Weher Wahrzeichen: Zur Bockwindmühle zieht es die Weher und ihre Gäste immer wieder - sei es zu den plattdeutschen Gottesdiensten an Himmelfahrt oder zu den Mahl- und Backtagen. - © Foto: Joern Spreen-Ledebur
Weher Wahrzeichen: Zur Bockwindmühle zieht es die Weher und ihre Gäste immer wieder - sei es zu den plattdeutschen Gottesdiensten an Himmelfahrt oder zu den Mahl- und Backtagen. | © Foto: Joern Spreen-Ledebur

Kreis Minden-Lübbecke Unser Dorf hat Zukunft: Wehe beeindruckt Jury am stärksten

"Unser Dorf hat Zukunft": Wettbewerb wird neu ausgerichtet. Alle teilnehmenden Dörfer wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Rahdener Ortsteil Wehe wird den Mühlenkreis auf Landesebene vertreten

Frank Hartmann

Kreis Minden-Lübbecke. Anerkennung und Glückwünsche für die neun teilnehmenden Dörfer des Kreiswettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" gab es am Donnerstagabend reichlich. Von Landrat Ralf Niermann, von Luise Lahrmann als Sprecherin der Bewertungskommission und auch vom zahlreich erschienenen Publikum in der Sparkassen-Arena in Porta Westfalica-Möllbergen. Den meisten Applaus gab es allerdings für den Sieger in der Kategorie "Große Dörfer" - den Rahdener Ortsteil Wehe. Strahlend vor Freude nahmen Ortsheimatpfleger Friedrich Schepsmeier, Heinz Grundmann, Vorsitzender von "Wehe aktiv", und dessen Geschäftsführer Manfred Hellweg sowie Eva Fuchs (Naturkind-Kindergarten) die Urkunde entgegen. Und zeigten sich stolz, dass Wehe den Mühlenkreis nun auch auf Landesebene bei diesem Dorfwettbewerb vertreten wird. Ein Wettbewerb, der - im Gegensatz zu seiner Bezeichnung - so allerdings keine Zukunft mehr hat, machten Oliver Gubela und Rainer Riemenschneider vom Kreis Minden-Lübbecke deutlich. Beide räumten mit Bedauern ein, dass der Wettbewerb "nicht mehr das ist, was er einmal war". Und sie verdeutlichten das mit Zahlen. Im Spitzenjahr 2008 hätten sich 36 Dörfer aus dem Kreisgebiet an dem Wettbewerb beteiligt. "Um die 30 sind es sonst immer gewesen", sagte Riemenschneider. 2014 gab es den ersten Einbruch - die Zahl sank auf 16. Und in diesem Jahr waren es nur noch neun. Offenbar sehen die Organisatoren bei der Beteiligung auch keine Trendwende. Zu viele Gründe sprächen dagegen. Einige davon zählte Riemenschneider auf: Überlastung des Ehrenamtes, sehr anspruchsvolle Bewertungs-Kriterien, wenig Rückhalt für die "Motoren" in den Dörfern sowie die Form dieses Wettbewerbs, bei dem es auch Verlierer gebe. Zumindest gab es die in der Vergangenheit, denn in diesem Jahr zeichnete die Jury alle neun teilnehmenden Dörfer aus (¦ Info). "Dörfer mit Ideen" In Gesprächen mit den Vertretern der Dorfgemeinschaften hat der Kreis sich deshalb vorgenommen, den Wettbewerb neu auszurichten: "Dörfer mit Ideen" soll das neue Vorhaben heißen und bis 2020 ausprobiert werden. Den deutlichsten Unterschied zum bisherigen Dreijahres-Rhythmus machte Riemenschneider mit der Aussage deutlich, dass die Dörfer künftig auf die ständige Beratung und Unterstützung des Kreises setzen könnten. Denn die Neuausrichtung habe eher den Charakter eines Projektes. Davon verspreche man sich unter anderem "einen höheren Nutzen für die Dörfer". Schecks seien zwar "auch ganz schön", meinte Riemenschneider. Der Nutzwert durch die auf Wunsch laufende Beratung bei der Weiterentwicklung - gegebenenfalls auch bei der Akquise von Fördermitteln - sei aber künftig bestimmt höher. Insgesamt überwogen an diesem Abend die lobenden Worte, insbesondere von Landrat und Luise Lahrmann. Die zeigte sich sehr beeindruckt von dem großen Engagement in den Dörfern, etwa bei der Flüchtlingsbetreuung, und lobte im Namen der Bewertungskommission: "Das Niveau ist sehr hoch."

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