Rahden Kreistag stimmt für Krankenhaus-Zuschuss

VON JOERN SPREEN-LEDEBUR

Rahden/Minden. Der Kreis Minden-Lübbecke will den Umbau des Rahdener Krankenhauses zur Portalklinik mit vier Millionen Euro unterstützen. Dafür hat sich Montagabend der Kreistag mehrheitlich ausgesprochen. Sechs Politiker der SPD vor allem aus Minden und Porta Westfalica stimmten dagegen; die Linke enthielt sich. 

Die vier Millionen als Trägeranteil fließen, wenn Voraussetzungen erfüllt sind. Die Krankenhäuser Lübbecke und Rahden sollen nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung krankenhausplanerisch zusammen gefasst und Rahden als Portalklinik betrieben werden. Dafür soll die erforderliche Genehmigung der Bezirksregierung eingeholt werden. Zudem soll die Stadt Rahden den Zuschuss in Höhe von einer Million Euro bereitstellen – dafür hatte der Rat bereits wie berichtet gestimmt.

Vor Baubeginn müssen alle baurechtlichen Genehmigungen vorliegen, die langfristige Finanzierung des Vorhabens muss durch verbindliche schriftliche Zusagen der Kredit- und Fördermittelgeber gesichert sein.

Zudem soll der Vorstand der Mühlenkreiskliniken (MKK) sicherstellen, dass das dem Business-Plan zugrunde liegende Betriebskonzept umgesetzt wird, damit die Portalklinik ohne Verluste betrieben wird. Rahden sei fester Teil eines medizinischen Gesamtkonzeptes der MKK. Außerdem laut Verwaltung die vorhandene Rettungswache baulich in ihrem Bestand gesichert werden.

Zahlreiche Besucher aus Rahden verfolgten am Montagabend die nicht immer einmütige Debatte im Kreistag. Neben Krankenhaus-Beschäftigten waren auch Vertreter von Parteien sowie Bürgermeister Bernd Hachmann, der Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies und Dr. Werner Kreft als Vorsitzender des Krankenhaus-Freundeskreises zugegen.

Die MKK seien für Rahden ein Glücksfall, sagte Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD). Rahden profitiere vom medizinischen Angebot des Verbundes. Ohne diesen Verbund sei es angesichts des Ärzte-Notstandes kaum möglich, Mediziner für den ländlichen Raum zu finden. Die vier Millionen Euro vom Kreis bezeichnete Niermann als "sehr beachtliches Signal" in einer noch nicht abgeschlossenen Sanierung des Gesamt-Konzerns.

Ein bis zu 23 Millionen Euro teurer Neubau wäre nicht wirtschaftlich zu betreiben, meinte Niermann. Der Umbau sei die einzige Möglichkeit, den Standort Rahden zu erhalten.
Wie berichtet soll der Umbau 13 Millionen kosten.

Das wird von der Stadt Rahden mit einer Million und für den Bereich der Telemedizin vom Land mit 2,5 Millionen Euro unterstützt. Unter dem Strich müssen drei Millionen Euro über Banken finanziert werden. Das allerdings hielten gestern Abend sowohl Landrat Dr. Niermann wie auch MKK-Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Bracht für machbar. Der Kredit sei über jährliche Fördermittel wie etwa die Baupauschale zu tilgen, bekräftigte Dr. Bracht.

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