Lübbecke Ausgang der Schlichtung unbekannt

Nach "Totalausfall": Witte und Hagelstange zur Verschwiegenheit verpflichtet

Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Hagelstange.
Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Hagelstange.

Lübbecke (fha). Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Hagelstange und Bürgermeister Eckhard Witte haben sich gestern Mittag zu einem Schlichtungstermin im Rathaus getroffen. Hagelstange, den der Bürgermeister in dessen Funktion als Stadtwerke-Chef im nichtöffentlichen Teil einer Ratssitzung als "Totalausfall" bezeichnet hatte (die NW berichtete), wollte nach dem gut einstündigen Treffen unter dem Vorsitz eines Lübbecker Schlichters eigentlich bekannt geben, ob es zu einer Einigung gekommen ist. Auf Anfrage der NW am frühen Nachmittag teilte Hagelstange jedoch mit: "Ich darf nichts sagen."

Um Spekulationen vorzubeugen, ergänzte der zum Jahresende ausscheidende Stadtwerke-Chef, seine Verschwiegenheit habe "nicht mit dem Ergebnis des Gesprächs zu tun". Es gehöre einfach zu den Formalitäten eines Schlichtungsverfahrens, dass die beteiligten Parteien Stillschweigen über den Ausgang bewahren.

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Hagelstange, der als Rechtsbeistand seinen Bruder - von Beruf Jurist - an seiner Seite hatte, bedauerte, keine weiteren Angaben machen zu dürfen. Am Telefon wirkte er deutlich entspannter als in den Vorwochen.

Auch Bürgermeister Eckhard Witte bedauerte, das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit nicht befriedigen zu dürfen und verwies auf entsprechende Hinweise des Schlichters.

Bürgermeister Eckhard Witte. - © ARCHIVFOTOS (2): LARKIN
Bürgermeister Eckhard Witte. | © ARCHIVFOTOS (2): LARKIN

Mehr als ein Blatt im Nachbargarten

Schlichtungstreffen Witte/Hagelstange

FRANK HARTMANN

Manchmal ist Schweigen Gold wert. Das mag für viele Schlichtungen zutreffen. Etwa, wenn sich zwei Nachbarn über das vom Baum aufs Nebengrundstück gefallene Blatt streiten. Der Erfolg solcher Schlichtungsgespräche hängt vielleicht sogar davon ab, dass keine Details des Ablaufs und kein Ergebnis nach außen dringen.
Im Fall Witte/Hagelstange liegen die Dinge jedoch anders. Witte bekleidet als Bürgermeister ein öffentliches Amt. In dem muss er Vorbild sein.

Er hat aber eine nichtöffentliche Ratssitzung benutzt, um den Geschäftsführer der Stadtwerke als "Totalausfall" zu verunglimpfen. Selbst wenn Hagelstange als Geschäftsführer einige Schwächen hat – ein vernichtenderes Urteil ist kaum vorstellbar. Zudem hat der Bürgermeister sich in den vergangenen Wochen geweigert, die Herabwürdigung Hagelstanges abzuschwächen, zurückzunehmen, sich zu entschuldigen, sich mit Hagelstange auf ein Bier zusammenzusetzen oder was auch immer. Dann hätte sich der Schlichtungstermin im Rathaus nämlich erübrigt.

Da es letztlich um die künftige strategische Ausrichtung der Stadtwerke geht, ist die Dimension der Auseinandersetzung der beiden Herren weitaus größer als bei einem Nachbarstreit. Auch deshalb wäre es richtig gewesen, den Bürgern und den Kunden der Stadtwerke das Ergebnis des Treffens mitzuteilen.

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