Im westlichen Stadtgebiet: Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich nördlich der Hahler Straße am Kutscherweg. - © Foto: Tirre
Im westlichen Stadtgebiet: Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich nördlich der Hahler Straße am Kutscherweg. | © Foto: Tirre

Lübbecke. Unmut über Bebauungsplan

Stadtentwicklung: Bürger legen Bauamt Liste mit 67 Unterschriften vor. Nachverdichtung in den Gartengrundstücken des Kutscherweges stößt auf Kritik

Kirsten Tirre

Lübbecke. Um zusätzliche Bebauungsmöglichkeiten im Sinne einer Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich zu schaffen, hat der Ausschuss für Bauen- und Stadtentwicklung im Juni 2016 die Aufstellung des Bebauungsplanes "Westlich Kutscherweg/Nördlich Hahler Straße beschlossen. Dagegen regt sich Widerstand. Den 2,1 Hektar großen Geltungsbereich des Bebauungsplanes prägen Einfamilienhäuser mit großen Gartengrundstücken. Einige Grundstückseigentümer möchten kurz- oder mittelfristig ihre großen Gartenflächen zur Bebauung freigeben. Das sei auch jetzt schon möglich, sagt Karin Schulte, Bereichsleiterin Stadtplanung in der Lübbecker Verwaltung. Beschleunigtes Verfahren Um das Ganze aber städtebaulich vernünftig zu regeln, sei die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig. Das auch vor dem Hintergrund, dass eine größere zusammenhängende Brachfläche im Eckbereich Hahler Straße/Heinrich-Vormbrock-Straße zur Wohnbebauung in der Vermarktung sei. Wegen der geringen Größe des gesamten Areals konnte die Aufstellung des B-Planes im beschleunigten Verfahren vollzogen werden, die notwendigen Bürgerbeteiligungsverfahren wurden durchgeführt und die öffentlich Auslegung endete am 14. September. Mit Ende des Beteiligungsverfahrens haben nunmehr Anlieger eine Liste mit 67 Unterschriften dem Bauamt vorgelegt. Hauseigentümer an der Heinrich-Vormbrock-Straße monieren, dass nach alter Bauweise maximal sieben Wohneinheiten hätten entstehen können. Durch den jetzt aufgestellten Bebauungsplan seien es theoretisch bis zu 35. So lässt der Bebauungsplan auch zweigeschossige Wohnungen und Mehrfamilienhäuser zu, die maximale Firsthöhe ist allerdings auf elf Meter begrenzt. Wie Karin Schulte erklärt, sei bei der Planung darauf geachtet worden, dass sich die Häuser auch optisch in den Siedlungsbereich einpassen, weshalb die zulässige Maximalhöhe der Häuser gestaffelt worden sei. Die geringste Bauhöhe sei dabei im Bereich der bisherigen Bungalowsiedlung vorgesehen. Anwohner befürchten dennoch, dass sich die neuen Häuser optisch nicht in die Wohngegend einfügen. "Wir durften damals nur sechs bis sieben Meter hoch bauen", sagt eine Anwohnerin an der Heinrich-Vormbrock-Straße. Verkehrsbelastung und Lärm befürchtet Was den Anwohnern dort zudem ein Dorn im Auge ist, ist die geplante Erschließung. Die ist wegen der schon vorhandenen Bebauung über den Kutscherweg nicht möglich. Die zusätzlichen Wohneinheiten hätten Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen, die Sicherheit und würden auch mehr Lärm verursachen. Bedenken waren daher auch schon in der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung geäußert worden. "Widerstand regt sich insbesondere deshalb, da die Nachverdichtung in den Gartengrundstücken des Kutscherweges zulasten der Einwohner in der Heinrich-Vormbrock-Straße geht, denn alle Zuwegungen sollen über diese Straße erfolgen", so ein Hausbesitzer. Unterzeichner der Unterschriftenliste fordern daher: "Im Sinne des Interessenausgleichs sollte eine Zuwegung über den Kutscherweg durch die Grundstücksveräußerer als Nutznießer organisiert werden oder eine Reduktion der möglichen Wohneinheiten erfolgen. Angestrengt werden sollte die Erstellung eines Gutachtens, das die Auswirkungen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens auf Verkehrslärm und Verkehrssicherheit in einem dicht besiedelten Wohngebiet berücksichtigt." Wie Karin Schulte sagte, werde die Beschlussfassung über den Bebauungsplan frühestens in der Bauausschusssitzung am 29. November wieder auf die Tagesordnung kommen. Eine Verabschiedung wäre dann in der darauf folgenden Ratssitzung am 14. Dezember möglich.

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