Im Zeichen von Namensgeber Johannes Wesling: Bei Paul Gauselmann (2. v. l.) bedankten sich Olaf Bornemeier (MKK-Vorstandsvorsitzender), Klinikdirektor Rudolf Stadler und der Geschäftsführer des Mindener Wesling-Klinikums Mario Bahrmann (v. l.). - © Tyler Larkin
Im Zeichen von Namensgeber Johannes Wesling: Bei Paul Gauselmann (2. v. l.) bedankten sich Olaf Bornemeier (MKK-Vorstandsvorsitzender), Klinikdirektor Rudolf Stadler und der Geschäftsführer des Mindener Wesling-Klinikums Mario Bahrmann (v. l.). | © Tyler Larkin

Minden/Espelkamp Paul Gauselmann spendet den Mühlenkreiskliniken eine Million Euro

Der Unternehmer unterstützt die Medizinerausbildung. Gleichzeitig übt er Kritik an seinen Unternehmerkollegen

Tyler Larkin

Minden/Espelkamp. Der Espelkamper Glücksspiel-Unternehmer Paul Gauselmann wird im August 83 Jahre alt, was nicht augenscheinlich ist. Man muss schon genau hinsehen, um einen Hauch Müdigkeit in seinen Auftritten zu entdecken. Viel mehr bleibt seine begeisterungsfähige Art in Erinnerung, die er ungebrochen in sich trägt und seiner Unternehmensgruppe zu dauerhaftem Erfolg verhalf. Doch Gauselmann ist auch „Lokalpatriot", wie er am Montag von Professor Rudolf Stadler anlässlich einer offiziellen Spendenübergabe umschrieben wurde. Schon vor längerer Zeit stellte er eine Summe zur Verfügung, die aufhorchen ließ: Mit einer Million Euro unterstützte Gauselmann den Bau des Campusgebäudes am Mindener Johannes-Wesling-Klinikum. Seit Herbst 2016 werden dort die ersten 63 Medizinstudenten in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum ausgebildet. Nicht zum ersten Mal spendete Paul Gauselmann an die Mühlenkreiskliniken (MKK) und deren Fördervereine. 1996 unterstützte er den Aufbau einer Intensivstation für Schlaganfallpatienten, 2010 den Erhalt des Krankenhausstandortes Rahden. Der damalige MKK-Vorstandsvorsitzende Matthias Bracht war auf ihn zugekommen. Als einer der größten Arbeitgeber im Kreis ist die medizinische Versorgung ein Thema für den Unternehmer. „Wir liegen hier ein wenig abseits von den großen Zentren. Und es ist nicht immer einfach, qualifiziertes Personal in den Mühlenkreis zu locken", sagte Gauselmann. „Das gelingt wesentlich besser, wenn junge Menschen hier während ihres Studiums die schöne Gegend kennen lernen." Als er Anfang 2015 von Mario Bahrmann, Geschäftsführer des Johannes-Wesling-Klinikums, und dem Direktor der dermatologischen Klinik, Rudolf Stadler, auf das Campusgebäude angesprochen wurde, zögerte Gauselmann nicht lange. Er sicherte zu, die Mehrkosten für eine Kapazitätserweiterung (4 Millionen Euro) zu einem Viertel zu übernehmen. Doch Gauselmann wäre nicht Gauselmann, wenn er seinen Unmut über Unternehmerkollegen, die finanziell in einer Liga mit ihm spielen, nicht öffentlich kundtun würde. Er hätte erwartet, dass sich angesichts des „zukunftsweisenden und unterstützungswürdigen Projektes" weitere Spender aus dem Mühlenkreis finden. „Es ist mir peinlich, hier vorne alleine zu stehen", sagte Gauselmann. Ganz Unternehmer, sah der Senior-Chef nach der Spendenübergabe und einem kurzen Kaffee prüfend auf seine Armbanduhr und stellte fest: „Ich habe zu tun, Sie haben zu tun" – und verabschiedete sich in Richtung Espelkamper Firmensitz.

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