So kann es auf dem Marktplatz 2018 aussehen: Die in Salzburg ansässige Agentur hinter "Stadtlesen" bringt Büchertürme, Lesemöbel, aber vor allem rund 3.000 Bücher mit. - © Foto: Innovationswerkstatt
So kann es auf dem Marktplatz 2018 aussehen: Die in Salzburg ansässige Agentur hinter "Stadtlesen" bringt Büchertürme, Lesemöbel, aber vor allem rund 3.000 Bücher mit. | © Foto: Innovationswerkstatt

Lübbecke Lübbecke wird Lesestadt

Abstimmung beendet: Für vier Tage wird die Stadt 2018 zum öffentlichen Lesewohnzimmer mit mehr als 3.000 Büchern, mit Sitzsäcken und Autorenlesungen. Die höchste Stimmenanzahl der 234 nominierten Städte erreicht

Sandra Spieker-Beutler

Lübbecke. Das gibt es nicht oft: Lübbecke hat Städte wie Berlin oder München auf die Plätze verwiesen. Mit den meisten Stimmen hat die Stadt sich in der Abstimmung gegen 233 andere Orte durchgesetzt und wird im kommenden Jahr nun eine von 25 Lesestädten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Lesestadt oder Stadtlesen, das heißt: Der neu gestaltete Marktplatz wird vier Tage lang zu einem öffentlichen Wohnzimmer mit mehr als 3.000 Büchern, in dem jeder in Hängematten oder Sitzsäcken liegend nach Herzenslust schmökern und verweilen kann. Dazu werden weitere Aktionen wie Autorenlesungen angeboten. Um Lesestadt zu werden, hatten sich Rotary Club Lübbecke und Stadt Lübbecke im Januar zusammengetan. Und um in dem ehrgeizigen Wettbewerb zu bestehen und sich mit großen Städten messen zu können, haben sich die Initiatoren um Swen Binner, Clubmeister im Rotary Club, einiges einfallen lassen. Die Werbetrommel wurde ordentlich gerührt, Flyer ausgelegt, Plakate geklebt und eine Facebook-Kampagne gestartet. Zur Marktplatz-Eröffnung im Juni hatte die Stadt ein mannshohes Smartphone als Online-Voting-Stand aufgebaut. Und auch in der Neuen Westfälischen hatten Menschen aus dem Lübbecker Land ihre Bücherempfehlungen gegeben und damit darauf hingewiesen, wie man für Lübbecke abstimmen konnte. Und die Bewerbung der Stadt stieß bei den Lesefreunden in der Region auf volle Begeisterung. "Wie ein Schneeballsystem" habe sich die Nachricht der Bewerbung Lübbeckes in der Region verbreitet. Zwar wurde die genaue Stimmenanzahl nicht bekannt gegeben, sagte Swen Binner, aber Lübbecke habe von allen nominierten Städten, darunter neben Berlin und München auch Bielefeld, Dortmund, Frankfurt am Main, Salzburg oder Innsbruck, die meisten Stimmen. "Das ist ein riesen Erfolg", so Binner. »Wir haben die Menschen gemeinsam mobilisieren können« Auch die Freude im Rathaus ist da natürlich groß. "Wir haben die Menschen mobilisieren können - so, wie wir es uns gar nicht haben vorstellen können", sagt Bürgermeister Frank Haberbosch. Wann genau die Aktion stattfinden kann, muss noch abgestimmt werden - der mögliche Zeitraum ist von April bis Oktober 2018. Aber auch hier kann Lübbecke mitreden. "Auf jeden Fall nicht, wenn Blasheimer Markt ist", sagt Swen Binner mit einem Augenzwinkern. Eine Kollision mit anderen Großveranstaltungen werde natürlich tunlichst vermieden. In jedem Fall werden die Bücher zwölf Stunden am Tag kostenlos zugänglich sein und nachts bewacht. Mit der Bücherstube Lübbecke ist ein Partner gefunden worden, der die Aktion durch weitere Bücher und Lesungen unterstützt. Mittels Sponsoring müssen nun noch 15.000 Euro aufgebracht werden. Ein besonderer Fokus soll in Lübbecke auf Kinder- und Jugendliteratur gelegt werden, sagt Swen Binner. So könnte man sich eine Art Lesepicknick vorstellen. Sobald ein Termin feststeht, gehe die Feinplanung weiter. www.stadtlesen.com

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