Jahn-Realschule - © Jens Reddeker
Jahn-Realschule | © Jens Reddeker

Lübbecke Lübbecker Realschule könnte länger als geplant Notunterkunft bleiben

Flüchtlingsunterbringung: Bezirksregierung kann derzeit weder den Start der Massenunterkunft Gut Denkmal im Mai bestätigen, noch den Umzugszeitpunkt von 249 Lübbecker Asylbewerbern aus der Jahnstraße nach Minden

Frank Hartmann

Lübbecke. "Wir haben eine sehr dynamische Lage. Seit einigen Tagen kommt kaum ein Flüchtling nach Ostwestfalen. Wir wissen nicht, wie es weitergeht." Jörg List, als Leiter des Dezernats 20 bei der Bezirksregierung in Detmold zuständig für die Flüchtlingsunterbringung, kann dieser Tage nur zwei Dinge bestätigen: Die Notunterkunft für Asylsuchende im ehemaligen Kraftwerk Veltheim wurde Ende Februar geschlossen, die Notunterkunft in Bad Oeynhausen soll Ende dieses Monats ebenfalls "vom Netz gehen". Für die Massenunterkunft Gut Denkmal in Minden, die planmäßig im Mai starten soll, und die Lübbecker Notunterkunft in der ehemaligen Jahn-Realschule, deren 249 Bewohner dann in die ehemalige Kaserne nach Minden umgesiedelt werden sollen, gilt: "Wir müssen neu über den bisherigen Zeitplan nachdenken", sagte List am Donnerstag auf NW-Anfrage. Sicher lasse sich im Moment nur sagen, dass der Start von Gut Denkmal über den 31. März hinaus gehe. Ob der 1. Mai als Umzugstermin für die Lübbecker Flüchtlinge aus der Notunterkunft nach Minden realisiert werden kann, ließ er offen. Ansprechpartner im Lübbecker Rathaus waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Und der Kreis antwortete nichtssagend und ausweichend. Für die Bezirksregierung führte Dezernatsleiter Jörg List weiter aus, dass die Lage im Kreis Minden-Lübbecke "schwierig" sei und man aktuell nicht wisse, "ob die Planung sich halten lässt". Das hänge unter anderem von der Zahl der Flüchtlinge ab, mit denen das Land NRW rechne. Warum zunächst die Unterkünfte in Veltheim und Bad Oeynhausen aufgelöst werden und nicht die in Lübbecke, dazu sagte List: "Lübbecke läuft gut." Zudem seien Verträge mit Betreuungsorganisationen in den anderen Kommunen ausgelaufen, so dass niemandem gekündigt werden musste. Nicht bestätigen wollte List, dass kleinere Notunterkünfte im Mühlenkreis aufrechterhalten werden für den Fall, dass mehr als die 1.000 Flüchtlinge unterzubringen sind, die Gut Denkmal nach bisherigen Aussagen maximal aufnehmen kann: "Wir lassen keine Einrichtungen leer laufen, für die weiter Personal vorgehalten werden müsste", so List. Dies gelte auch für die Notunterkunft in Lübbecke.

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