Lübbecke Linke-Kandidat Sebastian Jerry Neumann Im Einsatz für eine gerechtere Welt

Bundestagswahl 2017: Sebastian Jerry Neumann bewirbt sich für das Bundestagsmandat der Partei "Die Linke". Gesundheit, Soziales und bedingungsloses Grundeinkommen sind seine Hauptthemen

Karsten Schulz

Lübbecke. Sebastian Jerry Neumann (26) ist der Direktkandidat der Partei "Die Linke" für den Mühlenkreis. Der Student und Altenpfleger hat sich als oberstes Ziel eine gerechtere und solidarische Gesellschaft gesetzt, in der die Starken für die Schwachen einstehen und jeder sich nach seinen Fähigkeiten frei entwickeln kann. Welches Thema war für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke das wichtigste in der bisherigen Wahlperiode? Sebastian Jerry Neumann: Alles, was sich um soziale Gerechtigkeit und Sozialpolitik gedreht hat. Dazu gehört auch eine Arbeitsmarktpolitik, in der eine gerechte Entlohnung im Vordergrund steht. Ich möchte eine Gesellschaft, die nicht von Alters- und Kinderarmut bedroht ist. Sozial gerechte Politik soll zu einer sozialeren Gesellschaft führen. Auch das Thema Pflege war eines der Hauptthemen, gerade auch im Mühlenkreis mit den Mühlenkreiskliniken. Die Situation in der Pflege ist besorgniserregend, wir benötigen dringend mehr Kräfte. Auch für die Pflegekräfte gilt der Grundsatz: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ein Satz, der gerade auch von unserer Kanzlerin immer wieder bemüht wird. Der Versuch, aus Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen immer mehr Gewinne zu erzielen - auch auf Kosten des Pflegepersonals und dessen Gesundheit - gefährdet zunehmend die Würde des Menschen. Somit wird die Frage der Würde beantwortet durch den Inhalt des Geldbeutels, ein Zustand, der weder mit unserem Grundgesetz noch mit Menschlichkeit und Nächstenliebe vereinbar ist. Profit steht vor Menschlichkeit, Pflegekräfte, Ärzte und deren Patienten und Pflegeheimbewohner sind die Leidtragenden. Welches wird der erste Antrag sein, den Sie im Bundestag einzubringen versuchen, falls Sie gewählt werden? Neumann: Ich werde ein gerechteres Steuersystem fordern. Die Steuer-Überschüsse, die von Jahr zu Jahr größer werden, sollen in Bildung, Gesundheit und den Sozialsektor fließen. Das ist der erste Schritt. Ich würde versuchen, dafür die größtmögliche Mehrheit fraktionsübergreifend zu finden. Welches soll Ihr Arbeitsschwerpunkt werden? Neumann: Da fällt es mir schwer, mich festzulegen. Ich habe ein breit gefächertes Programm. Natürlich stehen wieder Gesundheit und Soziales und vor allem das bedingungslose Grundeinkommen ganz vorne. Eine Idee, die immer mehr Sympathien findet weltweit, auch seitens der Wirtschaft. Ich verweise dabei auf die Wirtschaft für Grundeinkommen. Auch der renommierte deutsche Philosoph und Publizist Richard David Precht, hält das bedingungslose Grundeinkommen für ein Muss. Dafür würde ich mich gerne einbringen, ebenso natürlich auch für die anderen Themen, die ich zuvor bereits angesprochen habe. Sie haben einen Satz, um einen Erstwähler zu überzeugen, zur Wahl zu gehen. Neumann: Mit Ihrer Stimme entscheiden Sie, ob es eine sozial gerechtere und friedlichere Welt in Deutschland geben kann oder nicht. Politik ist ... Neumann: ... vom Volk für das Volk und nicht von den Konzernen für die Konzerne. Was Donald Trump twittert, sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Sind Social Media ein sinnvolles Instrument, um die Bürger zu erreichen? Neumann: Ich bin da zwiegespalten. Social Media ist auf der einen Seite ein sehr demokratisches Medium, da es schlecht von staatlicher Zensur zu kontrollieren ist, auf der anderen Seite können hier auch Täuschungen und Fehlinformationen durch Fake-News entstehen, die böse Auswirkungen haben können. Welcher Politiker, welche Politikerin ist Ihr Vorbild? Neumann: Ganz klar Gregor Gysi. Ich komme gerade von unserer Wahlkampf-Auftaktveranstaltung, wo er reden konnte. Er hat immer so ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, er ist lebendig und doch authentisch. Das macht ihn zu etwas Besonderem. Auch Sarah Wagenknecht gefällt mir, aber nicht so wie Gregor Gysi. Er fehlt der Partei, das ist ganz klar. Das Interview führte Karsten Schulz Sebastian Jerry Neumann persönlich Sebastian Jerry Neumann (26) wohnt in Lübbecke und arbeitet als Altenpflegefachkraft Das Abitur erlangte der Jungpolitiker über den 2. Bildungsweg; Bewerbung an den Universitäten für die Bereiche (Soziologie/Politikwissenschaften/Philosophie (mit und ohne Lehramtsoptionen) Listenplatz: – Fungiert in der Partei als Mitglied des geschäftsführenden Vorstands, als Sprecher des Kreises Minden-Lübbecke und als Sprecher des Ortsverbands Lübbecke Zu seinen Themenschwerpunkte zählt Neumann die Gesundheits- und Sozialpolitik und die internationale Friedenspolitik Neumann fordert bedingungsloses Grundeinkommen und Bildung; Mitgliedschaften innerparteilicher Zusammenschlüsse: BAG Grundeinkommen, BAG DIE LINKE.queer, BAG Bildungspolitik Des Weiteren ist Neumann für die Vereine „Weißer Ring e.V.", DBFK und Save the Children aktiv Neben dem Hobby der Politik sind Sport, Lesen, Theater, Kunst und Musik die Leidenschaften des Lübbeckers

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