Soll am März jedem offen stehen: Das "Court 5" im Alten Amtsgericht wird bald "Offene Tür" heißen. Die Arbeit mit ausländischen Jugendlichen wird ein Schwerpunkt sein. - © Foto: Spieker-Beutler
Soll am März jedem offen stehen: Das "Court 5" im Alten Amtsgericht wird bald "Offene Tür" heißen. Die Arbeit mit ausländischen Jugendlichen wird ein Schwerpunkt sein. | © Foto: Spieker-Beutler

Lübbecke Aus Jugendzentrum "Court 5" wird "Offene Tür"

Anlaufstelle: Nachdem der CVJM sich aus dem Alten Amtsgericht zurückgezogen hat, will eine private Initiative einspringen und deutschen und ausländischen Jugendlichen Angebote machen. Betreuung durch Erzieher

Frank Hartmann

Lübbecke. Eigentlich wollte die Grünen-Fraktion die Stadtverwaltung beauftragen, ein Konzept für ein städtisches Jugendzentrum als Nachfolger des seit März dieses Jahres geschlossenen "Court 5" zu erarbeiten. Die Alternative, die der Sonderschullehrer Bernd Porps dem Ausschuss für Jugend und Sport während einer Sitzungsunterbrechung vortrug, überzeugte allerdings nicht nur die anderen Parteien, sondern auch Reinhard Thie. Der sitzt als sachkundiger Bürger für die Grünen im Ausschuss und zog den Antrag zurück. Für die bislang vom CVJM getragene Jugendarbeit im Alten Amtsgericht zeichnet sich den Ausführungen Porps? zufolge diese Lösung ab: Eine aus zwölf Lehrern, Sozialarbeitern und einem Pastor bestehende Gruppe wird voraussichtlich einen Verein gründen und die Trägerschaft für den Jugendraum im Amtsgericht übernehmen, der künftig nicht mehr "Court 5", sondern eventuell "Offene Tür" heißen wird. Denn das Konzept unterscheidet sich von dem des CVJM, der aus finanziellen Gründen die Trägerschaft für das ehemalige Jugendzentrum am ZOB aufgegeben hat. Start am 1. März realistisch Porps, der Erfahrung vom Runden Tisch für Flüchtlinge und vom Café International mitbringt, hält einen Start am 1. März 2018 für realistisch. Zugleich fühlt er einen "großen Verantwortungsdruck", denn auch problematische Jugendliche würden die neue Anlaufstelle aufsuchen. Zehn lebten prekär, "die sind in Not" sagte Porps und hofft als Ausgleich auf "starke Leute". Allerdings sei es nicht einfach, die Jugendlichen mit Projekten aus ihren Zimmern zu holen: "Das Jugendverhalten hat sich verändert." Mit Hilfe von Kooperationen, beispielsweise mit der Medienwerkstatt Lübbecke und der Wissenswerkstatt Diepholz, werde man versuchen, "diesen wertvollen Ort wieder lebendig zu machen". Die Grenzen des Machbaren seien durch das vom Kreis und der Stadt bewilligte Budget vorgegeben, hob Porps hervor. Auch wenn er "kein Problem" mit einem städtischen Jugendzentrum hätte, das vermutlich sogar "üppiger" ausgestattet wäre, glaubt Porps an den Erfolg. Die professionelle Begleitung soll ein Erzieher mit einer vollen Stelle übernehmen. Oder zwei mit einer halben. Alles andere müs-sen Ehrenamtliche leisten.

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