Daumen hoch: Armin Laschet, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in NRW (2. v. r.), besuchte Lübbecke und sprach in der Langen Straße gemeinsam mit der CDU-Landtagskandidatin Bianca Winkelmann (r.) mit Bürgern. Florian Hemann (M.) sorgte für Nachschub an Broschüren und Kugelschreibern. Fotos: Joern Spreen-Ledebur || - © Joern Spreen-Ledebur
Daumen hoch: Armin Laschet, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in NRW (2. v. r.), besuchte Lübbecke und sprach in der Langen Straße gemeinsam mit der CDU-Landtagskandidatin Bianca Winkelmann (r.) mit Bürgern. Florian Hemann (M.) sorgte für Nachschub an Broschüren und Kugelschreibern. Fotos: Joern Spreen-Ledebur || | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecke "Muss ich heute Abend Fernsehen gucken?"

Lange Straße: Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet begleitete die Rahdener Landtagskandidatin Bianca Winkelmann durch die Lübbecker Fußgängerzone, um sich bürgernah zu zeigen

Frank Hartmann

Lübbecke. Donnerstagvormittag, Busbahnhof Lübbecke: Pünktlich um 10.30 Uhr schwenkt der Wahlkampfbus von Armin Laschet auf den Lübbecker ZOB ein. Landtagskandidatin Bianca Winkelmann dirigiert den Busfahrer winkend in die mittlere Parkspur. "Willkommen im anderen Wahlkreis", begrüßt sie den CDU-Landesvorsitzenden NRW, der aus Minden kommt und in einer Stunde weiter muss nach Bad Oeynhausen - in den dritten Wahlkreis, "unter die Leute", sagt Winkelmann. Neben wenigen Mitgliedern der CDU Lübbecke empfängt eine deutlich größere Gruppe der Jungen Union Minden-Lübbecke den prominenten Gast aus Düsseldorf. Dessen Bekanntheit wird in der Gerichtsstraße vor dem EC Lips auf eine erste Probe gestellt: "Ich habe heute Herrn Laschet dabei", spricht Bianca Winkelmann mit gewohnt strahlendem Lächeln eine einzelne Frau an. Laschet steht direkt vor ihr. "Welcher ist es denn?", fragt die Frau freundlich in die Runde. Man klärt sie auf. Winkelmann drückt ihr zum Abschied ihre Kandidatenbroschüre und einen orangefarbenen Kugelschreiber in die Hand. Mehr als 100 Flyer und Kulis werden auf diese und ähnliche Weise an diesem Tag in Lübbecke den Besitzer wechseln. Dafür sorgen Florian Hemann und andere junge Leute vom "Team Winkelmann", die die Stoffbeutel tragen. Von der Gerichtsstraße biegt die von einem TV-Trio begleitete Gruppe in die Lange Straße ab, wo Laschet vor dem ehemaligen Kaufhaus Deerberg wünscht, "dass da was Schönes hinkommt". Vor der Bäckerei Spilker fragt Winkelmann die draußen sitzenden Gäste: "Dürfen wir Sie beim Frühstücken stören?" Ansprechen, lächeln, Flyer, gute Wünsche, weiter - so bleibt es die ganze Zeit. Winkelmann ist deutlich quirliger und kommunikativer als der Besucher, den einige Bürger erkennen und mit "Herr Laschet" ansprechen. Besonderes Interesse zeigt Laschet an einer Gruppe Ausländer, die vor Tchibo sitzen. "Wir haben einen türkischen Pass und dürfen nicht wählen. Das ist traurig", sagt einer der Männer. Flyer und Kuli drückt Winkelmann ihnen trotzdem in die Hand. Man weiß ja nie. Über Café Janke und Eiscafé Pacini arbeitet die Gruppe sich vor bis zu einem Pagodenzelt neben Bäcker Schmidt, wo weitere CDU-Mitglieder aus Lübbecke und Umgebung mit Kaffee aus Thermoskannen warten. Bahadir Gür ist auch da. Der gehöre der SPD an, habe aber ein gutes Herz, macht der Lübbecker CDU-Sprecher Reinhard Vollhey Gür und Laschet bekannt. Schnell kommt Gür zur Sache - Türkei-Referendum, EU-Beitrittsaussichten, Visa-Freiheit: "Stellen Sie diese Fragen", fordert er Laschet auf, bevor der bei Wölfing eine Bratwurst, Pommes weiß verputzt. Dort verwickelt ihn Gisela Grzenia in ein Gespräch über ehrenamtliche Flüchtlingshelfer ("Wir haben es geschafft.") und "viele arme Rentner". Der Kameramann hält die ganze Zeit drauf. "Muss ich heute Abend Fernsehen gucken?", fragt Grzenia. Sie wird sich bis zum Sonntag vor der Landtagswahl gedulden müssen. Dann strahlt Spiegel-TV seinen Beitrag über die NRW-Wahl aus. Nach einer "richtig netten Stunde, die mir Spaß gemacht hat" (Winkelmann) eilt die Gruppe zurück zum Bus. Die Kandidatin ist zufrieden. Sie und Laschet konnten einige der ihnen wichtigen Themen platzieren: Mehr Polizeipräsenz in ländlichen Regionen, größeren Abstand von Windrädern zu Wohnhäusern und mehr Entscheidungskompetenz für die Kommunen, keine Schließung von Förderschulen, bevor die Inklusion klappt. Gruppenfotos, Selfies, ein letztes Händeschütteln, dann schließen sich die Bustüren hinter Armin Laschet - Bad Oeynhausen wartet.

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