Der Belüftungsschacht ist freigelegt: Die Pfarrer Klaus-Dieter Obach (l.) und Michael Weber schauen sich den Sanierungsfortschritt in der Kirche an. Im Hintergrund ist die verpackte Orgel zu sehen. - © Sandra Spieker
Der Belüftungsschacht ist freigelegt: Die Pfarrer Klaus-Dieter Obach (l.) und Michael Weber schauen sich den Sanierungsfortschritt in der Kirche an. Im Hintergrund ist die verpackte Orgel zu sehen. | © Sandra Spieker

Lübbecke Alsweder Kirche muss wegen Befalls von Hausschwamm saniert werden

Der Fußboden wird komplett entfernt. Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten noch andauern

Sandra Spieker

Lübbecke-Alswede. Man könnte meinen, Verpackungskünstler Christo sei in Alswede am Werk gewesen. Die eine Seite der Kirche St. Andreas ist leer geräumt. Die Bänke stehen alle, fest verpackt in weißer Plastikfolie, auf der anderen Seite. Denn nicht ganz alltägliche Arbeiten sind hier im Gange. Dem Hausschwamm, der die Kirche befallen hat (die Neue Westfälische berichtete), wird zu Leibe gerückt. Der modrige Geruch lässt erahnen: Die Luft hier ist sehr feucht. "85 Prozent", sagt Pfarrer Klaus-Dieter Obach. Er und Pfarrer Michael Weber stehen auf der leer geräumten Seite der Kirche, direkt auf dem Fundament und blicken in den Luftschacht. Der hat sich bei den Sanierungsarbeiten aufgetan und war zur Belüftung des Altarraums gebaut worden, erklären sie. Der Holzfußboden, der die Kirche zierte, ist hier in der vergangenen Woche komplett entfernt worden. Im Vergleich zu den heutigen Häusern ist die Betonsohle sehr dünn, kaum 20 Zentimeter, dann stößt man schon auf eine Lehmschicht. Bei genauerem Hinsehen ist der Beton an vielen Stellen dunkler: Hier zeigt sich die Feuchtigkeit. Sie hat auch das Wachstum des sogenannten echten Hausschwamms begünstigt. Nachdem bereits ein Gottesdienstbesucher vergangenes Jahr in den Holzfußboden eingebrochen war, war klar: Hier muss schnellstens etwas passieren. Noch am Sonntag der Konfirmation wurde mit der Vorbereitung der Sanierung begonnen. Die Bänke wurden umgeräumt, mit 300 Quadratmetern Plane verpackt. Ganz beseitigen lässt sich der Hausschwamm allerdings nicht, erklärt Michael Weber, der in anderen Kirchengemeinden schon einige Hausschwammsanierungen begleitet hat. Im Kirchenkreis Lübbecke ist es laut Pfarrer Obach die erste. Holzfußboden ist ab sofort natürlich tabu, er wird durch Zementfliesen ersetzt. In die mächtigen Steinsäulen werden Löcher gebohrt und ein spezielles Mittel hineingespritzt, das verhindert, dass der Pilz sich weiter durch das Mauerwerk frisst. Alles unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Die Orgel - sie ist ebenso wie der Altar in Folie gehüllt - hat er glücklicherweise noch nicht befallen. Sie muss derzeit mit einem Ventilator belüftet werden. Der Zeitplan ist straff, aber zu schaffen, hoffen die beiden Pfarrer: Bis zum großen Reformationsjubiläum am 31. Oktober sollen die Arbeiten beendet sein.

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