Lübbecke Zu viel Schlamm im Lübbecker Yachthafen

Becken muss ausgebaggert werden / Motor-Yacht-Club finanziert Sanierung

Lübbecke. "Was geschieht im Lübbecker Yachthafen? Wird der Hafen etwa vergrößert?", fragt sich Bernd Dreher, als er mit seinem Auto auf die Brücke über dem Mittellandkanal fährt und Baggerarbeiten im Hafenbecken beobachtet. Die Nachfrage der NW beim Lübbecker Motor-Yacht-Club (MYC) als Betreiber des Yachthafens führt zu einem anderen Ergebnis. "Es hat sich so viel Sedimentmasse (Schlamm) im Hafenbecken abgesetzt, dass die Wassertiefe statt ursprünglich zwei Meter nur noch 60 bis 80 Zentimeter beträgt. Deswegen muss das Becken jetzt ausgebaggert werden. Sonst wäre der Jachthafen in absehbarer Zeit nicht mehr nutzbar", erklärt Burghard Kleffmann. Er ist seit 2002 Vorsitzender des Vereins, der mit dem Yachthafen und dem geräumigen Clubhaus direkt am Ufer ein attraktives Domizil hat. Die Planung der Sanierung sei vor zwei Jahren gestartet, die Maßnahmen kosten rund 100.000 Euro. "Wir finanzieren die Sanierung ausschließlich aus unserer Vereinskasse und erhalten keine öffentlichen Zuschüsse, weder von der Stadt, noch vom Kreis, dem Land oder der EU. Wir müssen alles selber stemmen", betont Kleffmann. Wegen der hohen Kosten müssten die Vereinsmitglieder eine Erhöhung des Mitgliedbeitrages in Kauf nehmen. Wie der Vorsitzende erläutert, seien die Ablagerungen im Hafenbecken nicht auf die Nutzung der 44 Liegeplätze zurückzuführen. Durch die Berufsschifffahrt auf dem Mittellandkanal entstünden Schwebestoffe im Wasser, die in das Hafenbecken geschwemmt würden und sich dort ablagerten. "Hauptverursacher der Verschlammung des Hafenbeckens ist also die öffentliche Wasserstraße. Aber die Sanierung muss unser Verein trotzdem alleine tragen", sagt Kleffmann. Die Sanierung führt der MYC Lübbecke in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisumweltamt durch. Das Projekt begann 2012 mit der Erstellung eines Gutachtens über der Schadstoffgehalt der Sedimentmasse. "Herausgekommen ist, dass wir keine auffälligen Schadstoffe im Hafen haben", so der Vorsitzende. Trotzdem habe sich der Verein aus Sicherheitsgründen entschlossen, den Schlamm zu entsorgen, statt ihn auf landwirtschaftlichen Flächen aufzubringen. Die Ausbaggerung ergebe 3.000 Kubikmeter Masse mit einem Gewicht von 6.000 Tonnen. Dieses Aufkommen an Sedimentmasse werde mit rund 450 Fahrten von Traktoren mit Muldenkippern zu einer Recyclingdeponie ins benachbarte Niedersachsen transportiert. Dort werde die Masse eingelagert. Für die Verbringung zur Deponie habe der MYC vom Umweltamt in Nienburg eine Einlagerungsgenehmigung beantragen müssen. "Der Arbeitseinsatz hat gut geklappt. Die Baggerarbeiten gehen bei dem frühlingshaftem Wetter gut voran und stehen bereits kurz vor dem Abschluss", freut sich Burghard Kleffmann. Mit den Baggerarbeiten hat der Verein eine niederländische Firma beauftragt. Das Unternehmen verfügt mit einem kleinen Schwimmbagger über das geeignete Arbeitsgerät.

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