Erfahrener Feuerwehrmann: Michael Schäfer aus Porta ist Kreisbrandmeister. Angesichts konstanter Zahlen in den aktiven Einheiten und in der Jugendfeuerwehr sieht Schäfer die Wehr im Kreis Minden-Lübbecke gut aufgestellt. - © Joern Spreen-Ledebur
Erfahrener Feuerwehrmann: Michael Schäfer aus Porta ist Kreisbrandmeister. Angesichts konstanter Zahlen in den aktiven Einheiten und in der Jugendfeuerwehr sieht Schäfer die Wehr im Kreis Minden-Lübbecke gut aufgestellt. | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecker Land Die Feuerwehr Minden-Lübbecke arbeitet an ihrer Alltagspräsenz

Kreisbrandmeister im Gespräch: Michael Schäfer ist seit drei Jahren führender Feuerwehrmann im Kreis Minden-Lübbecke. Er zeigt Herausforderungen der Zukunft auf, sieht die Wehr aber gut aufgestellt.

Joern Spreen-Ledebur

Lübbecker Land. Seit drei Jahren steht Michael Schäfer als Kreisbrandmeister an der Spitze der Feuerwehren im Kreis Minden-Lübbecke. "Die Hälfte der Amtszeit ist um", meint der erfahrene Feuerwehrmann aus Porta Westfalica, dem mit Thomas Podschadly (Hüllhorst) und Gerd Lohmeier (Stemwede) zwei Stellvertreter aus dem Lübbecker Land zur Seite stehen. Als Kreisbrandmeister ist Michael Schäfer viel unterwegs, aber leid geworden ist das nicht. Die Feuerwehr fit für die Zukunft zu machen, darin sieht Schäfer die größte Herausforderung, wie er im Gespräch mit der Neuen Westfälischen deutlich machte. Die Verfügbarkeit von Personal müsse sichergestellt sein - ebenso wie eine sachgerechte Ausstattung. »Wichtig ist eine stärkere Verankerung in der Bevölkerung« "Wichtig ist auch eine stärkere Verankerung in der Bevölkerung", sagt Schäfer. "Die Feuerwehr muss präsent sein, denn dadurch gewinnen wir auch Nachwuchs - zusätzlich zu denen, die aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr wechseln." Im Kreis Minden-Lübbecke sei die Wehr gut aufgestellt, sagt Schäfer und verweist auf konstante Mitgliederzahlen in der aktiven Wehr mit rund 3.300 Freiwilligen, aber auch in der Jugendfeuerwehr. Die Minden-Lübbecker Jugendfeuerwehren seien mit insgesamt rund 1.100 Mitgliedern die viertgrößte ihrer Art in NRW. Ob Minden-Lübbecke damit eine Insel der Glückseligen ist, während andere "kratzen"? Es gebe Wellenbewegungen, Aufs und Abs, merkt Schäfer an. "Im Moment gelingt es uns aber, relativ konstante Mitgliederzahlen zu halten", sagt er. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Kinderfeuerwehren, die seit dem vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen zulässig sind. Kinderfeuerwehren gibt es nach Angaben Schäfers mittlerweile im Kreisgebiet schon in Hüllhorst, Pr. Oldendorf, Bad Oeynhausen, Petershagen, Minden und Porta Westfalica. "Die Entwicklung ist sehr ordentlich." Ziel sei es, Kinder ab dem sechsten Lebensjahr für die Feuerwehr zu gewinnen, "um sie spielerisch an die Arbeit der Wehr heranführen zu können". Kinderfeuerwehren setzten sich immer mehr durch, hat der Kreisbrandmeister beobachtet. "Wir werden weitere Gründungen dieser Art unterstützen", hat Schäfer die übrigen Städte und Gemeinden im Kreis im Blick. "Niedersachsen hat sie viel länger als NRW und da gibt es positive Erfahrungen." »Die kämen nicht, wenn es keinen Spaß machen würde« Was eine angehende Feuerwehrkraft mitbringen sollte? Schäfer muss nicht lange überlegen. "Interesse ist das Wichtigste." Alles andere werde im Nachgang von den örtlichen Wehren vermittelt, erinnert er an die Grundausbildung und weitere Lehrgänge. "Feuerwehr macht viel Arbeit, aber auch viel Spaß." Schaue man sich etwa beim Treffen der Ehrenabteilungen in Levern um, dann gebe es hier ein gutes Beispiel dafür, sagt Schäfer. "Die Kameraden, die seit 50 oder 60 Jahren dabei sind, kämen nicht, wenn es keinen Spaß machen würde." Ob die Zusammenlegung von Löschgruppen ein Trend für die Zukunft ist? Ein Allheilmittel sei das nicht, meint Schäfer. Die Schutzziele in einer Gemeinde müssten sichergestellt sein. Die Städte und Gemeinden achteten auch darauf, dass es Zusammenlungen dort gebe, wo die Schutzziele weiterhin erreicht würden. Schäfer: "Wichtig ist, dass die Feuerwehr bei dieser Lösung mitgenommen wird." Immer wieder ist bundesweit von Attacken auf Rettungskräfte oder Behinderungen im Einsatz durch Gaffer zu lesen. Angriffe auf Rettungssanitäter im Kreisgebiet seien ihm bekannt, sagt Schäfer. Angriffe auf Feuerwehrleute dagegen seien ihm nicht bekannt. "Pöbeleien hat man immer wieder. Aber damit gehen die Einsatzkräfte entsprechend um."

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