In der Diskussion: Granulat auf Kunstrasenplätzen aus recycelten Autoreifen kann gesundheitsgefährdend sein. - © Wolfgang Rudolf
In der Diskussion: Granulat auf Kunstrasenplätzen aus recycelten Autoreifen kann gesundheitsgefährdend sein. | © Wolfgang Rudolf

Lübbecker Land Gefährliches Granulat: Das sagen Vereine zur Kunstrasen-Diskussion

Forscher aus den Niederlanden warnen vor möglicher Gesundheitsgefährdung durch minderwertiges Material

Lena Henning

Lübbecker Land. Gummigranulat, das auf Kunstrasenplätzen eingestreut wird, um diese rutschfester zu machen, steht im Verdacht, krebserregende Stoffe freizusetzen. Diese Meldung schreckt derzeit vor allem Amateurspieler in den Niederlanden auf, die reihenweise Spiele absagten. Problematisch sei demnach insbesondere Granulat, das aus alten Autoreifen hergestellt werde. Die beiden Kunstrasenplätze im Lübbecker Land scheinen davon jedoch nicht betroffen zu sein. Oliver Vogt, Präsident des FC Preußen Espelkamp, erklärt: "Das war für uns nie eine Option." Beim Neubau des Platzes 2012 hätte der Verein darauf geachtet, hochwertiges Material zu verwenden. Diese teurere Variante besteht aus Granulat aus neuem Gummi. "Das billige Granulat stinkt bei Wärme im Sommer und es färbt ab", sagt Vogt. Bereits damals seien sich die Verantwortlichen den Gefahren bewusst gewesen. Eine Gefährdung durch schädliches Granulat sieht man auch bei der FSG Hüllhorst-Tengern nicht. "Wir haben damals mit einem sehr renommierten Partner zusammengearbeitet und gehen davon aus, dass alles in Ordnung ist", sagt Pressesprecher Andreas Jäger. Von Seiten der Firma Polytan, die den Kunstrasenplatz in Hüllhorst 2009 gebaut hat, heißt es auf Anfrage, dass das Problem bekannt, in Deutschland jedoch kein Thema sei. Auch Torsten Stank, Vorsitzender des Sportausschusses der Stadt Lübbecke, hat von dem Problem gehört. "Bei sämtlichen Kunstrasenplätzen, die zukünftig in Lübbecke gebaut werden sollten, werden wir darauf achten und sicherstellen, dass diese bedenkliche Variante des Granulats nicht verwendet wird", sichert er zu. Die Diskussion hatte sich nach einem Beitrag im niederländischen Fernsehen entfacht, in dem berichtet worden war, dass viele Plätze in den Niederlanden belastet seien und eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die Spieler bestehe. Höherwertige Produkte, etwa aus Kork oder neuem Gummi, seien gesundheitlich unbedenklich.

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