Die Feuerwehren aus Lübbecke und Espelkamp waren im Einsatz, um durch massiven Pumpeneinsatz das Sinken des Schiffes zu verhindern. - © Hubert Dutschek
Die Feuerwehren aus Lübbecke und Espelkamp waren im Einsatz, um durch massiven Pumpeneinsatz das Sinken des Schiffes zu verhindern. | © Hubert Dutschek

Lübbecke / Espelkamp Havarie auf dem Mittellandkanal: Motorschiff drohte zu sinken

Feuerwehren aus Espelkamp und Lübbecke im Einsatz / Bundeswasserstraße gesperrt

Hubert Dutschek

Lübbecke/Espelkamp. Am Samstagabend drohte ein Motorschiff bei Lübbecke auf dem Mittellandkanal zu sinken, nachdem es leck geschlagen war. Gegen 18 Uhr hatte der Führer des Schiffs einen Wassereinbruch in den Bugstrahlraum entdeckt. Sofort wurden die umliegenden Feuerwehren alarmiert und die Wasserstraße gesperrt. Das mit 1.450 Tonnen Konverterkalk, einem Düngestoff, beladene Schiff war auf dem Weg nach Minden und machte aufgrund der Havarie östlich von Lübbecke an der Spundwand fest. Den Feuerwehren aus Lübbecke und Espelkamp gelang es durch einen massiven Einsatz von Pumpen, das 1921 gebaute Schiff zu halten. "So konnten wir das durch eine Leckage einströmende Wasser herausfördern und den Pegelanstieg stoppen", erklärte Maik Entgelmeier, Einsatzleiter der Feuerwehr Lübbecke. Vorsorglich zog die Feuerwehr eine Ölsperre rund um das Schiff, um eine Ausbreitung von auslaufendem Öl unterbinden zu können. "Bislang haben wir aber keinen Austritt von Betriebsstoffen festgestellt - wir kontrollieren das laufend", sagte Entgelmeier. Ab 18.15 Uhr wurde die Bundeswasserstraße gesperrt. Konstantin Heidrich, zuständiger Außenbezirksleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes aus Bad Essen, koordinierte die Maßnahmen vor Ort und erklärte später: "Wir hoffen, dass die Leckage abgedichtet werden kann, dann könnte das Motorschiff die Fahrt bis zur Werft nach Minden fortsetzen." Ansonsten müsse noch in der Nacht im Hafen Lübbecke ein Teil der Ladung entnommen werden, um das Schiff leichter zu machen. Zunächst wurde vermutet, dass die Leckage durch eine defekte Abdichtung am steuerbordseitigen Bugstrahlruder entstanden war. Ein Taucher einer Fachfirma aus Hüllhorst ging der Sache auf den Grund. Er konnte beim Tauchgang feststellen, dass im vorderen Bereich der Kimm (Mittellinie) der Rumpf eingedrückt war. Durch einen 20 Zentimeter langen und 5 Zentimeter breiten Riss strömte Wasser in den Innenraum. Ursache dafür könnte ein Stein sein, über den das Schiff möglicherweise gefahren ist. Gegen Mitternacht konnten die Feuerwehren dann teilweise wieder abrücken. Der Fachfirma war es gelungen, das Leck von innen mit Dichtmaterial und einer Versteifung durch eine Stütze abzudichten. Der Besatzung wurde auferlegt, regelmäßig auf Wassereintritt zu kontrollieren. Der Kanalabschnitt blieb bis Sonntagmorgen um 8 Uhr gesperrt. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen zur Klärung der Umstände aufgenommen.

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