheidung aus dem Kreistag empfindet er als "Diktat", das die Interessen der Menschen in der Region ignoriere.

Für den Einzelhändler ist die Frage nach dem Kennzeichen auch eine Frage der Kaufkraft: "So ein eigenes Kennzeichen ist Werbung für die Region." Lübbecke könne solche Werbung gut gebrauchen. Er fürchtet, dass im Kreistag "eine Lobby sitzt, die nicht will, dass Lübbecke auf den Schildern auftaucht, weil sie ein Interesse daran haben, dass nur MI-Kennzeichen unterwegs sind". Nachdem das neue Gesetz in Kraft getreten ist, plädiert er dafür, dass der Kreistag erneut über eine mögliche Einführung abstimmt.Von Lübbecker Bürgern werde er immer wieder gefragt, ob das Kennzeichen bald kommt. "Alle Bürger wollen das!"

Für den Kreis Minden-Lübbecke ist das Thema LK-Kennzeichen, auch nach Inkraft-Treten des neuen Gesetzes, abgehakt. "Es gab einen Kreistagsbeschluss und der gilt nach wie vor", sagt eine Sprecherin.

Der Leiter des Kreis-Straßenverkehrsamtes, Helmut Siedentopf, spricht Klartext: "Der Kreistagsbeschluss gilt nach wie vor". Die Identität des Kreises Minden-Lübbecke solle nicht aufgebrochen werden, argumentiert er. Für die seit Herbst mögliche Wiedereinführung des LK-Kennzeichens wäre eine ministerielle Genehmigung erforderlich. "Die Kreisverwaltung wird einen solchen Antrag nicht stellen", so der Behördenchef. Nun gebe es nur auf der "politischen Ebene Möglichkeiten".

Konkret müsste es den Befürwortern des Altkennzeichens gelingen, die Mitglieder des Kreistages davon zu überzeugen, dass sich im Kreistag bei einer erneuten Abstimmung eine Mehrheit für das LK-Nummernschild ausspricht.

Dieter Wiegmann und seine Mitstreiter wollen jetzt Überzeugungsarbeit für LK leisten. Unter anderem erwägen sie, eine Unterschriftenaktion zu starten.

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