Eintrag ins Gästebuch: Bundesjustizminister Heiko Maas setzte gerne seine Unterschrift in das große Buch. - © Joern Spreen-Ledebur
Eintrag ins Gästebuch: Bundesjustizminister Heiko Maas setzte gerne seine Unterschrift in das große Buch. | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecker Land Heiko Maas besucht "MitMenschen"

Justizminister und Bundestagsabgeordneter Achim Post zu Besuch bei heimischer Flüchtlingshilfe. Er informierte sich bei Ehrenamtlichen und fragte viel nach

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der seinen Parteifreund Achim Post bei dessen Wahlkampf unterstützt, mag es gerne praktisch. So organisierten die beiden kurzerhand mit dem Espelkamper Verein „MitMenschen“, der Träger der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Espelkamp, einen Gesprächstermin mit Ehrenamtlichen und Migranten. Der war im vereinseigenen Treffpunkt, dem „Hermann“ am Bischof-Hermann-Kunst-Platz im „Atrium“, organisiert worden. Die beiden Politiker ließen sich auch mehr als eine Stunde Zeit, um den zahlreich erschienenen Ehrenamtlern wie auch Besuchern der Einrichtung zuzuhören und auch selbst Fragen zu stellen. Doch zunächst gab’s viel Lob für den Verein vom Bundestagsabgeordneten: „Er leistet tolle Arbeit. Er ist überparteilich und hilft den Behörden und den Betroffenen, wo immer es geht.“ Henning von Eichel-Streiber, der ebenfalls im Verein „MitMenschen“ mitarbeitet, bezeichnet die dort geleistete Arbeit als „hervorragend“ und freut sich, dass inzwischen die Vernetzung zwischen Verwaltung, Industrie und Ehrenamtlichen hervorragend funktioniere. Ebenso gebe es eine Kooperation mit „Pro Arbeit“. Dem Minister, der ihm gegenüber saß und intensiv zuhörte, machte er deutlich, dass inzwischen die Frage: „Wie bringe ich die Menschen in Arbeit?“ die wichtigste sei, die sich die Ehrenamtlichen stellen müssten. Im Verein „MitMenschen“ habe sich eine sehr gut funktionierende Arbeitsteilung eingebürgert, die zu einem „sehr effektiven Arbeiten“ führe. Eichel-Streiber: „Das hilft unglaublich.“ Heiko Maas wollte von den Ehrenamtlichen unter anderem wissen, wie sie dazu gekommen seien, im Verein mitzuwirken. Außerdem ermunterte er die Teilnehmer der Runde, sich „ruhig den Frust von der Seele zu reden“, falls sie denn überhaupt Frust hätten. Davon ist in Espelkamp keine Spur zu finden, wie die anwesenden Ehrenamtlichen betonten. Untereinander hätten sich zum Teil viele freundschaftliche Verhältnisse ausgebildet. Auch für viele Flüchtlinge seien die Angebote von „MitMenschen“ im Atrium und anderen Ortes sehr wichtig, bekommen sie doch auch vor allem hier den Kontakt zur Kultur des neuen Heimat- und Gastlandes. Dies gelte im übrigen auch in die andere Richtung, wie sie bestätigten. Heidrun Töws hatte ein Beispiel: So sei es in islamischen Ländern üblich, dass ein junger Mann einer Frau nicht direkt ins Gesicht blicke. Das gelte als höflich. Wenn er wegblicke, so sei das ein Zeichen dafür, dass er sie ehre. „Wir empfinden das als Ablehnung und unhöflich. So kommt es oft zu Missverständnissen. Das musste ich selbst erst einmal begreifen“, so Töws. Der Justizminister nahm aber auch Kritisches mit in sein Ministerium. So machte ihm Kassiererin Saskia Hofbüker-Stolze deutlich, dass das Ehrenamtlichen unbedingt gestärkt werden müssten. Espelkamps Integrationsbeauftragter Willy Hübert fordert eine staatliche Förderung für die „geduldeten“ Migranten. „Was wird aus diesen Leuten? Die können wir nicht einfach alle wieder zurückschicken.“ Iris Finke setzt sich vehement für ein Einwanderungsgesetz ein, was von den übrigen Anwesenden unterstützt wurde. Man könne doch nicht erst die Leute wieder aus dem Land bringen, um sie dann später wieder hereinzuholen, wenn man sie brauche. Eichel-Streiber: „Man sollte die Entscheidung danach treffen, wie sie sich von selbst hier eingebürgert haben.“ „Es wäre wichtig, wenn wir ein Einwanderungsgesetz bekommen. Dafür benötigen wir nur einen politischen Partner“, so der Justizminister abschließend.

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