Die Unfallstelle im Maschweg in Lübbecke, der PKW wurde vom Zug mehrere Meter mitgeschleift. - © Tyler Larkin
Die Unfallstelle im Maschweg in Lübbecke, der PKW wurde vom Zug mehrere Meter mitgeschleift. | © Tyler Larkin

Lübbecke Autofahrerin bei Kollision mit Eurobahn in Lübbecke getötet

Erneut tödlicher Unfall an Bahnübergang in Lübbecke. Schrankenanlage an Gefahrenschwerpunkt nach Jahren der Planung seit Dezember in Bau.

Tyler Larkin

Lübbecke. Schwere Kollision zwischen einem Zug und eienm PKW am Bahnübergang Maschweg. Für die Lübbecker Rettungskräfte war der Einsatzort am Mittwochnachmittag vertrautes Gelände: Denn zum wiederholten Mal ist es am Bahnübergang Maschweg zu einem schweren Unfall gekommen. An diesem Mittwoch endete sie tödlich. Um 14.18 Uhr kreuzte eine in Richtung Industriegebiet fahrende Frau die Gleise, als eine aus Rahden kommende Eurobahn den Übergang passierte. Der Triebwagen erfasste den Skoda auf der Fahrerseite und schob den Pkw etwa 130 Meter vor sich her, bevor das Zuggespann zum Stehen kam. Der Notarzt des Lübbecker Krankenhauses konnte kurz darauf nichts mehr für die Autofahrerin tun. Der Unfall erscheint in einem besonders tragischem Licht, da vor wenigen Wochen Bauarbeiten am dem bislang unbeschrankten Bahnübergang begonnen haben. Schrankenbau nach jahrelanger Planung Nach jahrelangen Planungen lässt die Deutsche Bahn eine Schrankenanlage errichten, um den stark frequentierten Übergang abzusichern. Bislang gibt es dort Andreaskreuze und blinkende Rotlichter. Die Unfallursache ist noch nicht geklärt. Einige Einsatzkräfte vermuteten am Mittwoch, dass eine Schranke die Kollision zumindest abgeschwächt hätte.Der vor Ort befindliche Bautrupp wurde Augenzeuge des Unfalls. Eine Mitarbeiterin eilte sofort nach der Kollision die Schienen entlang und wollte der Pkw-Fahrerin zu Hilfe kommen. Was sie vorfand, war entsetzlich. Sie wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht, das sie aber gegen Abend wieder verlassen konnte. Ein 52-jähriger Kollege von ihr wurde durch herumfliegende Autoteile leicht verletzt. Notfallseelsorger betreuen Fahrgäste Von den Insassen der Eurobahn verletzte sich niemand. Der 41-jährige Lokführer erlitt jedoch einen Schock und wurde durch den Rettungsdienst behandelt. Insgesamt alarmierte die Rettungsleitstelle vier Notfallseelsorger, die sich um die Fahrgäste kümmerten.Eine direkt neben dem Bahnübergang ansässige Firma stellte kurzerhand ihre Räume zur Verfügung, um ungestörte Gespräche zu ermöglichen. Die Fahrgäste konnten anschließend mit Taxen ihren Weg fortsetzen. Das Großaufgebot an Einsatzkräften – Feuerwehr, Rettungsdienst, Kreis- sowie Bundespolizei, Mitarbeiter der Eurobahn und ein Notfallmanager der Deutschen Bahn – musste darüber hinaus eine nahezu unwetterartige Wetterlage erdulden. Mehr als eine Stunde gingen Regen- und Graupelschauer über der Unfallstelle nieder. Bevor den Rettern die Kälte zu sehr zusetzte, errichtete die Feuerwehr ein schützendes Zelt, in dem die Bäckerei Oltersdorf Stärkungen ausgelegt hatte. Auch in den Abendstunden des Mittwoch konnte die Polizei noch keine Angaben zur Unfallursache machen. Doch die Kollision könnte für neue Diskussionen sorgen - insbesondere über die jahrelang andauernden Planungen für eine längst beschlossene Schrankenanlage.

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